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Stralsund „Hanning, mach‘s gut - wir werden dich nicht vergessen!“
Vorpommern Stralsund „Hanning, mach‘s gut - wir werden dich nicht vergessen!“
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00:00 09.05.2016
In der Marienkirche nahmen am Sonnabend zahlreiche Trauergäste Abschied vom ehemaligen Senator Hans- Jörg Vellguth (SPD). Quelle: Christian Rödel

Zum letzten Geleit für den mit 73 Jahren verstorbenen ehemaligen Senator Hans-Jörg Vellguth (SPD) fand sich am vergangenen Sonnabendvormittag eine sehr große Zahl an Trauergästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur in der Marienkirche ein.

Zahlreiche Trauergäste verabschiedeten sich am Sonnabend in St. Marien von dem ehemaligen Senator Hans-Jörg Vellguth (SPD), der mit 73 Jahren verstorben ist

Als zweiter Mann hinter dem ehemaligen Oberbürgermeister Harald Lastovka (CDU) bestimmte „Hanning“, wie er kumpelhaft von vertrauten Kollegen, Parteigenossen und Freunden bezeichnet wurde, nach der politischen Wende maßgeblich die Geschicke der Hansestadt bis zu seiner offiziellen Verabschiedung im Jahre 2007.

„Wie einen Befreiungsschlag hat Hans-Jörg Vellguth den Herbst 1989 erlebt, er, der zuvor nie in einer Partei war und keine Spitzeldienste für die Staatssicherheit geleistet hat, wurde wenig später ein Vollblut-Politiker“, sagte Pastor Christoph Lehnert, der seit seinem Dienstantritt vor einem Vierteljahrhundert einen engen freundschaftlichen Kontakt zu Hanning Vellguth und seiner Familie pflegte.

Lehnert war es auch, der den Eheleuten seelsorgerischen Beistand in schwersten Stunden leistete, etwa als der älteste Sohn von Familie Vellguth mit gerade einmal 39 Jahren ins Wachkoma fiel und nach einem Jahrzehnt in diesem Zustand mit 49 Jahren verstarb.

Als geradliniger, kraftvoller, nicht immer kompromissbereiter Kämpfer, der manchmal auch sehr laut polternd über das Ziel hinaus geschossen ist und dennoch viel für die Hansestadt erreicht hat, wurde der Verstorbene kurz vor dem Trauergottesdienst von einem Weggefährten, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, bezeichnet.

Von seinen politischen Gegnern wurde er gar als „Don Krawallo“ tituliert, doch genau diesen ungestümen Wesenszug muss Pastor Lehnert gemeint haben, als er sagte: „Hanning hat auch manche Leute mit Worten verletzt, aber ich weiß, dass es ihm, wenn das Licht aus war, im Nachhinein leid tat.“ Hinter der rauen Schale steckte ein Kerl mit einem großen, gütigen Herzen, der seine beiden Enkelkinder im fernen Salzburg, wo der jüngere Sohn mit seiner Familie lebt, über alles liebte.

In einer sehr persönlichen Rede ließ Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) noch einmal seine beruflichen und privaten Begegnungen mit Hans-Jörg Vellguth eindrucksvoll Revue passieren. Sein Name sei nicht nur mit der Regionalen Wasser- und Abwassergesellschaft (Rewa) verbunden, wo Vellguth unter anderem als kaufmännischer Geschäftsführer tätig war, sondern auch mit dem Stralsunder Handballverein (SHV). Unter Vellguths Präsidentschaft hatte der Verein immerhin seine beste Zeit in der Bundesliga erlebt. Seine Würdigung beendete der OB mit den Worten: „Hanning, mach‘s gut, wir werden dich nicht vergessen".

Von Christian Rödel

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