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Stralsund Hilfe für Eltern mit schwerkranken Kindern
Vorpommern Stralsund Hilfe für Eltern mit schwerkranken Kindern
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09:49 03.12.2018
Die siebenjährige Gwendolyne hat Neurodermitis. Dana Morawski von den Strelakids hat ihr erklärt, wie man die Stellen richtig eincremt. Papa Alexander schaut dabei zu. Quelle: Jörg Mattern
Stralsund

Die Geburt ihrer zweiten Tochter veränderte vor eineinhalb Jahren das Leben für Anne-Kathrin Liefländer und ihre Familie gründlich. „Die Kleine kam mit einem sehr seltenen Gendefekt auf die Welt und ist seither in ihrer Entwicklung beeinträchtigt, sagt die Mutter. Das Mädchen kann sich nicht altersgerecht bewegen, sich nicht drehen oder alleine sitzen. Dazu kommt eine chronische Bronchitis mit allem Symptomen, die diese Krankheit mit sich bringt. „Das belastet das Kind ebenso sehr wie uns. Die Erkenntnis, dass unser Kind schwer krank ist, ließ für uns eine Welt zusammenbrechen“, sagt die Sozialpädagogin. „Die damit verbundenen Ängste ließen uns zunächst in ein tiefes Loch fallen. Wir suchten nach dem roten Faden, der uns da wieder herausführen sollte.“

Auf der Suche nach Unterstützung wurde Anne Kathrin Liefländer auf den Stralsunder Verein Strelakids aufmerksam gemacht. Ein Anruf bei Vereinschefin Dana Morawski brachte Hilfe und damit neue Hoffnung in die Familie.

Dana kam sofort zu uns nach Hause. Als Kinderkrankenschwester und selbst betroffene Mutter mit einem schwerkranken Kind hatte sie sofort Verständnis für unsere Lage.“ Die Familie bekam nicht nur Adressen, wo sie weiterführende Hilfen für ihre Tochter beantragen konnte. Dana Morawski war gewissermaßen abrufbereit, wenn sich der gesundheitliche Zustand des Kindes verschlechterte. Kontakt wurde sogar online über das Netzwerk Whats App aufrecht erhalten, wenn Fragen auftraten, auf die Anne-Kathrin Liefländer eine Antwort suchte. Heute weiß sie: „Diese Unterstützung hätte ich so von keinem Arzt bekommen.“ Liefländers hatten den roten Faden in die Hand bekommen, nachdem sie verzweifelt gesucht hatten.

Lotse für Familien

Genau das ist es, was sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hat. „Wir verstehen uns als Ansprechpartner und Lotsen für Familien mit chronisch kranken oder gehandicapten Kindern und Jugendlichen, denen wir weiterführende Hilfen, vermitteln können“, sagt Dana Morawski. „Wir gehen mit unserer Arbeit im ambulanten Bereich für betroffene Familien über den Rahmen der kinderärztlichen Versorgung hinaus.“

Der 2011 gegründete Verein hat 2016 ein Beratungs- und Schulungszentrum eröffnet und mit einem Umzug nach Knöchelsöhren 19 im September um das „Kleine FAMILIENtherapieZENTRUM“ erweitert. In der Zeit seines Bestehens hat der Verein seine Hilfeangebote stetig weiter ausgebaut. Seither werden Familien durch Krankheitsschübe der Kinder etwa bei Neurodermitis begleitet, angeleitet und im Umgang mit der Erkrankung geschult. Ebenso wird pädagogisches und pflegerisches Personal im Umgang mit chronischen Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen fortgebildet.

Schulung für richtigen Umgang mit der Krankheit

Für Alexander Günther, seine Lebensgefährtin und die beiden Kinder kam diese Hilfe gerade zur rechten Zeit. Der Junge und das Mädchen litten unter Neurodermitis. „Wir waren mit unseren Kindern bei unterschiedlichen Ärzten und jeder hatte eine andere Behandlung empfohlen.“ Bei den Strelakids bot uns Dana Morawski eine Unterstützung an, die uns als Eltern mit ins Boot nahm“, sagt Alexander Günther. Beide besuchten eine ambulante Schulung über den Umgang mit Neurodermitis bei Kindern. „In verschiedenen Kurseinheiten wurden Themen wie Ernährung, Behandlung- und Therapiemethoden und zu verschiedenen Hautstadien die passenden Cremes besprochen“, sagt der Vater. Beiden Kindern ging es nach der Umsetzung des erlernten besser. „Seit drei Jahren sind die Symptome verschwunden, hat sich die Lebensqualität unserer Kinder erheblich verbessert“, sagt Günther und betont: Wir haben dank der Schulungen unseren Weg im Umgang mit der Neurodermitis gefunden.“ Kinderkrankenschwester war und ist für Dana Morawski nicht nur der Beruf, den sie unbedingt ergreifen wollte. Es ist eine Arbeit, in der sie aufgeht und bei der sie schnell gemerkt hat: „Das ist kein Beruf, sondern vor allem Berufung.“ Eine Profession, die viel Engagement und Ideen erfordert.

Ideen, die sich im Krankenhaus oder der Kinderarztsprechstunde zeitlich und personell nicht immer umsetzen ließen, weil sie nicht nur die Kinder, sondern immer auch deren Familien im Blick hatte. Um ihre Berufung ausleben zu können, ging Dana Morawski in die Selbstständigkeit. Ein mutiger Schritt, denn die heute 39-Jährige ist selbst Mutter eines kranken Kindes mit hohem Pflege- und Betreuungsaufwand. Aber ein folgerichtiger Schritt, wollte sie doch ihre Erfahrungen an Familien weitergeben, die von ähnlichen Schicksalen betroffen sind. Die teilweise schon lang erworbenen verschiedenen Zusatzqualifikationen waren ein passendes weiteres Rüstzeug für ihren Weg.

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Und nun will sie zusammen mit ihren Mitstreitern vom Verein Strelakids ein neues Projekt anschieben. „Wir wollen eine pflegerische Gesundheitssprechstunde einrichten, die Eltern und ihren Kindern noch gezielter weiterhelfen kann“, sagt sie. Diese soll vor allem den Bedarf abdecken, der das staatliche Angebot der Frühen Hilfen des Landes Mecklenburg-Vorpommern übersteigt, das nur auf das erste Lebensjahr ausgelegt ist. „Und der Bedarf ist vorhanden, das haben wir bei unserer Arbeit immer wieder gemerkt.“ Dafür ist der Verein auf Spenden angewiesen. Fachleute für Beratungen müssen gewonnen werden. Zudem gilt es Kosten für Weiterbildungen oder auch die Miete für das FAMILIENtherapieZENTRUM zu decken.

Jörg Mattern

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