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Grünhufe: Frust über Müll und Dreck

Stralsund Grünhufe: Frust über Müll und Dreck

Rundgang mit Stadtteilkoordinatorin und Anwohnern deckt Missstände auf

Stralsund. Leere Schnapsflaschen im Gebüsch vor der Kita, Gehwege mit gebrochenen Betonplatten als Stolperfallen, Sperrmüllberge, die vor sich hinwachsen, weil sie keiner zur Abholung angemeldet hat. Es gibt einiges Unansehnliches, über das sich Bewohner Grünhufes ärgern. Stadtteilkoordinatorin Verena Schmidt will versuchen, Abhilfe zu schaffen. Etwa mit einer Ortsbegehung wie Dienstagnachmittag. Fünf Interessenten versammelten sich am Treffpunkt. Drei Frauen und zwei Männer machten sich gemeinsam mit der Sozialarbeiterin auf den Rundgang.

 

OZ-Bild
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„Wichtig ist, dass die Grünhufer aktiv mit einbezogen werden, wenn es um die Entwicklung ihres Stadtteils geht.Verena Schmidt Stadtteilkoordinatorin

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Aufwerten

Soziale Stadt ist ein Förderprogramm, das seit 1999 bundesweit unterentwickelte Stadtteile aufwertet.

Grünhufes Entwicklung wird seit 2003 gefördert.

Verwirklicht wurden u. a. solche gesellschaftlichen Projekte wie das Stadtteilfest und der Weihnachtsmarkt, aber auch der Skater- und Fitnessparcours samt Stadtteilpark.

Die Gruppe erreicht den Fußweg, der hinter der Lindenallee zum Montessori Kinderhaus führt. „Wenn es regnet, dann kommen die Lütten und ihre Eltern nicht nur mit nassen, sondern auch matschigen Schuhen morgens zu uns“, sagt Elke Reimann, die Verwaltungsleiterin der Kita. Sie weiß, der Weg war einmal sandgeschlämmt angelegt worden. Er hat seine besten Zeiten gesehen. Die Stadtteilkoordinatorin zückt ein Notizbuch und sagt: „Ich nehm' das mal mit.“

Ein Büchlein hat auch Ramona Schuldt dabei. Sie wohnt seit einem Dreivierteljahr in Grünhufe, zog aus Berlin hierher. Nun will sie loswerden, was ihr in der Zeit so aufgefallen ist. „Egal, ob ich aus meiner Wohnung nach vorne oder hinten aus dem Fenster schaue, es wächst viel Grün hier“, sagt die gelernte Optikerin. Das Grün liegt ihr am Herzen, gab es doch den Ausschlag, genau an diese Stelle im Stadtteil zu ziehen. Nach einem Blick in ihr Büchlein fragt Ramona Schuldt: „Muss eigentlich der Rasen so oft gemäht werden? Kaum sind die Blumen aufgeblüht, sind sie auch schon wieder abgemäht.“ Bienen, Hummeln und Schmetterlinge hätten so keine Chance bei der Nahrungssuche. Ihr Vorschlag: „Nur Teile der Flächen rund um Spielplätze und Sitzflächen mähen und den Rest der Natur überlassen.“ Zweifel werden in der Runde laut. Dann würden die Leute denken, hier hätte jemand seine Arbeit nicht richtig gemacht, sagt ein Bürger. Auch dafür hat die Naturfreundin einen Vorschlag.

„Man könnte mit einem Schild erklären, warum das so ist.“

Gudrun Kian hat sich mit auf den Weg gemacht, weil sie über die Grünhufer und ihr Verständnis von Hundeliebe reden wollte. „Ich möchte schon, dass es nach dem Gassigehen etwas sauberer aussieht.“ Ein Problem, das permanent aktuell ist. Thomas Nitz, Koordinator im Nachbarschaftszentrum, weiß aber: „Wir hatten da schon mal etwas mehr Ordnung.“ Er erinnert an die Zeit, als Ordnungsamt und Polizei gemeinsam Streife in Grünhufe gelaufen sind.

Am Trimm-Dich-Platz im Wohngebietspark spricht eine Passantin die Gruppe an. Ihr Problem: Die Beutel mit dem Hundekot liegen im Sommer zu lange in den Papierkörben und verpesten die Luft. Verena Schmidt notiert auch dies und seufzt: „Jetzt haben wir hier gewissermaßen das Gegenteil. Ordentlich entsorgte Hundetüten können auch zum Problem werden.“

Die Stadtteilkoordination will alles bei den zuständigen Stellen vortragen: Bei Wohnungsunternehmen, der Stadtverwaltung und der Polizei. Außerdem wird im Stadtteilbeirat über die Probleme gesprochen. Verena Schmidt ist dabei wichtig, dass die Einwohner stets mit einbezogen werden, wenn es um ihren Stadtteil geht.

Jörg Mattern

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