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Heerscharen pilgerten zur Schlacht am Sund

Stralsund Heerscharen pilgerten zur Schlacht am Sund

Die Landung der kaiserlichen Truppen war ein Publikumsmagnet der Wallensteintage / Organisatoren zählten zehntausende Besucher

Stralsund. Ein roher Wüstling muss dieser Albrecht Graf von Wallenstein gewesen sein, denn er wollte nicht nur den erwachsenen Stralsundern den Garaus machen, sondern zusätzlich auch noch die ungeborenen Kinder in den Leibern ihrer schwangeren Mütter töten.

Wie grausam und blutrünstig es in den Wirren des 30-jährigen Krieges im Kampf um die stolze und reiche Hansestadt Stralsund zuging, wurde am Wochenende auf sehr authentische Weise noch einmal deutlich. Die Organisatoren eines der größten Volksfeste in Norddeutschland rechneten von Freitag- bis gestern Abend mit zehntausenden Besuchern. Den vielen Schaulustigen wurde vor Augen geführt und vor allem lautstark zu Gehör gebracht, wie es vor knapp 400 Jahren rund um die schönste „Perle der Hanse“ zuging.

Vergeblich hatte sich der erfolgsverwöhnte, aus Böhmen stammende Feldherr vom 13. Mai bis zum 21. Juli 1628 an Stralsund die Zähne ausgebissen. Jedoch konnte die Stralsunder Bevölkerung die Angriffe der kaiserlichen Truppen nur durch die Hilfe der Schweden und Dänen erfolgreich abwehren. Der politische Preis dafür war hoch. Stralsund kam wenig später unter schwedische Herrschaft, die bis zum Wiener Kongress im Jahre 1815 anhalten sollte.

Den Stralsundern und ihren Gästen wurde in diesem Jahr besonders viel geboten und dank des Kaiserwetters machten sie davon regen Gebrauch. Die Anlandung der kaiserlichen Truppen über den Strelasund wurde in diesem Jahr erfreulicherweise wieder mit in das Programm der Wallensteintage aufgenommen. Die Resonanz war enorm. Am Samstagnachmittag pilgerten ganze Heerscharen Schaulustiger zur Sundpromenade, wo auf Höhe des Thälmann-Denkmals das Schlachtenspektakel seinen Lauf nahm.

Mit Kanonendonner und Schüssen aus qualmenden Musketen bereiteten die Stralsunder und ihre Verbündeten den Angreifern einen Empfang, der es in sich hatte. Obwohl kaiserliche Soldaten das Sundufer erreichten, hatten sie keine Chance, auf dem Festland auszuschwärmen. Den Lanzen und Schwertern der tapferen Verteidiger konnten sie nicht viel entgegen setzen: Der Angriff endete für Wallenstein und seine Truppen im Fiasko! Hohn und Spott waren den geschlagenen Angreifern sicher.

• www.ostsee-zeitung.de/video

Christian Rödel

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Traditionell nahm am Festumzug zu den Wallensteintagen  auch Oberbürgermeister Alexander Badrow mit seiner Familie in einer Kutsche teil.

Über 500 Teilnehmer waren in Stralsund beim traditionellen Festumzug der Wallensteintage dabei.

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