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Stralsund Hintergründe zu Friedhöfen in Stralsund
Vorpommern Stralsund Hintergründe zu Friedhöfen in Stralsund
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00:00 13.08.2018
Stralsund

Friedhöfe sind das Gedächtnis einer Stadt – davon ist die promovierte Stralsunder Gartenhistorikerin Angela Pfennig überzeugt. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung wird nicht müde in ihrem Engagement für die Aufarbeitung der Begräbniskultur in der Hansestadt und bietet regelmäßig Führungen an.

Angela Pfennig (r.) führte ihre Gäste über den Alten und Neuen Frankenfriedhof. Quelle: Foto: Rödel

Zu einem hoch interessanten Ortsbesuch des Alten und Neuen Frankenfriedhofes lud Angela Pfennig am Sonnabend ein. Auf diesem Rundgang begleiteten sie 12 Leute. Einige ältere Teilnehmer konnten der Gartenhistorikerin und Architektin sogar noch einige Hinweise geben, weil Angela Pfennig erst 1987 nach Stralsund gezogen ist. So konnte sich eine ältere Dame genau an den Standpunkt der Grabkapelle auf dem Alten Frankenfriedhof erinnern. Dieser wurde 1713 östlich des heutigen Frankendamms geweiht und wies einen für das 19. Jahrhundert typischen streng geometrischen Grundriss auf. In Folge einer Pestepidemie, die, nach Recherchen von Angela Pfennig, mehrere tausend Menschen tötete, reichte der städtische Gertruden- Friedhof nicht mehr aus. Auf Geheiß des Königlichen Hohen Oberpräsidenten in Stettin wurden hier um 1820 Ulmen, Eschen, Linden und auch Obstgehölze angepflanzt. Die Begründung: „Angenehmere Luft und wohltuende Wirkung auf die Seele des Menschen“. Bis 1965 wurden auf dem Alten Frankenfriedhof, wo auch Stralsunds bekanntester Stadtbaumeister Ernst von Haselberg 1905 zu Grabe getragen wurde, noch Beerdigungen vollzogen. Erste Zeichnungen zur Gestaltung des Neuen Frankenfriedhofs stammen aus dem Jahr 1856. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde der Friedhof 1976 geschlossen. Die heutige Stadtverwaltung will den Neuen Frankenfriedhof als öffentliche Parkanlage, ohne Eingriff in die historische Struktur, nutzbar machen.

cr

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