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Großer Auftritt für Musikschüler am Sund

Stralsund Großer Auftritt für Musikschüler am Sund

240 Teilnehmer trafen sich zum Wettbewerb. Die Organisatoren erhielten viel Lob.

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80 junge Musiker aus MV beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“

G�nsehaut: Clara Franz aus Rostock zeigte eine unglaubliche B�hnenpr�senz.

Stralsund. Noch einmal die Augen schließen. Durchatmen. Die Finger auf den Saiten des Instruments. Und dann sind es all die Zuschauer, die bei dem Spiel von Clara Franz den Atem anhalten. Mit einer unglaublichen Präsenz spielt die 18-Jährige das Violoncello im neuen Saal der Musikschule.

Clara gehört zu den über 240 Mädchen und Jungen, die am Wochenende beim 22. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ teilnahmen. „Vor einem Auftritt bin ich immer aufgeregt“, verrät sie. „Aber wenn ich dann auf der Bühne bin, ist alles verflogen, dann kann ich mich ja an der Musik festhalten“, so die Musikgymnasiastin.

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Ich bin stolz, dass mein Sohn sich bis zum Landeswett- bewerb spielte. Vor seinem Auftritt war ich unglaublich aufgeregt, aber er hat alles gut gemeistert.“ Britt Grüschow (40), Mutter eines Teilnehmers aus Neubrandenburg

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Seit Oktober hat sich die Rostockerin auf den Wettbewerb vorbereitet, und das zahlt sich aus. Mit der Höchstpunktzahl von 25 ist Clara weiter zum Bundeswettbewerb delegiert.

Die jungen Musiker, die sich über die vier Regionalwettbewerbe für den Landesausscheid qualifizierten, üben seit Monaten für eine möglichst gute Vorstellung in der Hansestadt. Sozusagen wie ein roter Faden ziehen sich die leuchtend roten Banner vor den verschiedenen Spielstätten durch Stralsund, das zum dritten Mal Ausrichter des Musikwettstreits ist.

„Es ist einfach toll, was die vielen Organisatoren und Helfer vor Ort um Musikschuldirektor Wolfgang Spitz auf die Beine gestellt haben. Der Dank geht auch an die Hansestadt“, ist Katharina Dohse-Rietzke, Projektleiterin von „Jugend musiziert“ begeistert.

Das bestätigt auch Bernd-Ulrich Krebs vom Landesmusikrat. „Nicht nur die Spielstätten sind perfekt, sondern auch die Bedingungen rundherum.“ „Alle Spielorte sind schnell zu erreichen“, freut sich Christian Heuschkel. Nach dem Spiel seines Schülers Robert Weber mit dem Bariton-Horn im Löwenschen Saal schaut sich der Klinker auch andere Auftritte an.

Für Robert selbst ist es anstrengend, denn wie seine Partnerin Lena Beckmann, die ihn am Klavier begleitete, ist er gesundheitlich angeschlagen. „Ich glaube, als Lehrer bin ich viel aufgeregter als mein Schüler“, so Heuschkel. „Weil man so machtlos ist und nicht eingreifen kann.“ Am Ende ist er mit seinem Schützling zufrieden.

Nur ein paar Straßen weiter läuft Kathrin Kuhn nervös im STiCer-Jugendtheater hin- und her, während ihre Tochter Hanna entspannt auf ihren Auftritt wartet. Und ganz nach einer Liedzeile von Rosenstolz, die die 14-Jährige interpretiert, zieht die Neubrandenburgerin vor der Jury souverän „ihre Show“ ab, singt zwei gefühlvolle englischsprachige Balladen, zwei schnellere deutsche Songs und ein eigenes Lied. Mit ihrer Gesangslehrerin Regina Thauer hat Hanna vorher gestöbert, was passen könnte. Beim eigenen Song ist sie mutig und spricht in der letzten Textzeile mit einem Augenzwinkern die Jury persönlich an.

„Mama ist immer viel aufgeregter als ich“, meint Hanna. Ihr hat das einmal mehr Spaß gemacht und sie erklärt: „Ich nehme bereits zum vierten Mal am Landeswettbewerb teil. Das Wichtigste bleibt: mir macht Musik einfach Freude.“

Abschlusskonzerte im Theater
An den Start beim 22. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Stralsund gingen etwa 240 Mädchen und Jungen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern.

53 Juroren vergaben in den 148 Wertungen ihre Punkte. Bereits am Sonnabend erhielten 46 von ihnen eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb, zuzüglich derer, die am gestrigen Spieltag hinzukamen. Beim letzten Landeswettbewerb waren es 59.

Der Bundes-Wettstreit findet im Mai in Fürth, Erlangen und Nürnberg statt.

Am Sonnabend und Sonntag gab es am Abend die großen Abschlussveranstaltungen im Theater Vorpommern. Musiker, die im Tagesverlauf durch ihre guten Leistungen auffielen, traten noch einmal vor Publikum auf.

30 junge Musiker aus der Hansestadt Stralsund gingen ins Rennen. Bereits am Sonnabend konnten fünf erste Plätze an sie vergeben werden. Wegen der Altersbeschränkung werden aber nur drei von ihnen zum Bundeswettbewerb fahren.

Nach der Geige kam die Bratsche
Wackelige Knie, zitternde Hände, pochendes Herz… Aber von all dem bekommt der Zuschauer in der Aula des Hansa-Gymnasiums nichts mit. „Hart antrainiert“, sagt Henrike Schmidt mit einem Lachen. Die 16-Jährige nahm am 22. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ teil und stand mit ihrer Bratsche vor einer Jury.

Mit sechs Jahren fing die Stralsunderin an, Geige zu spielen. Vor fünf Jahren machte ihr Lehrer Mirko Albrecht, der sie von Anfang an begleitete, den Vorschlag, auf die Bratsche umzusteigen. „Das Instrument ist etwas größer als die Geige, der Bogen ein bisschen schwerer. Besser geeignet für größere, kräftigere Hände“, erklärt die Jona-Schülerin.

Seit einem Jahr, mit der Vorbereitung auf den Regionalwettbewerb, probte Henrike für den Auftritt auf Landesebene. „Ich bin schon erleichtert, dass es jetzt vorbei ist, weil ich seit Tagen aufgeregt war“, gesteht die Zehntklässlerin. Musik, das ist für sie vor allem ein schönes Hobby. „Ich gehe einmal in der Woche zum Unterricht in die Musikschule und spiele auch im dortigen Kammerorchester.“

Außerdem ist sie Mitglied im Landesjugendorchester. „Zu meinem Beruf will ich die Musik zwar nicht machen, aber ich hoffe, dass ich so lange wie möglich im Orchester bleiben kann.“

Dass die Musik trotz allem einen wesentlichen Teil in ihrem Leben einnimmt, zeigt die Tatsache, dass Henrike zusätzlich mit Freunden nebenbei in einem Quintett spielt. „Wir haben zwei Geigen, eine Bratsche, ein Cello und einen Kontrabass.“ Im Sommer machen die fünf jungen Leute Straßenmusik.

Woher ihr musikalisches Talent komme? „Papa spielt Klavier, und meine Geschwister haben auch mal ein Instrument gelernt“,erzählt sie. Doch so intensiv musiziere eigentlich nur sie.

„Jeder hat doch irgendein Hobby, und meines ist das Bratsche-Spiel“, meint sie schulterzuckend. Nach dem Wettbewerb freut sie sich erst einmal auf eine Ruhephase: „Musikmachen, einfach nur so zum Spaß.“    

mwe Miriam Weber

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