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Stralsund Hauch von Woodstock in der Kulturschmiede
Vorpommern Stralsund Hauch von Woodstock in der Kulturschmiede
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00:00 24.03.2014
Rainer Rohloff (l.) und Thomas Rühmann in Aktion. Quelle: Bernd Hinkeldey
Stralsund

Also, für überzeugte Neil-Young-Fans und Rock-Liebhaber vorweg, am Freitagabend gab es in der Kulturschmiede kein Rockkonzert im üblichen Sinne. Neil Young und sein ebenso magischer wie rebellischer Country-Folk-Rock waren zu dieser Zeit weit weg. Und der Live-Club verwandelte sich beim Auftritt von Thomas Rühmann und Rainer Rohloff eher in einen Theatersaal. Bestuhlt und ohne das hitzige Fieber sonstiger Live-Events.

Nicht, dass das Publikum unzufrieden gewesen wäre. Diejenigen, die vor allem wegen TV-Star und Schauspieler Rühmann in die Schmiede fanden, kamen voll auf ihre Kosten. Sie erlebten eine dramatische, mitreißende Performance zwischen Lesung, Selbstdarstellung und guter Musik. Insbesondere, wenn Rainer Rohloff höchst authentisch Youngs bizarre Gitarren-Riffs hervorzauberte oder mit klassischen wie spanischen Variationen Tiefe und Gehalt der Musik des kanadische Rockpoeten aufzeigte, schwebte sogar ein Hauch Woodstock durch den Saal.

Fesselnd und ansteckend im positiven Sinne war zudem die Inszenierung der literarischen Hommage an Neil Young. „Das Buch der durch Neil Young getöteten“ von Navid Kermani wird nun sicher weitere Leser finden. Dennoch gab es von mancher Seite einige „Aber“ zu diesem Kunst-Experiment. Bisweilen geriet der Rhythmus-Wechsel zwischen Songs und Lesung etwas langatmig, was an aufkommender Unruhe im Publikum abzulesen war. Gewöhnungsbedürftig, aber durchaus legitim, ist die deutsche Vertonung bekannter Neil-Young-Songs. Wenn man damit leben kann. Vielleicht haben es ja viele Zuhörer wie Markus Reimann empfunden, der zur Bühnenshow meinte: „Hochprofessionell und die eigenen Interpretationen der Songs sind äußerst spannend“. Wenn man das Programm dagegen bisweilen als „akademisch kühl“

empfand, dann lässt sich das mit dem Altersstarrsinn eines Zeitgenossen Neil Youngs entschuldigen. Wer damit aufgewachsen ist, kommt vom Original eben nicht mehr los.

Bernd Hinkeldey



OZ

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