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Stralsund Grimmener Profis bohren auf Rügen
Vorpommern Stralsund Grimmener Profis bohren auf Rügen
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04:46 20.04.2013

Alle sechs Meter das gleiche Spiel: Bohrgestänge abschrauben, eine neue Stange hochziehen und anschrauben, damit es weitere sechs Meter in die Tiefe gehen kann. Die Handgriffe sind die gleichen wie auf einer Offshore-Ölplattform. Der Unterschied: Daniel Hoffmann und sein Team stehen nicht hoch über dem Meer, sie haben festen Boden unter den Füßen. Unmittelbar neben dem Kurhotel „Badehaus Goor“ in Lauterbach auf Rügen treiben sie den mit Diamanten besetzen Bohrkopf voran. Sie wollen einen Schatz heben — heilendes Wasser. Am Kurhotel wird die Thermalsole erschlossen. „Die 550-Meter-Marke haben wir bei der Bohrung schon erreicht“, sagt Hoffmann, Bauleiter der Nord Bohr- und Brunnenbau GmbH aus Grimmen.

„Wir hatten hier am Badehaus garantiert eine der wenigen Baustellen, auf der den Winter über durchgearbeitet wurde“, sagt Gerd Raulff. Ihm und seiner Frau Marlis gehört das Kurhotel. Das soll mit neuen Wellnessangeboten bei Gästen punkten. Dafür investieren Raulffs rund zwei Millionen Euro. Sie lassen die Thermalsole am Rande des Naturschutzgebietes Goor erschließen und am Hotelkomplex einen neuen Wellnesstempel bauen. „In dem werden unsere Gäste baden können wie im Toten Meer“, so der Hausherr.

Seit Februar sind die Experten der Grimmener Firma in Lauterbach im Einsatz. Mitten im Winter haben sie den Bohrkopf neben dem Kurhotel angesetzt. „Wir wollten das Erschließen der Thermalsole nicht auf die lange Bank schieben“ begründet Gerd Raulff. Das Heben des Schatzes hat das Hotelier-Ehepaar schon seit Jahren vor, im Dezember 2012 hielten sie endlich die Bohrgenehmigung vom Bergamt in den Händen. Die Spezialisten aus Grimmen rückten an.

In etwa 700 Metern wird die Thermalsole erwartet, sagt Bohrmeister Harry Kowallek. „Wir müssen noch ein Stück tiefer.“ Doch der schwierigste Abschnitt sei geschafft, vermutet der Bohrmeister. Die ersten 20 Meter musste der Bohrkern durch Geschiebelehm und -mergel getrieben werden. Das Teilstück war sehr steinig. „Wir haben trotz hartnäckigem Winter seit Februar durchgebohrt“, betont Kowallek.

Er zeigt auf das große Rohr, aus dem kontinuierlich eine milchig weiße Brühe in ein Becken schießt. So sieht das Wasser aus, mit dem die Bohrung gespült wird, erläutert er. „Und es zeigt deutlich, dass wir durch Kreide bohren“, sagt er.

Gerd Raulff schreitet indes den Weg ab, den das heilende Wasser künftig nehmen soll. Von der Bohrstelle muss noch eine Querleitung zum neuen Wellnesstempel getrieben werden, erläutert der Bauherr.

Der Rohbau ist am Ende des in Hufeisenform angelegten Hotelkomplexes bereits hochgezogen, auch die beiden Becken, in denen Hotelgäste künftig im heilenden Wasser kuren können, sind schon aus Beton gegossen. Im Ruheraum, in dem Kurgäste nach dem Baden mit Blick auf den Rügischen Bodden und auf die Insel Vilm entspannen werden, stützen lauter Eisenträger die gerade montierte Betondecke. Als Ziel für die Fertigstellung hatte das Hotelier-Ehepaar Pfingsten vorgegeben. „Das werden wir nicht schaffen. Eröffnet wird erst im Laufe der Saison“, schätzt Raulff ein.

Udo Burwitz

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