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Grüne Refugien zwischen Baudenkmälern

Stralsund Grüne Refugien zwischen Baudenkmälern

Die Gartenhistorikerin Angela Pfennig führt Interessenten durch die Stralsunder Altstadt und entdeckt mit ihnen idyllische Flecken.

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Blick in den Garten der Familie Werner in der Mönchstraße.

Quelle: Bernd Hinkeldey

Stralsund. Der Unterschied ist stets aufs Neue überraschend. Nur wenige Schritte außerhalb der Altstadtstraßen bleiben Verkehrslärm und Hektik weitgehend zurück. Die relative Stille gibt Raum für ungestörte Betrachtungen grüner Refugien zwischen Altstadthäusern und Baudenkmälern.

Auf ihren Führungen durch die Altstadtgärten macht Angela Pfennig gerne auf diesen Kontrast aufmerksam und öffnet den Teilnehmern die Augen für den Wert von Straßenbäumen, Grünanlagen und blühenden Hinterhöfen. Ihr Angebot, die Altstadt mal aus ganz anderen Blickwinkeln zu betrachten, fand eine große Resonanz.

Über 40 einheimische und auswärtige Interessenten folgten ihren Wegen und Ausführungen. Diese begannen im Johanniskloster, wo die Stralsunder Gartenhistorikerin anhand einer schwedischen Matrikelkarte aus dem frühen 18 Jahrhundert brache Grünflächen und private Obst- wie Kräutergärten aufzeigen konnte.

„Damals waren Bäume im Stadtbild selten“, verweist sie auf den ständigen Wandel, dem die Begrünung der Altstadt im Verlauf der Geschichte unterliegt. An vielerlei Stationen konnte sie anhand des reichen Bildmaterials in ihrem Buch „Backstein und Grün“ ebenso belegen, wie große Bäume das Stadtbild prägen können.

Deren Verlust — nicht selten für nackte Parkflächen — geht oft einher mit einer Verarmung an Atmosphäre, Ästhetik und Aufenthaltsqualität. Aktuell deutlich wird dies auch im Hofbereich der Bechermacherstraße, obwohl die dortigen Baumaßnahmen noch nicht die zukünftige Grüngestaltung preisgeben. Nutzen und Wirkung der einstigen großen, alten Hofkastanie werden dennoch kaum zu ersetzen sein.

Vom Innenhof an der Musikschule mit dem grandiosen Blick auf St. Nikolai gelangte die Führung zur Grünfläche am Umweltamt. Dort zeigt das kleine Wäldchen von Felsenbirnen ein beispielhaftes Bild für gelungene Stadtbegrünung. Bänke, Spielplatz und eine temporäre Wasserstelle werden nicht umsonst gerne und vielfältig genutzt.

Auf dem Weg zu den privaten Innenhöfen in der Mönchstraße blieb der Blick dann leider auf den rund hundert Jahre alten Birnenbaum im Hinterhof der Stadtbibliothek verwehrt. Ein Bewunderer des stolzen Baumes war der viel zu früh verstorbene Leiter der Bibliothek Michael Gawenda. Ein ebenfalls markanter Blickfang bot sich dann im Bereich der Neuen Höfe. „Eine mächtige Kastanie, die alle Hausdächer überragt, lässt sich sogar von See aus als deutliche Landmarke erkennen“, erklärte Angela Pfennig.

Im Hofgarten der Familie Werner in der Mönchstraße 12 fanden die Teilnehmer der Führung darauf reichlich Gelegenheit sich über Gärten, Pflanzen und Obstbäume auszutauschen. „Es ist sehr interessant, die Altstadt nicht nur als Stein auf Stein zu erleben, sondern auch mal Blicke auf verstecktes Grün zu bekommen“, ließ sich nicht nur die Stralsunderin Elisabeth Honnef von der Führung begeistern.

„Es ist sehr interessant, die Altstadt nicht nur als Stein auf Stein zu erleben, sondern auch mal Blicke auf verstecktes Grün zu bekommen.“Elisabeth Honnef, aus Stralsund, Teilnehmerin an der Führung

 

Bernd Hinkeldey

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