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Holzhausen: Bürgerinitiative prüft Klage gegen Baugebiet

Stralsund Holzhausen: Bürgerinitiative prüft Klage gegen Baugebiet

Bürgerschaft beschließt Pläne für neue Siedlung mit Sundblick / Künftige Mehrfamilienhäuser sollen bis zu drei Etagen haben / Weiter Streit um Ackerboden

Stralsund. Das umstrittene Wohngebiet an der Stralsunder Hochschulallee könnte ein Fall für das Verwaltungsgericht werden. Wie der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Hochschulallee“ (BI), Stefan Siebert, sagte, werde sich die Initiative nun juristisch beraten lassen, inwiefern eine Klage Aussicht auf Erfolg haben könnte. „Stimmen die Aussichten, klagen wir“, betonte Siebert. Die Bürgerinitiative kämpft seit Jahren gegen die Umsetzung der städtischen Baupläne.

 

OZ-Bild

Die Stralsunder Bürgerschaft hat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen, den Flächennutzungsplan für das vorgesehene Areal zu ändern und einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen. Damit wird aus dem Acker nördlich der Fachhochschule lukratives Bauland. Von einem Großteil der Häuser sollen die späteren Bewohner einen direkten Blick auf den Sund haben.

Zuletzt hatte eine neue Verordnung der Landesregierung den Gegnern des Baugebietes die Hoffnung gegeben, dass das Projekt in letzter Sekunde von selbst kippen könnte. Laut der neuesten Variante des Landesraumentwicklungsprogramms (LEP) dürfen besonders ertragreiche Böden nicht mehr in Bauland umgewandelt werden. Das Papier ist seit Juni gültig.

Das Feld, auf dem die Stadtverwaltung die Häuser bauen lassen will, ist genau so ein wertvoller Grund mit einer Bodenwertzahl von rund 50 Punkten. Ab diesem Grenzwert muss laut Verordnung ein Acker auch Acker bleiben. Teile der vorgesehenen Flächen überschreiten diesen Wert sogar.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung ist diese Regelung jedoch für das geplante Wohngebiet irrelevant. Zwar räumte Ekkehard Wohlgemuth, Chefplaner im Rathaus, während der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses ein, dass die Stadtverwaltung bei ihren Planungen von der neuen LEPRegelung überrascht worden sei – Flächen, die zu einer Stadt oder Gemeinde gehören, würden aber als Ausnahme gelten. Dies habe die Landesregierung der Stadtverwaltung schriftlich versichert. Auch BI-Chef Siebert kennt diese Einschätzung aus Schwerin. Er wohnt wie ein Teil seiner Mitstreiter in dem benachbarten Wohngebiet am Kubitzer Ring und hätte künftig statt einer freien Sicht auf die Felder am Sund das Baugebiet fast direkt vor der Nase. Damit dürfte der Marktwert der Grundstücke am Kubitzer Ring sinken.

Laut Siebert sei im LEP nicht eindeutig definiert worden, was in diesem Fall beispielsweise mit dem Begriff Ortslage konkret gemeint sei. Auch deshalb müsse das Vorhaben unter Umständen vom Verwaltungsgericht überprüft werden. Für das Projekt selbst würde dies zumindest eine große Verzögerung bedeuten.

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Bürgerschaft, Jürgen Suhr, wirft Stadtplaner Wohlgemuth vor, im Bauausschuss „eine falsche Annahme“ wiedergegeben zu haben. Suhr seien nach einer gründlichen Überprüfung der Ackerfrage keine Bescheide bekannt, aus denen eindeutig hervorgeht, dass ein fruchtbarer Boden zu Bauland umgewidmet werden dürfe, selbst wenn es sich dabei um eine Ortslage handelt. Die Grünen stimmten gegen das Projekt.

Den Plänen zufolge sollen unmittelbar an der Hochschulallee zwei- bis dreigeschossige Wohngebäude sowie Einfamilienhäuser mit maximal zwei Etagen entstehen.

Benjamin Fischer

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Die von der Stralsunder Bürgerschaft befürworteten Pläne, aus dem nördlich der Fachhochschule gelegenen Ackerland lukratives Bauland werden zu lassen, könnten ein Fall für das Verwaltungsgericht werden.

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