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Hering satt im Strelasund

Stralsund Hering satt im Strelasund

Angler aus ganz Deutschland stellen den Fischen auf dem Weg in die Laichgebiete nach.

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Tabuthema auf der Bühne

Angeln in Familie: Beate Zinnecker (46), Sohn Raphael (9) und Ehemann Thomas (49) machen fette Beute beim Heringsangeln.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Lange hat‘s gedauert. Aber jetzt ist er da. Der Hering. Aus aller Herren Bundesländer pilgern die Angler zu Hunderten auf den Rügendamm, um den Fisch auf dem Weg in seine Laichgebiete zu überlisten und aus dem Strelasund zu holen.

Zum Beispiel Frank Holling aus Bautzen. „Ich habe mir extra vier Tage Urlaub genommen, um erstmals auf Hering zu gehen“, erzählt der 50-jährige Sachse. Mit drei Freunden hat er in einer Stralsunder Pension Quartier bezogen und will bis Freitag bleiben, damit sich die etwa 500 Kilometer lange Anfahrt auch lohnt. „Eine Tour mit einem Hochseekutter ab Schaprode haben wir auch gebucht“ berichtet er von den Plänen. „Mal sehen, ob der Dorsch beißt.“ Bisher habe er nur Hechte und Karpfen in Binnenseen gefangen — das soll sich ändern.

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Hunderte Angler s�umten bereits am vergangenen Wochenende die Nordmole im Hafen und stellten dem Hering nach.

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Aus Wolfsburg ist das Rentnerpaar Waldemar Kotzner (70) und Elfriede Zöllmer (73) mit dem Wohnmobil nach Altefähr auf den Campingplatz gereist, wo die aktiven Senioren seit Jahren im April ihr Basislager für eine Woche aufschlagen. Vom Campingplatz zur Rügenbrücke geht´s mit dem Fahrrad. „Ich begleite meinen Lebensgefährten gerne dabei und säubere die Fische. Den größten Teil der Heringe frieren wir ein und nehmen ihn mit nach Hause“, erklärt Elfriede Zöllmer, die auf beste Gesundheit hofft, damit sie diese schöne Tradition noch lange aufrecht erhalten kann.

„In drei Stunden habe ich gut 80 Heringe gefangen“, erzählt der Greifswalder Rainer Lembke und betont, dass die Heringe in diesem Jahr besonders groß sind. Der 59-Jährige hatte sich gestern Nachmittag wegen des schönen Wetters ganz spontan entschlossen, die Rute zu schnappen und zum Rügendamm zu fahren.

Aus Neubrandenburg kamen Georg König (30) und Mirko Tuminski (26) an den Sund, um kiloweise zappelnde Silberlinge aus dem Wasser zu ziehen. Unter den vielen von auswärts kommenden Petrijüngern gab es gestern Nachmittag auch eine Stralsunder Familie: Raphael Zinnecker (9) schnappte sich nach den Schulaufgaben sofort die Angel, um mit Mutter Beate (46) und Vater Thomas (49) zum Rügendamm zu fahren. „Wer Heringe angeln kann, muss die Fische auch selber saubermachen“, lautet die klare Ansage von Beate Zinnecker an ihre beiden Männer. Zum Braten lasse sie sich ja noch überreden, aber die Fische ausnehmen, komme für sie nicht in Frage.

Ablaichen im Bodden
Der Atlantische Hering liebt die seichten Boddengewässer, um auf den Seegraswiesen seinen Rogen abzulegen.


Jedes Jahr im Frühling (Februar bis Mitte Mai) schwimmt er deshalb in Schwärmen durch den Strelasund in den Greifswalder Bodden und nach dem Ablaichen wieder zurück in die Ostsee, die Nordsee und den Atlantik.


Wann der Hering kommt, ist von der Wassertemperatur abhängig. Man sagt, fünf Grad müssen es sein.


Der Herbstlaicher ist ein Hering, der — wie der Name es vermuten lässt — seine Eier in der zweiten Jahreshälfte ablegt.

Christian Rödel

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Besonders beliebt ist bei den Anglern neben dem Rügendamm die Stralsunder Nordmole.

Angler aus ganz Deutschland pilgern dieser Tage an den Sund, um den Speisefisch zu fangen.

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