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Stralsund Immobilien in Stralsund werden immer teurer
Vorpommern Stralsund Immobilien in Stralsund werden immer teurer
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00:05 15.01.2018
Im Internet auf www.wohnungsboerse.net wird der durchschnittliche Kaufpreis für eine Immobilie in Stralsund mit knapp 2000 Euro/m2 angegeben. Eine 72 m2 große Dachgeschosswohnung in der Böttcherstraße 36 soll zum Beispiel 149 500 Euro kosten. Quelle: Foto: Marlies Walther

Wer in Stralsund ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte, muss immer tiefer in die Tasche greifen. „Das ist so“, bestätigt Bernd Bläße, der mit seinem Bruder Frank die Bläße Immobilien GmbH in Stralsund mit 26 Mitarbeitern betreibt.

Die Altstadt ist bei Käufern von Wohneigentum besonders beliebt

Der Anstieg der Immobilienpreise hat für Bernd Bläße mehrere Ursachen. „Der Markt regelt sich nun mal über Angebot und Nachfrage.“ Inzwischen sei es in Stralsund so, dass viele Menschen, die Anfang der 1990er-Jahre im Speckgürtel – in Negast, Langendorf oder Prohn – gebaut haben, jetzt 25 Jahre älter sind und wieder zurück in die Stadt wollen. Weil sie hier die bessere Infrastruktur schätzen. Deshalb sei das Interesse an Immobilien in der Altstadt sehr hoch. Zum anderen müsse man die derzeit „günstigen Geldbeschaffungskonditionen“ – die niedrigen Zinsen – sehen. Für viele seien Immobilien die einzige sichere Geldanlage. Außerdem – und das hören Bläßes auch von Kunden aus anderen Teilen Deutschlands, der Schweiz oder Österreich – konnte Stralsund mit seiner positiven Entwicklung am Tor zur größten Insel Deutschlands punkten. Das locke neue Bewohner und auch Rückkehrer. „Stralsund ist einfach eine schöne Stadt“, so Bläße.

Da seien Käufer auch schon mal bereit, für Immobilien in bester Lage und mit gehobener Ausstattung einen Quadratmeterpreis von bis zu 4000 Euro, in exponierter Lage sogar bis zu 6000 Euro zu zahlen, sagt Bläße. Im Internet wird der Durchschnittspreis für eine Immobilie in Stralsund auf www.wohnungsboerse.net mit 1946 Euro/Quadratmeter angegeben. Die Gefahr eines Immobiliencrashs wie in den USA sieht Bernd Bläße nicht, allerdings könnte seiner Meinung nach eine Überkapazität zu einem Werteverfall führen. „Deshalb sollte man nicht auf Teufel komm raus bauen, sondern mehr im Bestand sanieren“, fordert Bernd Bläße.

Auch für Dieter Vetter, Chef der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG), liegt die Ursache für die steigenden Immobilienpreise im Niedrigzins, der die Baukonjunktur ankurbelt. In die Höhe getrieben würden die Kosten durch die teuren Baulandpreise und durch den „Fachkräftemangel, den wir auch in Stralsund spüren“.

Die boomende Baukonjunktur führe dazu, dass man keine Handwerker bekommt, Baupreise durch die Decke gehen. Hinzu kämen Verteuerungen, die der Gesetzgeber durch Energieeffizienzmaßnahmen verlange.

„Stundenlöhne und Materialpreise bei Neubauten explodieren. Das spiegelt sich zwangsläufig auch in den Mieten wider“, sagt Vetter und rechnet bei den von seinem Unternehmen geplanten Neubauten an der Reiferbahn mit einer Kaltmiete um die zehn Euro. „Das machen wir nicht aus Spaß aus der Freude. Aber die Baukosten zwingen uns dazu“, so der Geschäftsführer. Dennoch liegen wir aber immer noch günstiger als in den großen Ballungsgebieten.

Darauf weist auch Ralph Könenkamp, Immobilienmakler und Vorstandsmitglied im Verband Haus und Grund hin. Könenkamp spricht von einer sehr „differenzierten“ Nachfrage. In Gebieten am Wasser, in der Innenstadt und der Knieper Vorstadt seien die Preissteigerungen am höchsten. Könenkamp beziffert einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis für gehobene Eigentumswohnungen im Neubau mit 3000 Euro.

Die Preise für Einfamilienhäuser würden durchschnittlich zwischen 250000 und 300000 Euro liegen. Damit hätte Stralsund im Vergleich zu den Orten an der Ostseeküste aber immer noch „bescheidene Werte“.

Während es laut Mietspiegel bei den „Bestandsobjekten“ nur geringfügige Steigerungen gebe, sähe das bei den Neubauten tatsächlich vollkommen anders aus, „weil viel gebaut wird und keine Handwerker da sind“, so Könenkamp, der von einer Preissteigerung zwischen 20 und 25 Prozent spricht. „Doch um die Zukunft zu sichern, muss mehr Wirtschaft her“, betont Könenkamp. Vollkommen hoffnungslos sei es hingegen im ländlichen Bereich: „Dort – zum Beispiel in Tribsees oder Richtenberg – kann man heute keine Immobilien mehr verkaufen.“

Für Dirk Krüger, Filialdirektor der Commerzbank, steht fest: „Ganz klar: Wohneigentum in und um Stralsund bleibt begehrt.“ Der Banker beobachtet eine unverändert hohe Nachfrage. „Die Kreditnachfrage zielt dabei sowohl auf den Erwerb von Bestandsimmobilien in innerstädtischen Lagen als auch auf den Neubau im Umland ab.“ Im Vorjahr hat die Stralsunder Commerzbank rund sechs Millionen Euro für Privatkunden und weitere 2,5 Mio Immobiliendarlehen an Geschäftsleute vergeben. Die Gefahr der Bildung einer Immobilienblase sieht Krüger nicht. Die Käufer seien „durchaus preissensibel“ und würden vor Abschluss eines Darlehens nach dem kostenlosen Konditionsvergleich von rund 250 Banken fragen, um möglichst preiswert zu finanzieren.

Marlies Walther

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