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Hitlergruß mit zu kleinem Johannes

Stralsund Hitlergruß mit zu kleinem Johannes

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Vielleicht wäre der Mann, der da um drei Uhr durch die Nacht spazierte, den Polizisten im Streifenwagen gar nicht aufgefallen. Zumindest, wenn er auf die obszöne Geste mit ausgestrecktem Mittelfinger in Richtung Staatsmacht verzichtet hätte. Als der Mann mit dem Stinkefinger sich dann in Positur warf und die Hand zum so genannten Hitlergruß hochriss, entschlossen sich die Beamten, den Poser zu kontrollieren.

„Die Kollegen waren noch nicht mal richtig aus dem Auto gestiegen, da ergoss sich über sie auch schon ein Schwall von Schimpfwörtern“, berichtet Dietmar Grotzky. Der Leiter des Polizeihauptreviers verzichtet darauf, Details wiederzugeben.

Der Unflätige machte einen angetrunkenen Eindruck, weigerte sich aber, ins Röhrchen des Testgeräts zu pusten. Die Frage nach einem Ausweis verneinte er. „Zumindest kam er der Aufforderung nach, die Taschen zu leeren“, sagt der Revierleiter. Allerdings ging auch das nicht ohne Provokation ab. Der Wüterich warf den Beamten Kondome vor die Füße, nicht ohne anzügliche Kommentare gegen die eingesetzte Polizistin.

Jetzt wollten es die Ordnungshüter doch etwas genauer wissen, mit wem sie es zu tun hatten. Sie durchsuchten den Mann, fanden aber keinen Personalausweis. Dafür ein Einhandmesser. Das jedoch gehört nach dem Waffengesetz zu den verbotenen Gegenständen. „Nun war klar, der Mann musste zur Identitätsfeststellung mit aufs Revier“, sagt Grotzky.

In der Dienststelle Böttcherstraße wurde schnell geklärt, dass man es mit einem 25-jährigen Stralsunder zu tun hatte. Es wurden die entsprechenden Anzeigen ausgefertigt, so unter anderem wegen Beleidigung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

„Dann hätte der Mann eigentlich gehen können, doch er wollte nicht“, wundert sich der Revierleiter noch immer. Obwohl seine Kollegen den Delinquenten bereits mehrmals bis vor die Tür geleitet hatten, kam er immer wieder zurück, mit den bereits sattsam bekannten Beleidigungen.

Diese erreichten ihren Höhepunkt, als sich der Angetrunkene die Hose aufknöpfte und seine Männlichkeit aus dem Schlitz zog. Und da die anscheinend wenig Eindruck machte, leuchtete er sein bestes, aber offenbar etwas zu kleines Stück auch noch mit dem Handy-Licht an. Das brachte ihm dann noch eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses ein, bevor er endlich den Heimweg antrat.

Von Jörg Mattern

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