Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Idee mit Zukunft: Theater-Hanse mit Stralsund als Festivalstadt
Vorpommern Stralsund Idee mit Zukunft: Theater-Hanse mit Stralsund als Festivalstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 16.10.2017
Ein starkes Stück: Szene aus der polnischen Produktion „Gott Nijinsky“ im Stralsunder Theater. Quelle: Foto: Christian Rödel
Stralsund

Die Stadt am Sund soll ein Theaterfestival bekommen. Darum ging es am Sonnabend im Rathaus. Vielleicht wird es nun nicht gleich so eins wie in Salzburg, wo seit fast 100 Jahren die Crème de la Crème aus Musiktheater und Schauspiel aufläuft. Aber man ja weiß ja nie. Immerhin ist Stralsund Weltkulturerbe. Und auch wenn die Stadt auf keine Festivaltradition aufbauen kann, wie Mitinitiator Harald Müller, Chef des Verlags „Theater der Zeit“ aus Berlin, feststellt, lockte schon die Idee Theaterschaffende aus dem gesamten Ostseeraum zu einem Symposium in die Stadt – aus Litauen, Estland, Russland, Polen, Schweden und Norwegen.

Theaterschaffende aus den Ostseeanrainerländern trafen sich erstmals am Sund

Da waren Übersetzer gefragt, denn es sollte diskutiert werden. Zum Beispiel über die Frage: „Brauchen wir das?“ Und die Antwort lautete: „Ja“. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) fragte sich, wieso nicht schon vorher jemand darauf gekommen sei. So naheliegend sei die Idee der „Theater-Hanse“ für diese Stadt. Einen Eindruck, wie das sein könnte, hatte am Vorabend schon das Theater Wierszalin aus Polen mit dem Stück „Gott Nijinsky“ gegeben. Das war polnisches Theater mit deutschen Obertiteln. So könnte es aussehen. Wenn es nach den Initiatoren geht.

Der Kritiker und Publizist Dr. Thomas Irmer ging in die Antike zurück. Theaterfestivals gibt es schon, so lange es Theater überhaupt gibt, sagt er. Der Rektor der Stralsunder Hochschule, Dr.

Matthias Straetling, referierte in seiner Eigenschaft als studierter Kulturökonom über Umwegrentabilität, also über die Frage, wie viel Geld so ein Festival der Stadt durch Besucher bringen könnte?

Denn teuer wird das in jedem Fall und wenn schon das Land spart, dann geht es hier um mindestens eine Million Euro Bundesgelder. Straetling stellte die Frage: „Wollen Sie schön oder reich sein?“ Die Antwort kam zwar später, aber deutlich von Dirk Löschner, Intendant des Theaters Vorpommern: „Ganz klar – schön!“ Denn es ginge um Qualität. Um die unglaubliche Vielfalt der Theaterszene rund um die Ostsee. Stralsund solle mit diesem Festival ein Fenster sein, von dem aus man hinübersehen könne. Die bemerkenswertesten Produktionen aus Schauspiel, Tanz, Musiktheater und Puppenspiel aus den Ostseeanrainerstaaten und Norwegen sollten eingeladen werden.

Die schwedische Regisseurin Jenny Nörbeck ging auf Klischees ein, mit denen etwa Schweden auf Osteuropa guckt. Sie interessierte sich für den Blick, den andere Länder von außen auf Schweden haben.

Der sich, wie auch Intendant Dirk Löschner sagte, durch Theater zeigen kann. „Theaterschaffende sind Seismographen der Gesellschaft“, sagte er. „Wir sind hier nicht klein in Vorpommern. Wir sind im Zentrum Europas!“

Das ist der Grundgedanke, der dieser „Theater-Hanse“ innewohnt. Dass die Hanse vor allem ein Netzwerk war und sich im Ostseeraum als sinnvolle Gemeinschafts-Organisation bewährte, beflügelte die Teilnehmer dieses ersten Symposiums. Ein Netzwerk unter Theatern in Skandinavien und den osteuropäischen Ländern. Mit Stralsund als Festival-Stadt. Der Gedanke ist nähergerückt. Das erste Festival soll vielleicht im Jahr 2019 starten. Aber das Theater-Netzwerk als Instanz gegen Theaterabbau und Provinzialisierung, das soll es schon vorher geben. Im nächsten Jahr soll es ein weiteres Treffen geben.

Juliane Voigt

Mehr zum Thema

In der Eisengießerei spielen junge Leute das Stück „Necronomicon“

12.10.2017

Juliane Botsch erteilt Schülern eine Lektion fürs Leben

13.10.2017

Der Kabarettist Martin Zingsheim tritt am 16. und 17. Oktober im Theater Putbus auf / Es gibt noch Karten

14.10.2017

Groove und harte Beats zu Wasser und an Land

16.10.2017

Stralsund. Inspiriert von Georg Friedrich Händels (1685 - 1759) berühmtem barocken Oratorium „Judas Maccabäus“ und dem dazugehörigen Libretto von Thomas Morell (1703 ...

16.10.2017
Stralsund GUTEN TAG LIEBE LESER - Gold für eine ganze Stadt

Medaillen, Urkunden, Blumen, Siegerapplaus auf dem Treppchen, Abklatschen an der Zuschauerbande ... Verdient haben sie sich diese Anerkennung alle.

16.10.2017
Anzeige