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Immer mehr Schüler: Wird Allende-Schule aufgemotzt?

Stralsund Immer mehr Schüler: Wird Allende-Schule aufgemotzt?

Um den alten Plattenbau wieder fit zumachen oder an gleicher Stelle ein neues Gebäude zu errichten, sind nach ersten Schätzungen drei Millionen Euro nötig

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Wächst langsam zu: Das Gebäude der Salvador-Allende-Schule in Stralsund steht seit dem Sommer 2004 leer.

Quelle: Jens-Peter Woldt

Stralsund. Mit der Sanierung des leer stehenden Gebäudes der ehemaligen Salvador-Allende-Schule in der Tribseer Vorstadt oder einem Neubau an gleicher Stelle könnte das Problem der fehlenden Unterrichtsräume in Stralsund gelöst werden. Den Vorschlag erläuterten Jörn Tuttlies und Diana Westphal aus dem zuständigen Amt der Stadtverwaltung den Mitgliedern des Bürgerschaftsausschusses für Bildung, Hochschule, Kultur und Sport am Dienstagabend. „Das würde etwa drei Millionen Euro kosten“, sagte Tuttlies. Ein großer Vorteil sei im Vergleich mit anderen Szenarien, dass das Grundstück der Stadt gehöre.

Tatsache ist: Stralsund wächst. Folgerichtig gibt es immer mehr Schüler. Noch um das Jahr 2000 herum hat das niemand vorausgesehen. Alle Studien zur Bevölkerungsentwicklung zeichneten damals ein düsteres Bild von schrumpfenden Städten und immer weniger Kindern im Osten Deutschlands. Darauf haben sich Kommunalpolitiker und Städteplaner verlassen und haben Schulgebäude abreißen lassen. Das rächt sich jetzt. Während im Schuljahr 2010/2011 noch 4340 Kinder die staatlichen Schulen in der Hansestadt besuchten, sind es aktuell schon 5232. In zwei Jahren wird mit rund 5500 Schülern der vorläufige Höchststand erwartet.

Die Grundschulen verfügen noch über ausreichend Räume. Am Limit bewegen sich aber die weiterführenden Schulen, und das Problem wird immer größer. Zurzeit gibt es in der Stadt 440 Fünftklässler. In vier Jahren werden es 536 sein. „Danach pegelt sich die Zahl auf 470 ein“, schätzt Tuttlies. „Wir brauchen demnach für die Orientierungsstufe rein rechnerisch über einen langen Zeitraum hinweg acht Klassenräume mehr.“

Eine Lösung mit der Allende-Schule könnte so aussehen, dass dort alle Mädchen und Jungen aus der Burmeister-Grundschule, die sich gleich nebenan befindet, unterrichtet werden. Somit stünde das Burmeister-Gebäude komplett für die fünften bis zehnten Klassen zur Verfügung. Profitieren würden die Schüler aus der Tribseer Vorstadt, wo es immer mehr junge Familien mit Kindern gibt. Das ist auch in Andershof und Devin der Fall. Die Schüler dort sollen dann aber nicht mehr zum Schulzentrum am Sund, sondern zur Burmeister-Schule fahren. Mit dem Nahverkehr müsste eine Lösung gefunden werden.

Das Schulzentrum am Sund könnte dann die ebenfalls steigenden Schülerzahlen in der Altstadt auffangen.

Geprüft hat die Verwaltung noch drei weitere Szenarien, hält sie aber für wenig sinnvoll. Ein Umzug der Gerhart-Hauptmann-Grundschule in die Grundschule Andershof hätte zum Beispiel die Folge, dass für den Hort in Andershof neue Räume gefunden werden müssten. Das wäre auch der Fall, wenn in dem Andershofer Gebäude plötzlich eine Orientierungsstufe einziehen würde. Verworfen wurde auch ein neues, also viertes Gebäude für das Schulzentrum. Schulleiterin Regina Landt: „Das ist logistisch kaum lösbar und pädagogisch nicht sinnvoll.“ Lehrer und Schüler müssten ihre Pausen dazu nutzen, zwischen den Häusern hin und her zu hetzen. Das sei nicht zumutbar. Tuttlies ergänzte: „Es würde eine riesige Schule mit weit über 1000 Schülern entstehen. Das wollen wir nicht. Außerdem müssten wir für einen Neubau dort erst ein Grundstück kaufen.“

Bei der Finanzierung der Sanierung der Allende-Schule bzw. eines Neubaus an gleicher Stelle hofft die Stadt auf Fördermittel. Zugestimmt haben die Ausschussmitglieder dem Vorschlag der Verwaltung am Dienstagabend allerdings noch nicht. Sie sehen Beratungsbedarf in den Fraktionen.

Nur 12 Jahre sinnvoll

Eine Wiederbelebung des Gebäudes der Allende-Schule wäre im Prinzip gleichbedeutend mit der Rücknahme eines Schrittes aus dem Jahre 2004.

Die Schülerzahlen in Stralsund nahmen damals ab. Die Grundschule „Salvador Allende“ wurde geschlossen.

Die Mädchen und Jungen zogen zum neuen Schuljahr in die Burmeister- Schule nebenan ein. Das Gebäude beherbergte fortan eine Grundschule und eine Regionale Schule.

Eine Maßnahme , die nur 12 Jahre sinnvoll gewesen ist.

Von Jens-Peter Woldt

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