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Stralsund Große Emotionen bei Krebs-Gala
Vorpommern Stralsund Große Emotionen bei Krebs-Gala
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00:11 14.05.2018
Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) und seine Frau Sandra, Hanseklinikum-Chef Torge Koop, die Gastgeber Prof. Matthias Birth und seine Frau Antje sowie der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt. Quelle: Fotos: Alexander Müller
Stralsund

Es war der emotionalste Moment eines bewegenden Abends: Puhdys-Gründungsmitglied Dieter „Quaster“ Hertrampf stand am Samstagabend alleine auf der Bühne der Windflüchter-Gala in Stralsund und sang einen Song für seinen toten Sohn. „So geht der Tag, so geht das Jahr, so geht ein Leben hin“ heißt es im Refrain. Kurz vor dem Auftritt hatte Quaster sichtlich mit sich zu kämpfen. „Eigentlich geht es in dem Lied darum, dass der Alte geht und der Junge bleibt. Bei uns war es andersrum“, sagte er. Der 73-Jährige verlor letztes Jahr seinen Sohn und Rockhaus-Musiker Carsten Mohren. Er erlag einer schweren Krebserkrankung.

Puhdys-Rocker „Quaster“ singt über seinen toten Sohn, Urgestein Albert Hammond seine Welthits. Die Windflüchter-Gala in Stralsund war ein Wechselbad der Gefühle für die 300 Gäste – darunter auch Joachim Gauck.

Die Charity-Gala im Festsaal der Störtebeker Braumanufaktur war wie ein Wechselbad der Gefühle für die 300 Gäste. Auf berührende Momente folgte Partystimmung, wie etwa beim Auftritt von Urgestein Albert Hammond mit seinem Hit „It never rains in Southern California“. Prominenteste Gäste waren der frühere Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt. „Ich habe in meiner Zeit als Bundespräsident Königinnen und Könige getroffen. Das war toll. Aber am meisten genieße ich es, Menschen zu begegnen, die ihr Herz am richtigen Platz haben und nicht nur für sich selbst da sind. Die die Dinge nicht so lassen, wie sie sind“, sagte Gauck in seiner Rede. Damit meinte er auch Professor Matthias Birth vom Helios Hanseklinikum und seine Frau Antje, die die Windflüchter-Gala im vergangenen Jahr ins Leben gerufen haben. Sie waren übrigens auch der Hingucker des Abends. Sie im hellblauen, maßgeschneiderten Glitzerkleid, er mit hellblau glitzernder Fliege zum Smoking. „Die Diagnose Krebs ist weiterhin mit das Schlimmste, das einem passieren kann. Wir alle haben die Verantwortung, mehr für andere Menschen zu tun. Soziales Engagement ist der Kitt unserer Gesellschaft“, sagte Matthias Birth.

Genau 69 690 Euro Spenden kamen am Ende der Gala zusammen. Auch durch eine stille Auktion, bei der etwa ein handsigniertes Bild von Nelson Mandela versteigert wurde. Das Geld geht an die Stiftung „Betroffen“, die damit mehrere regionale Projekte unterstützt. Das ist zum einen der „Wünschewagen“ vom Arbeiter-Samariter-Bund MV, der Menschen am Ende ihres Lebens Herzenswünsche erfüllt. Zum anderen soll mit einer regionalen Kampagne für eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs geworben werden."Wir möchten, dass sich möglichst alle Kinder ab neun Jahren impfen lassen, und zwar nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen, wofür es gute Argumente gibt. Dazu braucht es mehr Aufklärung und Information, sowohl der Kinder und Jugendlichen, als auch deren Eltern“, sagte Matthias Birth.

Besonders nah ging der Abend dem Zingster Bürgermeister und CDU-Landratskandidat Andreas Kuhn, der mit seiner Frau Christiane gekommen war. Die Tochter der beiden war mit 15 Jahren schwer an Lungenkrebs erkrankt. „Das hat uns damals völlig unvorbereitet getroffen. Es war eine sehr schwere Zeit“, sagte Kuhn. Tochter Caroline überlebte. Sie ist mittlerweile 31 Jahre alt und hat eine Familie gegründet.

Hilfe für Krebspatienten

Prof. Matthias Birth gründete im Jahr 2014 die Stiftung „Betroffen“. Zweck ist die Unterstützung von Tumorpatienten und deren Angehörige in der Region Vorpommern-Rügen. Die Art der Zuwendungen umfasst jegliche Bereiche materieller als auch immaterieller Natur. Der Fokus liegt dabei auf der mit der Tumorerkrankung assoziierten Krankheits- und Alltagsbewältigung. Damit sind auch psychologische Hilfs- und Beratungsangebote für Menschen mit Krebs und deren Angehörige verbunden. Außerdem hat sich die Stiftung „Betroffen“ zum Ziel gesetzt, einen Härtefonds für Menschen einzurichten, die durch die Krankheit in eine finanzielle Notlage geraten sind.

Birth ist als Chefarzt der Fachabteilung für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie und Ärztlicher Direktor am Helios Hanseklinikum tätig. Er ist verheiratet mit Antje Birth – gemeinsam haben sie die Charity-Gala „Windflüchter“ initiiert.

Alexander Müller

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