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Stralsund In Ribnitz-Damgarten wird‘s eng: Mehr Wohngebiete nötig
Vorpommern Stralsund In Ribnitz-Damgarten wird‘s eng: Mehr Wohngebiete nötig
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00:00 03.05.2016
In Damgarten sollen im Innenquartier Barther Straße, Kirchstraße, Wasserstraße und Hinterstraße 25 Wohnungen entstehen. Quelle: Fotos: Robert Niemeyer

Die Bernsteinstadt wird als Wohnstandort immer beliebter. Das spiegelt sich in der Entwicklung der Einwohnerzahl wider. Lebten 2014 insgesamt 15642 Menschen in Ribnitz-Damgarten, so waren es im vergangenen Jahr 15743 und damit 101 Bewohner mehr. Damit setzt sich der seit 2011 anhaltende, positive Trend fort. Und dass, obwohl nach wie vor mehr Menschen sterben als geboren werden. Der Zuwachs ist zum einen auf den gestiegenen Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung (2014: 254, 2015: 419), zum anderen „auf den seit mehreren Jahren zu beobachtenden positiven Wanderungssaldo“ zurückzuführen, erläutert Barbara Genschow vom Rostocker Wirtschaftsinstitut für Marktforschung, Evaluation und Strukturentwicklung (Wimes). Das heißt: Es ziehen mehr Menschen nach Ribnitz-Damgarten als die Stadt verlassen.

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Die Bernsteinstadt legt bei der Einwohnerzahl weiter zu / 2015 lebten hier 101 Menschen mehr als im Jahr zuvor / Leerstand bei Wohnungen liegt bei unter drei Prozent

Diese erfreuliche Entwicklung zeigt sich im Wohnungsneubau. Auch da weisen die Zahlen deutlich nach oben, erläutert die Wimes-Geschäftsführerin, besonders in Ribnitz Mitte. Immerhin seien in Ribnitz-Damgarten seit 2001 insgesamt 578 Wohnungen neu entstanden. Der höchste Wert seit 2001 sei im vergangenen Jahr mit 75 neu gebauten Wohnungen erreicht worden. „Das ist wirklich eine stattliche Größe“, sagt Genschow.

Wenn der Bedarf sich in den kommenden Jahren so weiterentwickelt, könne es eng werden. Denn das derzeitige Potential für Neubauten sei überschaubar, so Genschow.

Im Ribnitzer Sanierungsgebiet gebe es gerade mal noch sieben Baulücken, im Sanierungsgebiet Damgarten seien es nur noch drei. Und in den bestätigten Bebauungsplangebieten gab es zum Zeitpunkt der Erhebung der Zahlen Ende 2015 noch knapp 80 Baugrundstücke, die zur Vermarktung bereitstanden. Doch ein Teil von diesen wurde in der Zwischenzeit bereits verkauft. Wenn die Nachfrage weiter anhält, müsse über weitere Wohnstandorte nachgedacht werden, macht Barbara Genschow deutlich.

Das tue man bereits, erläutert Bauamtschef Heiko Körner. Das Bauamt habe jetzt vor allem die Flächen im Stadtgebiet und in einigen Ortsteilen im Auge, die sich prinzipiell für Wohnungsbebauung eigneten, allerdings schwieriger zu entwickeln seien, weil zum Beispiel komplizierte Eigentumsfragen gelöst werden müssen oder aber Altbauten auf diesen Flächen stehen, die erst einmal abgerissen werden müssen. Körner nannte in diesem Zusammenhang unter anderem Teile des ehemaligen Faserplattenwerkes.

Toll entwickelt habe sich nach den Worten von Genschow Ribnitz-Damgarten auch in puncto Sanierung. Die Zahlen: Waren 2005 zum Beispiel im Sanierungsgebiet „Innenstadt Ribnitz“ von 570 Gebäuden noch 58 unsaniert (10,2 Prozent), so sank deren Zahl im vergangenen Jahr auf 18. Das waren gerade mal 3,2 Prozent des Gebäudebestandes.

Dass die Stadt als Wohnstandort gefragt ist, spiegelt sich auch in der Leerstandsquote wider. Die lag im vergangenen Jahr bei gerade einmal 2,9 Prozent. Das entspricht 236 Wohnungen.

„Von denen befinden sich 75 in unbewohnbarem Zustand. Abzüglich dieser Wohnungen, die dem Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung stehen, liegt die Wohnungsleerstandsquote in Ribnitz-Damgarten damit sogar bei nur 2,0 Prozent.“

Eine Zahl, von denen viele Kommunen weit entfernt sind. Als normal und notwendig angesehen wird üblicherweise eine Mobilitätsreserve von 2,5 bis 3 Prozent. Eine zu niedrige Quote führt dazu, dass Wohnungssuchende es schwer haben, überhaupt etwas zu finden.

Monotoring Stadtentwicklung

Fast eine Milliarde Euro erhält

Mecklenburg-Vorpommern bis 2020 aus dem Europäischen Fonds für

regionale Entwicklung. Ribnitz-

Damgarten will sich von diesem

Fördermittel-Kuchen ein großes

Stück sichern. Bedingung, um weiterhin Städtebaufördermittel und Mittel der EU zu bekommen, ist das

Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek), das für die Bernsteinstadt

mittlerweile seit 13 Jahren existiert. Mit Beschluss der Stadtvertreter

im vergangenen Jahr wurde es

fortgeschrieben.

Begleitet wird Ribnitz-Damgarten in Sachen Integriertes Stadtentwicklungskonzept seit 2002 vom Rostocker Planungsbüro für Stadt- und Regionalentwicklung, das regelmäßig ein Monotoring zur Stadtentwicklung vornimmt. Entwicklungsziele wurden für die Handlungsfelder Stadtkultur/Tourismus, Natur/Wohnumfeld, Infrastruktur/Einzelhandel, Bildung/Soziales

erarbeitet.

Von Edwin Sternkiker

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