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Stralsund Grieser-Prozess: Gericht will auch Ex-Senator befragen
Vorpommern Stralsund Grieser-Prozess: Gericht will auch Ex-Senator befragen
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00:05 25.04.2017

Der sechste Verhandlungstag im Prozess gegen den ehemaligen Stralsunder Sportamtsleiter Steffen Grieser, dem Vorteilsannahme im Amt vorgeworfen wird, war gestern vor dem Amtsgericht nach 30 Minuten beendet. Anklage und Verteidigung nutzten den geplant kurzen Verhandlungstag, um dem Gericht Dokumente und Schriftsätze zu übergeben.

So reichte Barbara Lüdtke, die Anwältin des Allrein-Geschäftsführers, Testate über die Gewinne der Firma ein. Michael Ohlendorf, Verteidiger von Steffen Grieser, übergab eine Erklärung zur Pkw-Nutzung. Wie im bisherigen Prozess-Verlauf bekannt wurde, hatte Allrein dem damaligen Abteilungsleiter der Stadtverwaltung einen neuen Mercedes für dienstliche und private Fahrten überlassen. Mit den schriftlichen Ausführungen solle nun geklärt werden, inwiefern bei Grieser durch die Pkw-Nutzung eine persönliche Bereicherung stattfand, fasste Richter Andreas Könning zusammen.

Staatsanwältin Kristiane Engel hatte eine Liste mit allen Dokumenten zusammengestellt, die bereits im Prozessverlauf eine Rolle gespielt hatten. Dabei handelt es sich um Register-Auszüge, Bankauskünfte und dergleichen. Mit dem Studium der genannten Dokumente müssen sich alle Prozess-Beteiligten nun bis zum 4. Mai beschäftigen, dann wird im Fall Grieser weiter verhandelt.

Geladen ist an diesem Tag auch der ehemalige Geschäftspartner von der Fritz & Heichel GmbH, einer Tochtergesellschaft der Firma Allrein. Allerdings rechnet keiner mit dem Erscheinen des Zeugen.

„Er wird wahrscheinlich von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. Sollte das der Fall sein, wird das Vernehmungsprotokoll hier vorgelesen“, so der Richter. Verlesen werden soll zudem die Aussage des ehemaligen Partners der Allrein Dienstleistungs GmbH, der im Jahr 2000 aus dieser Firma ausgeschieden ist. Er hatte sich im August 2016 mit einer Anzeige an die Stralsunder Staatsanwaltschaft gewandt. In einer Erklärung, aus der im laufenden Prozess bereits zitiert wurde, zeigte der Mann sich selbst an, erhob aber auch schwere Vorwürfe gegen Grieser, sprach unter anderem von Erpressung (die OZ berichtete).

Auch den ehemaligen und damals zuständigen Senator aus dem Stralsunder Rathaus, Wolfgang Fröhling (CDU), möchte das Gericht persönlich befragen. Dies wird aber erst Ende Mai möglich sein, weil sich Fröhling im Auslandsurlaub befindet.

Ines Sommer

Im Prozess um Betrug und Insolvenzverschleppung beim Bau des Stralsunder Vier-Sterne-Hotels Scheelehof haben die Angeklagten vor dem Amtsgericht alle Vorwürfe zurückgewiesen. Außerdem hat die Verteidigung den Verdacht der Befangenheit gegen die Sachverständige geäußert, auf deren Gutachten sich die Anklage der Staatsanwaltschaft zu großen Teilen stützt.

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