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Stralsund Immer mehr Wassersportler in Vorpommern geraten in Seenot
Vorpommern Stralsund Immer mehr Wassersportler in Vorpommern geraten in Seenot
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18:51 29.07.2018
Die Seenotretter fuhren in MV letztes Jahr 500 Einsätze. Quelle: Manuel Miserok
Stralsund

„Segelyacht in Not“ oder „Gekenterter Kanufahrer gerettet“ – das sind nur zwei Schlagzeilen der OSTSEE-ZEITUNG in den letzten Tagen aus Vorpommern-Rügen, die zeigen: Die Seenotretter haben in diesem Sommer alle Hände voll zu tun. Hinter der oft so sehnsüchtig erwarteten Hilfe auf dem Wasser steht die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die allein in Vorpommern 14 Stationen betreibt. Deren Rettungskräfte sind etwa die Hälfte der 500 Einsätze in Mecklenburg-Vorpommern gefahren.

Während sich die DLRG-Rettungsschwimmer um die Absicherung der Badestrände kümmern und dabei in diesem Sommer schon viele dramatische Fälle hatten, sind die DGzRS-Besatzungen mit ihren Booten auf dem Wasser im Einsatz. Und das oft ehrenamtlich. Von den 14 Stationen – zu finden von Wustrow über Stralsund, Sassnitz, Greifswalder Oie bis hin nach Ueckermünde – sind nur drei Standorte mit einer festen Seenotkreuzer-Besatzung ausgestattet. Die elf anderen sind Freiwilligen-Angebote. „Das sind Menschen, die an der Küste leben und im Alltag einem ganz normalen Beruf nachgehen. Im Notfall sind sie sofort einsatzbereit. Eins muss man ganz klar sagen: Ohne die ehrenamtlich tätigen Seenotretter wäre eine flächendeckende Seenotrettung gar nicht möglich“, sagt -DGzRS-Sprecherin Antke Reemts im OZ-Gespräch.

Die 1865 gegründete Gesellschaft hat seit Bestehen rund 85000 Menschen aus Seenot gerettet oder aus anderen Gefahrensituationen befreit. An der gesamten Küste sind mittlerweile 54 Stationen eingerichtet. 20 Seenotrettungskreuzer und 39 Rettungsboote stehen den DGzRS-Helfern zur Verfügung. Finanziert wird das Ganze ausschließlich aus Spenden.

„Eigentlich sollen wir in erster Linie der Berufsschifffahrt aus Notlagen helfen. Doch in den letzten Jahren wächst die Zahl der Wassersportler, die in Seenot sind und denen wir natürlich auch helfen“, so Antke Reemts. Sie betont, dass die Rettung von Leib und Leben immer oberste Priorität habe. „Und wenn da wie in Karlshagen letzte Woche jemand mit seinem Kanu kentert und stundenlang im Wasser treibt, ist das ein Notfall. Denn ruckzuck ist man unterkühlt.“ Viele würden so eine Gefahr gerade im Sommer mit über 20 Grad Wassertemperatur unterschätzen. „Man darf nicht vergessen, die Körpertemperatur sinkt schnell. Ist man bis auf 32Grad runter, kann man Arme und Beine nicht mehr bewegen. An Selbstrettung ist da nicht mehr zu denken.“

Auch wenn sich im Moment die Einsätze häufen, geht die DGzRS-Sprecherin davon aus, dass man sich wie in den letzten Jahren auf insgesamt rund 2000 Einsätze an der gesamten deutschen Küste einpegle. Dabei liege die Ostsee mit 700 Einsätzen in Schleswig-Holstein und rund 500 in Mecklenburg-Vorpommern leicht über der Zahl der Rettungsaktionen an der Nordsee. Dort wurden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein nur 882 Einsätze registriert. Hinzu kämen etwa 2600 Kontrollfahrten im Jahr.

Unter dem Motto „Sicher auf See“ wendet sich die DGzRS mit einem neuen Angebot verstärkt an Wassersportler – Segler, Motorbootfahrer, aber auch Trendsportler: Die kostenlose Sicherheits-App „SafeTrx“, die man runterladen kann. Und so funktioniert die App: Man zeichnet über das Mobiltelefon die Route des Wassersportlers auf und ermöglicht der Seenotleitung der DGzRS in Bremen im Notfall den direkten Zugriff. „Mit Hilfe der App konnten schon aufwendige Rettungsaktionen vermieden werden“, sagt Antke Reemts. Und der Segler oder Paddler fühlt sich auch sicherer.

Sommer Ines

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