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Stralsund Hafengäng pfeift aufs Alter und schwört aufs Singen
Vorpommern Stralsund Hafengäng pfeift aufs Alter und schwört aufs Singen
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00:00 06.03.2013
Seit sieben Jahren singen sie und stehen gemeinsam auf der Bühne — die Mitglieder der Prohner Hafengäng. Sie kennen keine Langeweile und gestehen gern, dass ihre Frauen ihre besten und liebsten Fans sind. Quelle: privat
Prohn

So will sich Chormitglied Klaus Ninow mit dem „Demografie-Schock“ nicht recht anfreunden. „Wir sind 26 Sänger, hatten im letzten Jahr 45 Auftritte im öffentlichen und im privaten Bereich. Wir sind alle irgendwo aktiv und haben mit Sicherheit keine Langeweile“, möchte der Stralsunder doch betonen, dass man keinesfalls zum alten Eisen gehöre. Seit einem Jahr verstärkt er die Reihen des Shantychores, der vor sieben Jahren gegründet wurde.

In den Wintermonaten proben die Herren im Prohner Sportforum. Ab Mai geht es wieder hinaus an den Damitzer Hafen in den Vereinsraum. Hier so direkt am Wasser, mit Blick auf das Boddengewässer, da kommt noch mehr maritimes Flair auf.

Chorleiter und Sänger Hans Löbnitz trifft sich einmal wöchentlich mit den Musikfreunden. Vor anspruchsvollen Auftritten stehen auch zwei Wochenproben an. Seit drei Jahren gehört auch Akkordeonist Klaus Falk dazu. Er textet und komponiert speziell für den Shantychor. „Die reinen Männerchöre sind sehr rar gesät. Das zeichnet uns aus. Meistens sind es gemischte Chöre, die auftreten“, sagt Peter Messing und ergänzt: „Das Singen ist schon fast wie eine Sucht.“ Der Prohner Bürgermeister und Amtsvorsteher ist Gründungsmitglied und singt zudem im Prohner Volksliederchor. In seiner Freizeit schwingt er sich aufs Fahrrad, genießt Saunagänge und hält seinen Garten in Ordnung. Überhaupt findet er, dass Prohn eine Kulturhochburg ist. Neben den Chören gibt es auch ein Blasorchester. Chöre und Orchester sind längst über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

„Singen bringt Lebensfreude, verbreitet Spaß und hält auch den Geist fit. Die Texte zu unseren Auftritten rufen wir aus dem Gedächtnis auf und lesen sie nicht von Gesangsblättern ab“, wirft Dr. Hans Lang ein. Der Tierarzt singt ebenfalls im Volkslied-Ensemble, ist Shantychormitglied und überhaupt gesellschaftlich aktiv. Wöchentlich besucht er die Senioren in der DRK-Wohnanlage, um mit ihnen gemeinsam Lieder zu singen. Seit 30 Jahren ist er ein Freund des Saunierens, und seit 12 Jahren wandert er jeden Morgen mit dem Hund um den Prohner Stausee.

Mit Wassergymnastik 50 plus und durch Saunagänge hält sich auch Rainer Scheffler fit. „Sauna hält den Körper und das das Singen den Geist fit“, so der 67-Jährige. Er ist in seiner Freizeit auch noch als Gästeführer und Reiseleiter unterwegs. Von Langeweile ist da keine Spur. Der Shantychor bekommt immer wieder Zuwachs. Erstmals bei den Proben dabei war bei diesem Donnerstagstreff Richard Schäfer. „Für mich war der Auftritt des Shantychores im letzten Jahr beim Geburtstag des Marinemuseums der letzte Anstoß, hier mitzumachen. Mit dem Gedanken gespielt hatte ich schon länger. Singen gehört einfach zum Leben dazu“, sagt der 64-Jährige.

Auch in diesem Jahr ist der Terminkalender des Shantychores voll. Dabei geht es auch bis auf die Insel Poel. „Unsere größten Fans sind natürlich unsere Frauen. Sie reisen mit und unterstützen uns“, so Rainer Scheffler. Nicht nur zum Singen treffen sich die Herren zwischen 55 und 81 Jahren. Es gibt gemeinsame Feierlichkeiten, Frühschoppen, Reisen zu Shantychortreffen...

„Der Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad des Prohner Shantychores ist gestiegen. Wenn aber noch ein Sänger mitmachen möchte, ist er natürlich gern gesehen“, sagt Sänger Peter Wellnitz. Und wie bei den anderen Sangeskollegen ist die Musik nicht das einzige Hobby. „Ich halte mich durch das Radfahren und die Gartenarbeit fit.“

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