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Stralsund Im Merkel-Fanklub
Vorpommern Stralsund Im Merkel-Fanklub
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00:01 25.02.2017
Der Neujahrsempfang war gestern Abend ein Heimspiel für die Bundeskanzlerin. Angela Merkel ließ es sich nicht nehmen, ihre Gäste im voll besetzten Saal der Alten Brauerei an jedem Tisch persönlich zu begrüßen – eine kleine Besonderheit. Quelle: Fotos: Christian Rödel

Die Möglichkeit, dass dies der letzte Neujahrsempfang sein könnte, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als direkt gewählte Abgeordnete in Stralsund ausrichtet, mochte sich in der Union gestern niemand vor Augen führen. „Nein, das wäre ja schrecklich“, sagt Martina Liedtke, die Vorsitzende der Frauen-Union Vorpommern-Rügen. Der SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz müsse zunächst sagen, wie er das umsetzen will, was er ankündigt. Auch Sozialpopulismus sei eine Form von Populismus.

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Beim Neujahrsempfang in der Alten Brauerei macht die Bundeskanzlerin ihrer Partei Mut und nur ganz wenig Wahlkampf.

Dennoch lässt sich bei einem nüchternen Blick die Gefahr, dass es für die Kanzlerin bei der nächsten Bundestagswahl im September in ihrer politischen Heimat so eng wie noch nie wird, nicht einfach wegwischen. Dies liegt zu einem an einer wegen des Schulz-Propellers hochfliegenden SPD und zugleich an der AfD. Ihr Spitzenmann Leif-Erik Holm sucht die direkte Auseinandersetzung mit Merkel. Ob er sie bekommt, wird daran liegen, inwiefern Merkel angesichts einer für sie angespannten politischen Lage im Wahlkampf Nerven zeigt. Bislang hat die Kanzlerin Wahlkämpfe hier vor Ort oft im Duktus einer überaus zur Schau gestellten Kanzlerinnen-Souveränität absolviert, ohne sich allzu sehr auf lokale Scharmützel einzulassen. Erst vor wenigen Tagen hat die Regierungschefin aber angedeutet, dass auch mit ihr jeder Klartext reden könne. Diese „ehrlichen und unverblümten Gespräche vor Ort“ seien für sie „Gradmesser und Orientierung“. Das war neu.

In ihrer Rede beim Neujahrsempfang in der Alten Brauerei in Stralsund schlägt Merkel andere Töne an – weichere, eher nach innen an die Partei gerichtet. „Auch, weil wir ein Wahljahr haben.“ Es werde „auf jede und jeden ankommen“, lautet ihre Ermutigung. „Die Menschen spüren, dass manche Gewissheiten nicht mehr so gewiss sind, wie wir gedacht haben.“

Anschließend reitet Merkel durch die großen Krisenthemen: Griechenland, Ukraine, den Brexit – eine generell um sich greifende Unsicherheit. Sie ermutigt die Mitglieder ihrer Heimat-CDU, auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen über diese Ängste zu sprechen. Bei reiner Internetkommunikation bestehe die Gefahr, dass sich die Menschen nur noch mit denen „auseinandersetzen, die die gleiche Meinung wie sie selbst haben“.

Den Wahlkampf-Einheizer gab an diesem Abend Merkels Vorredner, Landrat Ralf Drescher: „Wir sollten heute verabreden, die selbsternannten Retter des politischen Raumes kaltzustellen.“

Ende Januar war Merkel mit 96 Prozent von der CDU-Basis erneut als Direktkandidatin für den Wahlkreis nominiert worden. Heute kommt die Union noch mal mit ihr in Stralsund zusammen, um auf einem Landesparteitag über die Kandidatenliste für die Bundestagswahl abzustimmen. Mit Merkel als Spitzenkandidatin.

Benjamin Fischer

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