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Stralsund Heftige Kritik an Stralsunds Angler-Spektakel: Peta fordert Absage
Vorpommern Stralsund Heftige Kritik an Stralsunds Angler-Spektakel: Peta fordert Absage
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14:46 06.02.2019
Der Schauspieler Fritz Wepper ist eines der prominenten Gesichter, mit denen der Veranstalter der Angler-Show wirbt. Quelle: Royal Fishing Kinderhilfe
Stralsund

Der Verein Peta fordert von der Stadt Stralsund die Absage der Fishing Masters, die im Juni erstmals auf der Hafeninsel stattfinden sollen. Die mehrtägige Veranstaltung soll Angler und Schaulustige aus dem ganzen Land in die Stadt locken. Peta droht nun mit Strafanzeigen gegen Programmpunkte, die aus Sicht der Gruppe gegen das Tierschutzgesetz verstoßen könnten.

Organisator Siegfried Götze hatte erst vor wenigen Wochen bekannt gegeben, dass erstmals Stralsund als Veranstaltungsort für die Fachmesse mit Show-Programm ausgewählt wurde. Er rechnet nach eigenen Angaben mit mehr als Zehntausend Besuchern bei den Fishing Masters. In einer Erklärung im Internet kritisiert die Organisation Peta das Veranstaltungskonzept heftig. Die Fishing Masters würden den brutalen Umgang mit Tieren bewerben. „Angeln ist ein grausames Hobby, denn genau wie Hunde, Katzen und andere Tiere können auch Fische Schmerzen empfinden“, so die Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, die für den Verein als Fachreferentin arbeitet.

Kritiker stehen ziemlich allein da

Die Erklärung, die seit Wochenbeginn im Internet kursiert, bezieht sich zwar konkret auf die Veranstaltung in Stralsund, ist aber letztlich aus Textbausteinen zusammengesetzt, die regelmäßig für den Protest gegen Angler und entsprechende Veranstaltungen eingesetzt werden. Der Verein hat nach eigenen Angaben in Deutschland mehr als eine Million Unterstützer und fordert seit Jahren ein generelles Verbot von Jagd und Fischerei. Peta hatte im vergangenen Jahr auch den Rostocker Rapper Marteria angezeigt, der zahlte daraufhin eine Geldstrafe.

PETA stellt den gemeinnützigen Aspekt der Fishing Masters in Stralsund in Abrede. Im Rahmen der Veranstaltung sollen Spenden gesammelt werden um Heimkindern eine Angel-Ausbildung und entsprechende Fahrten zu ermöglichen. Dabei verfolge man ausdrücklich das Ziel, den Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu bringen, so Götze.

Peta: Junge Menschen werden zu Gewalttätern

Peta-Mitarbeiterin Breining wiederum behauptet, durch solche Programme könne „der Grundstein gelegt werden, dass sich junge Menschen zu Gewalttätern entwickeln“. Vorwürfe dieser Art würde man beim Landesanglerverband am liebsten gar nicht kommentieren. „Angeln ist ein Jahrtausende altes Kulturgut und gesetzesgetreu waid- und hegegerecht durchgeführt wissenschaftlich erwiesen die schonendste Art des Fischfangs“, so Pressesprecherin Claudia Thürmer.

Auch beim Naturschutzbund (Nabu) in Mecklenburg-Vorpommern sieht man die Sache deutlich differenzierter. „Es gibt bei uns Mitglieder, die das Angeln generell kritisch sehen, aber das ist eine Minderheit“, erläutert Dr. Helmut Winkler, der die Fachgruppe für Amphibien und Fische im Nabu-Landesverband leitet. Gegen Angler, die ihren Fang auch einer sinnvollen Verwendung zuführen, sei nichts zu sagen. „Bauchschmerzen habe ich, wenn Fische zu Wettkampfzwecken gefangen werden. Wenn es am Ende nur um einen Pokal geht und der Fisch im Abfall landet oder an die Katze verfüttert wird“, erläutert er.

Stadt plant fest mit der Veranstaltung

Peta erklärte auf Nachfrage, dass man sich am Dienstag schriftlich an das zuständige Veterinäramt gewandt habe. „Wir haben darum gebeten, die Veranstaltung nicht zu genehmigen und darauf hingewiesen, dass Wettangelveranstaltungen, das sogenannte Catch & Release und das Angeln ohne Fischereischein nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind“, erläutert sie. Das Veranstaltungsprogramm lege nahe, dass es genau zu solchen Vorgängen kommen könne.

Der Veranstalter weist diese Vorwürfe deutlich zurück. „Es wird keinerlei Wettkämpfe geben. Im Vordergrund steht die Demonstration von Angeltechniken und die Zubereitung. Jeder Fisch, der im Rahmen der Veranstaltung gefangen wird, dient am Ende dem Verzehr durch Menschen“, betont Götze. „Dem Verein geht es doch nur um maximale Aufmerksamkeit“, glaubt er.

Bei der Stadt Stralsund zeigte man sich am Dienstag überrascht von dem Protest. Man habe davon auch zuerst über Dritte erfahren, so Pressesprecher Peter Koslik. Bis zum Dienstagnachmittag sei kein Schreiben von Peta bei der Stadt eingegangen. Die Veranstaltung sei fest eingeplant und man betrachte die Hafeninsel auch als geeigneten Ort dafür. Ein entsprechender Antrag auf Sondernutzung des Areals liege vor und werde derzeit bearbeitet.

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