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Stralsund In der Stadt fehlen fast 300 Kita-Plätze
Vorpommern Stralsund In der Stadt fehlen fast 300 Kita-Plätze
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14:44 21.02.2018
Ferienspaß in der „Spielkiste“. Die Awo-Kita soll durch einen Neubau ersetzt werden. Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

Die Eltern merken es jeden Tag – in Stralsund sind Kita-Plätze knapp. Nach genaueren Abfragen steht nun endlich fest, wie groß die Lücke wirklich ist: Mindestens 260 Plätze fehlen in der nächsten Zeit. Allein in der Krippe stehen 100 Familien auf der Warteliste. Im Kindergarten ist die Situation noch dramatischer, denn für die Drei- bis Sechsjährigen mangelt es an 160 bis 180 Plätzen.

8 Millionen Euro brachte das letzte Bundesprogramm (zur Schaffung neuer Krippenplätze) in unseren Kreis. Damit wurden 545 neue Plätze für die Kleinsten gebaut.

Am 5. März will der Jugendhilfeausschuss die Prioritätenliste beschließen, nach der die Fördermittel des Bundes vergeben werden. Zuvor hatte sich das Jugendamt die Wünsche der Kommunen (auch Wohnsitzgemeinde) eingeholt.

2,8 Millionen Euro bekommt Vorpommern-Rügen aus dem Bundes-Programm zur Schaffung neuer Kindergartenplätze.

Jugendhilfeausschuss verteilt Fördermittel

Dass hier Handlungsbedarf besteht, wurde bereits vor gut einem Jahr festgestellt. Und trotz Hilferuf der Kita-Leiterinnen, denen nichts weiter übrig blieb, als die frustrierten Eltern wegzuschicken, haben Stadt und Jugendamt des Kreises lange gebraucht, um hier über den „Wir reden“-Modus hinauszukommen.

Das sagt die Stadt dazu

„Geplant ist, durch Neubau und Erweiterungsmaßnahmen die erforderliche Anzahl an Plätzen zu schaffen“, heißt es auf OZ-Anfrage sehr allgemein aus dem Stralsunder Rathaus. Man setzt dabei unter anderem auf das Kita-Investprogramm des Bundes. Aus diesem fließen 2,8 Millionen nach Vorpommern-Rügen (die OZ berichtete). Die Hansestadt war vom Jugendhilfeausschuss aufgefordert worden, für Stralsund die Prioritäten selbst zu setzen. Wie die aussehen, dazu wollte sich die Stadtverwaltung nicht äußern.

Der Internationale Bund will bauen

Nach OZ-Informationen stehen einige Träger mit ihren Bauplänen in den Startlöchern. So will der Internationale Bund eine neue Kita mit 90 Kindergarten-, 36 Krippen- und 44 Hortplätzen bauen. „Wir haben einen Investor, sind aber auf die Fördermittel angewiesen. Deshalb warten wir jetzt auf die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses, dann geht es in die Planung“, sagt IB-Geschäftsführer Martin Pollmann gegenüber der OZ.

Lebensräume-Verein plant Neubau

Der Zarrendorfer Verein Lebensräume setzt auf einen Neubau mit 48 Plätzen in zwei Kindergarten- und drei Krippengruppen in Stralsund. „Die Kita soll von Montag bis Sonntag geöffnet haben, täglich bis zu 15 Stunden. Wir haben da einen großen Bedarf festgestellt – gerade bei Eltern im Hotel - und Gaststättengewerbe oder in der Pflegebranche“, sagt Geschäftsführer Tino Borchert. Auch er habe für die Einrichtung mit 50 bis 70 Plätzen einen Antrag auf die Bundesförderung gestellt, würde aber auch ohne Zuschüsse bauen.

Chamäleon-Verein 60 Plätze schaffen

60 Plätze im Kindergarten und 24 Krippenkinder – die will der Chamäleon-Verein gern schaffen. „Das Grundstück am Köppenberg ist immer noch für uns reserviert“, sagt Geschäftsführerin Birgit Rubbert gestern gegenüber unserer Zeitung. „Wir haben unseren Antrag schon im Frühjahr abgegeben und jetzt noch mal modifiziert. Fakt ist aber: Ohne Förderung machen wir das nicht.“

Montessori-Kinderhaus will anbauen

Theoretisch trockenen Tüchern ist das Bauprojekt des Montessori-Kinderhauses. Hier soll ein Anbau für 75 Kinder entstehen, 30 von ihnen ziehen aus dem alten ins neue Haus. 1,5 Millionen kostet der Zweigeschosser. „Bei so einer Investition sind wir natürlich auf Förderung angewiesen. Die Anträge auf Zuschüsse aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sind gestellt. Aber das dauert. Einen Baubeginn 2018 können wir abhaken“, sagt Kita-Leiterin Christine Funke.

Awo will endlich loslegen

Quasi schon gebaut sein sollte die neue „Spielkiste“ auf der Mühlenbastion. Seit 2006 plant die Arbeiterwohlfahrt eine neue Kita, zunächst am Kütertor, seit 2013 wird ein Ersatz für die jetzige „Spielkiste“ favorisiert. Im neuen Gebäude sollen 299 Kinder, vor allem aus dem Hort, betreut werden. Seit knapp vier Jahren läuft das Bauantragsverfahren. Nachdem denkmalpflegerische Ziele und Waldumwandlung gemeistert sind, soll es demnächst endlich losgehen.

Sommer Ines

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