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Stralsund „Hello Mary Lou“ mit Überraschungseffekt
Vorpommern Stralsund „Hello Mary Lou“ mit Überraschungseffekt
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12:08 07.03.2018
Die Bigband Velgast zeigt Spielfreude auf dem Kletterschiff hinter dem Gemeindezentrum. Quelle: Foto: Privat
Velgast

Der Kartenvorverkauf läuft prächtig. Die Velgaster wollen ihre Band sehen. Am Freitagabend swingt es in der Aula des Gemeindezentrums, wenn die Bigband Velgast zu den Instrumenten greift.

Bigband Velgast – seit wann gibt’s die denn? „Seit ziemlich genau einem Jahr“, sagt Jürgen Rüh. Er spielt Posaune in der Band, ist deren Organisator. Und: Rüh ist einziger Velgaster von 16

Musikern, unter ihnen zwei Frauen. Der Rest kommt aus Steinhagen, Dierhagen, Lauterbach, Grimmen oder Ribnitz-Damgarten zu den Proben nach Velgast.

Man kennt sich von früheren Auftritten in anderen Bands und Orchestern. Und so entstand die Idee, mal ein gemeinsames Projekt zu starten. Doch wo proben? „Velgast hat ein reges Vereinsleben und ein schönes Gemeindezentrum. Da habe ich mal bei der Gemeinde nachgefragt“, sagt Rüh.

Bei Bürgermeister Christian Griwahn (CDU) liefen die Musiker offene Türen ein. „Ich fand das eine gute Idee“, sagt Griwahn, der selbst Klarinette spielt und dereinst Mitglied im Velgaster Blasorchester war. Diesen Klangkörper gibt es heute nicht mehr. Und so sah der Bürgermeister die Gelegenheit gekommen, der musikalischen Vielfalt in der Gemeinde – es gibt bereits einen Chor – auf die Sprünge zu helfen. Heute sagt Griwahn: „Wir sind froh darüber, dass die Bigband so gut eingeschlagen hat. Mit ihrem Können haben sie bereits die Feiern zum 775. Jubiläum Velgasts bereichert.“

„Uns war schnell klar, dass wir als kleines Dankeschön diesen gastfreundlichen Ort im Bandnamen führen wollten, wenn man so offenen mit Armen empfangen wird“, so Jürgen Rüh.

Es sind alles gestandene Musiker, die da dienstags alle 14 Tage um 18 Uhr zu den dreistündigen Proben im Gemeindezentrum anrücken. Darunter Amateure, aber auch Profis, wie Klaus Voss. Er spielt ebenfalls Posaune und ist gemeinsam mit Günther Ahrendt (Trompete) musikalischer Leiter der Bigband. Er hat zu DDR-Zeiten eine klassische Ausbildung als Militärmusiker erhalten. „Nach der Wende habe ich in verschiedenen Tanzmusikformationen gespielt“, sagt Voss. Noch heute ist er bei der Grimmener und der Sassnitzer Blasmusik im Einsatz.

„Den Bigband-Sound aber hatte ich von Anfang an im Kopf“, sagt er und ist froh, Gleichgesinnte gefunden zu haben, mit denen er dieser Leidenschaft in Velgast nachgehen kann. „Eine Bigband gibt schon durch die Vielzahl der Instrumente viel mehr Möglichkeiten her, Musik auszudrücken.“ Das macht für ihn den Reiz solcher Ensemble aus. Für Jürgen Rüh sind Profis wie Klaus Voss und Günther Ahrendt wichtig für die Band. „Sie arrangieren auf unsere Instrumentalisierung bekannte Schlager oder Filmmusiken. Das erweitert unser Repertoire.“ Begonnen hatte die Band mit Glen-Miller-Klassikern.

Inzwischen sind es 60 Titel, vom selbst arrangierten Gassenhauer aus den Fünfziger-Jahren bis zu Samba- und Rumba-Rhythmen. „Wir arbeiten derzeit daran, unser Programm mit einem maritimen Unterhaltungsblock aufzuwerten“, erzählt Klaus Voss. Und seit gut zwei Monaten bereichert Sängerin Anne Steinmüller die Band. Auch für ihren Part werden ebenfalls neue Arrangements gebraucht.

Am Freitagabend wird von 19 Uhr an das neue Programm in Velgast vorgestellt. Da sind zwei drei Klassiker dabei, aber auch solche Ohrwürmer wie „Schuld war nur der Bossa Nova“ mit Gesang oder „Hello Mary Lou“ mit Überraschungseffekt. Sieben Helfer aus der Gemeinde unterstützen an diesem Abend bei der Einrichtung der Aula mit Tischen und Stühlen und sorgen dafür, dass ausreichend Getränke die Stimmung zielgerichtet mit voranbringen.

„Für uns ist das ein Heimspiel“, sagt Jürgen Rüh. Doch die Band, die bereits beim „Swing breeze“ im Hafen Ribnitz-Damgarten oder beim Fest „800 Jahre Leben an der Barthe“ in Starkow ihre Zuschauer begeistert hat, sucht nach mehr Auftrittsmöglichkeiten. „Wir wollen bekannter werden, mit dem was wir können“, so Klaus Voss und setzt da auch ein Stück weit auf Mund-zu-Mund-Werbung.

Nachwuchs darf gerne zu den Proben kommen

16 Musiker spielen in der Bigband Velgast.

Der Bläsersatz hat vier Trompeten, drei Posaunen, drei Saxofone. Dazu kommen Schlagzeug, Bass- und Rhythmus-Gitarre, zwei Keyboards und mit Anne Steinmüller eine Sängerin.

60 Titel gehören zum Repertoire, das die Band sich seit Februar 2017 erarbeitet hat.

Nachwuchs ist gerne gesehen in der Bigband. Vor allem die Bläser könnten Verstärkung gebrauchen.

Kontakt gibt es per E-Mail: info@bigband-velgast.de Auftritt: Freitag, 19 Uhr, in der Aula im Gemeindehaus. Eintritt: 5 Euro.

Jörg Mattern

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