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Stralsund Hoher Chor in St. Marien wird saniert
Vorpommern Stralsund Hoher Chor in St. Marien wird saniert
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00:05 08.05.2018
Pastor Christoph Lehnert zeigt das grüne Netz, das Kirche und Besucher vor herabstürzenden Stuckteilen schützt. FOTOS (2): CHRISTIAN RÖDEL
Stralsund

Ein grünes Netz schützt den Kirchenraum vor losen herabfallenden Stuckteilen. Für Pastor Christoph Lehnert ist es so etwas wie das „Netz der Hoffnung“. Denn wenn alles gut läuft und die Förderanträge genehmigt werden, stehen in diesem Jahr die Abschlussarbeiten bei der Sanierung des Mittelschiffs bevor. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, sagt Lehnert.

Bei den Bauarbeiten in der Kirche soll die Schinkel-Fassung aus der Zeit um 1850 gesichert und erhalten werden. Die Baumaß- nahme kostet 300 000 Euro.

Seit 2001/02 laufen die Restaurierungen. Und jetzt soll es an den Hohen Chor gehen. Der allerdings hat es besonders in sich, wie unschwer zu erkennen ist. Denn der Gips-Stuck ist teilweise stark beschädigt, Eisen, an denen die Elemente wie Kreuzblumen, Akanthusblüten und so genannte Wimperge (Bekrönungen) befestigt sind, liegen frei und rosten. Verzierungen müssen ebenso ergänzt werden wie Fehlstellen an den Säulen. „Und das ist hochkompliziert“, sagt Lehnert. Eisen, Gips und eine feuchte Kirche seien genau die ungünstigsten Bedingungen, die am Ende zu den großen Schäden geführt und den Kunstwerken arg zugesetzt haben.

Insgesamt sind für den Bauabschnitt Kosten in Höhe von 300000 Euro veranschlagt. Das Geld dafür soll mit Hilfe des Landes, Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Spenden aufgebracht werden. Die nötigen Eigenmittel in Höhe von 25000 Euro werden vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis zur Verfügung gestellt. Das hat der Kirchenkreisrat auf Empfehlung des Bauausschusses beschlossen.

Inzwischen sei nach jahrelangen vorangegangenen „harten Auseinandersetzungen“ entschieden worden, dass die Schinkel-Fassung aus der Zeit um 1850 gerettet und erhalten werden soll. Und die kommt überwiegend in der Farbe Weiß daher. Rückblickend macht Lehnert kein Geheimnis daraus, dass er selbst, aber auch die Mehrheit der Gemeinde, lieber die farbige mittelalterliche Fassung gehabt hätten.

„Auch aus liturgischen Gründen“, wie Lehnert betont. Ob tatsächlich Karl Friedrich Schinkel selbst den Entwurf für die Kirche erarbeitet hat oder der von einem Zeitgenossen stammt und der preußische Baumeister nur seine Unterschrift unter die Zeichnung gesetzt hat – das möchte Lehnert mal dahingestellt lassen.

Aber nun sei die Entscheidung durch die übergeordnete Kirchenleitung und die Denkmalpflege für die neogotische Form gefallen. Damit habe man sich, wenn auch „zähneknirschend“, abgefunden und sei „guten Mutes“, dass die Restaurierung des Hohen Chors bald beendet werden kann. Eine Aufgabe, die man ohne Landesförderung nie leisten könnte.

Wie die Restaurierung aussehen wird, kann man an einer so genannten Probeachse erkennen. Dort ist auch das künftige Weiß zu sehen, das nach aufwändigen Untersuchungen festgelegt wurde. Die Ermittlung des Weißtons, die vor rund drei Jahren stattgefunden hat und mit einem wissenschaftlichen Symposium verbunden war, kostete allein 250000 Euro.

Preußischer Baumeister

Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) war ein preußischer Baumeister, Architekt, Stadtplaner, Maler, Grafiker und Bühnenbildner. Mit seinem Werk hat er den Klassizismus in Preußen entscheidend mitgestaltet.

Als Leiter der Oberbaudeputation unterstand ihm eine Revisionsabteilung, die fast alle staatlichen Bauvorhaben für das Königreich Preußen überprüfte.

Er war Oberlandesbaudirektor und Architekt des Königs. Mehrere Generationen von Architekten standen unter dem stilbildenden Einfluss seiner „Schinkelschule“.

Marlies Walther

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