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Ideenkatalog für die Entwicklung der Stadt

Stralsund Ideenkatalog für die Entwicklung der Stadt

Im April vor zehn Jahren verabschiedete die Bürgerschaft das Leitbild für Stralsund / Ein Blick auf Visionen und Erreichtes

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Die Stralsunder Altstadt. Zehn Jahre nach Verabschiedung des Leitbildes der Hansestadt präsentiert sie sich als anziehendes und gerne bewohntes Stadtzentrum.

Stralsund. Die Markthalle auf dem Neuen Markt ist eine Vision geblieben. Ein Wunschbild, das Stralsunder Bürger vor zehn Jahren in das Leitbild für Stralsund geschrieben haben. Das war zu einer Zeit, als es in der Altstadt nur einen klitzekleinen Tante-Emma-Laden für die Grundversorgung gab.

Inzwischen gibt es im Quartier 17 eine Einkaufsstätte, die kaum Wünsche offen lässt, und unter städtebaulichen Aspekten wäre eine Markthalle im Weichbild von St. Marien eher nicht vorstellbar.

„Aus heutiger Sicht steht die Idee der Markthalle vor allem für zwei Dinge“, sagt Peter Fürst, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung. „Bürger haben sich Gedanken gemacht, wie ihre Stadt sich entwickeln soll und: Sie haben sich aktiv dabei eingebracht.“

Es war der 26. April 2007, als die Bürgerschaft der Hansestadt das Leitbild für Stralsund verabschiedete. Davor lagen zwei Jahre intensiver Arbeit. Arbeitskreise sammelten Ideen, stellten diese auf Bürgerforen vor. Gemeinsam wurde diskutiert, Ideen bestätigt oder verworfen. Eine Steuerungsgruppe koordinierte den Weg zum Leitbild. Das Ergebnis bündelte den Ideenreichtum der Stralsunder in vier Schwerpunkten: Wirtschaft und Arbeit, Lebensqualität, Tourismus und Gesundheit, Bildung und Kultur.

In den zehn Jahren seither hat sich die Hansestadt verändert. Wie viel davon hat mit dem Leitbild zu tun? Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) sieht es so: „Viele Ziele aus unserem Leitbild haben wir gemeinsam verwirklicht: Stralsund bietet nicht nur ‚Schöner Wohnen' und ‚Besser Leben', sondern ist auch der kulturelle Hotspot in Vorpommern. Vor zehn Jahren fuhr noch keiner über die Rügenbrücke, stand noch niemand unter den Riesen der Meere im Ozeaneum, saß kein Publikum im liebevoll sanierten Theatersaal oder der frisch restaurierten Kulturkirche, badete noch niemand im neuen Strandbad am Strelasund.“ Der OB sieht zudem die Voraussetzungen geschaffen, um digitale und maritime Wirtschaft in der Hansestadt anzusiedeln und zu halten.

Die IT-Branche am Sund bekam in der letzten Dekade durch die Zusammenarbeit von Hochschule Stralsund und Wirtschaftsförderung Zuwachs, etwa durch Dienstleister wie Adesso oder Startups wie jüngst Digitack. Die maritime Wirtschaft hingegen hatte es im selben Zeitraum mit dem Niedergang der Volkswerft schwer gehabt. „Auf die globale Wirtschaftslage hat die Stadt wenig Einfluss“, sagt Wirtschaftsförderer Peter Fürst, etwa mit Blick auf den international tätigen Seilhersteller Teufelberger aus Österreich. Für den hatte Stralsund schon den roten Teppich im Gewerbegebiet Frankenhafen ausgerollt, als der Ölpreis sank. Verankerungsseile für Offshore-Plattformen, die am Sund produziert werden sollten, wurden erstmal nicht gebraucht. Spezialist Teufelberger kam nicht.

Heute ist der neue Hoffnungsträger die asiatische Genting-Gruppe, die auf ihren MV-Werften Kreuzfahrtschiffe bauen will. Auch in Stralsund. Und wieder versucht die Stadt ihrem Leitbild zu folgen – in dem die Stärkung der maritimen Wirtschaft verankert ist. „Wir bündeln derzeit die Kräfte mittelständischer Unternehmen der Hansestadt, damit sie künftig von einer Zusammenarbeit mit den MV-Werften profitieren“, so Fürst.

Für ihn hat das Leitbild nach wie vor seine Berechtigung. „Wir müssen uns den Zukunftstrends stellen“, sagt er und verweist auf die angestrebte demografische Entwicklung der Hansestadt, die einmal 70000 Einwohner beherbergen will. Für den Wirtschaftsförderer heißt das auch: „Wir müssen es dabei schaffen, die Themen Mobilität und Digitalisierung erfolgreich anzugehen.“

Birgit Wacks, einstige Chefin der Tourismuszentrale der Hansestadt, gehörte vor zehn Jahren mit zu den Stralsundern, die das Leitbild erarbeiteten. Beim Blick zurück hat sie durchaus gemischte Gefühle.

„Ich freue mich, wenn ich die vielen Touristen sehe, die nach Stralsund kommen.“ Für sie ein Zeichen für die gewachsene Attraktivität der Hansestadt. „Aber ich kann auch nicht ausblenden, dass es nicht gelungen ist, die jungen Leute mit Arbeit in der Stadt zu halten“, sagt sie mit Blick auf jenes Ziel im Leitbild, das da hieß: „Wir entwickeln eine aktivierende und motivierende regionale Jugend-Arbeitsmarktpolitik.“

Kinderwerft und Marketing

Was wurde bisher erreicht?

Die Kinderwerft: Gibt es heute mit dem Maritimen Zentrum in der Frankenvorstadt.

Initiative „Zurück in die Innenstadt“: Die Einwohnerzahl ist in der Altstadt von 2000 bis 2015 um 72 Prozent gestiegen.

Hafeninsel: „Wir beleben den Hafen im Zeichen des Tourismus“, stand im Leitbild. Gelungen, mit dem Bau des Ozeaneums und einer bunten Hotel- und Gastro-Landschaft.

Einrichtung einer Stadtmarketing-Institution: Gelungen. Knapp ein Jahr nach Leitbildbeschluss nahm das Stadtmarketing seine Arbeit auf. Sein Meisterstück: Der weit über Stralsund hinaus bekannte Weihnachtsmarkt.

Was blieb Vision?

EWZ – Europäisches Wirtschafts- und Begegnungszentrum: Als wirtschaftliches Zentrum in MV hat sich da bislang eher Rostock etabliert.

Kreuzfahrtterminal: Nach Planungen könnte dies auf dem Dänholm installiert werden. Bislang spielt Stralsund aber für Kreuzfahrt-Reedereien eher als exotischer Anlaufpunkt eine Rolle. Chance: die Nische pflegen und entwickeln. Bei mehr Nachfrage wird der Terminal noch gebaut.

Luftkurort mit Trinkwasserqualität: Dazu fehlt einiges. Immerhin hat Stralsund 2017 von der Landesregierung den Status anerkannter Erholungsort zuerkannt bekommen.

Jörg Mattern

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