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Stralsund Initiative: Seefahrtschule soll weg
Vorpommern Stralsund Initiative: Seefahrtschule soll weg
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00:00 15.10.2016

Der Widerstand gegen den geplanten Umbau der Reste der einstigen Seefahrtschule in Wustrow scheint zu wachsen. Der Investor Fred Muhsal aus Waren/Müritz will in dem Haupthaus und drei neuen Nebengebäuden 129 Wohnungen und Appartements bauen. Es sollen 399 neue Betten entstehen. Im Hauptgebäude soll sich ein öffentlich zugängliches Bistro befinden. Die Gemeindevertreter hatten im September den Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss für das millionenschwere Vorhaben gefasst.

Viel zu wenig komme mit dem Vorhaben für das Fischland heraus, wettert Gunther Lübbe, der für eine Interessengemeinschaft mit „gut einem Dutzend“ Unterstützern spricht. „Wir haben Leute mit Erfahrung in unseren Reihen“, sagt der gebürtige Wustrower. Die von Muhsal vorgelegten Planungen seien von einem Architekten als „städtebauliches Verbrechen“ bezeichnet worden. Und die Wustrower Rahmenplaner seien angesichts der Vorstellungen „aus allen Wolken gefallen“, wie es der 74-Jährige bezeichnet. „Das ist ein Jahrhundertprojekt, das kann man nicht einfach so abstimmen.“

Die Interessengemeinschaft drängt auf einen Bürgerentscheid für den Umbau der alten Seefahrtschule. Knapp 1100 Wahlberechtigte leben Lübbe zufolge in dem Ostseebad. „Wir brauchen erst mal zehn Prozent der Stimmen.“

Und die Initiative zaubert schon eine eigene Idee aus der Kiste. Mit Ausnahme des Turms soll der noch vorhandene Bestand der Einrichtung abgerissen werden. „Den Turm brauchen wir als Bezug zur Seefahrtsgeschichte und Ausbildung in Wustrow.“ Im Übrigen sei ja schon fast die Hälfte des einstigen Bestandes der Seefahrtschule abgerissen worden. Im Turm wollen die Kritiker der aktuellen Planung ein Höhenrestaurant, Ausstellungsräume und das frühere Planetarium oder besser noch eine Sternwarte unterbringen. Das Restaurant solle am besten das Ambiente einer Kommandobrücke eines großen Schiffes vermitteln.

In einem leichten Bogen soll der Idee der Interessengemeinschaft zufolge auf der Freifläche ein kleinteilige Bebauung im Stil der Fischländer Gebäude entstehen. Darin soll es Wohnungen unterschiedlicher Größe geben – von Appartements für Einzelpersonen bis hin zu Wohnungen für Familien. Und natürlich müsse ein großer Saal her, samt kleiner Besprechungsräume. Die Gebäude sollen eine Firsthöhe von maximal neun Metern haben – „das ist artgerecht“.

Dass diesem Tun der Denkmalschutz entgegensteht, ist Lübbe durchaus bewusst. „Der Denkmalstatus muss ratzbatz weg“, sagt der Wustrower Hobbyhistoriker. Da müsse mit dem Landrat geredet werden, „der kriegt eins vors Schienbein“, so Lübbe.

Mit dem Abriss könne bereits im kommenden Jahr begonnen werden, so die ehrgeizigen Vorstellungen. Fünf Jahre veranschlagt der Wustrower für Geldbeschaffung und Neubau.

Thema Finanzierung: „Da werden wir mit Angela Merkel sprechen.“ Und auch ein persönliches Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble werde es geben müssen. Land und Bund hätten von der Ausbildung in Wustrow nachhaltig profitiert.

Bürgermeister Daniel Schossow (SPD) hält den neuen Gegenwind für moralisch verwerflich. Lübbe als früherer Bürgermeister sei nie zu einer Sitzung oder der frühzeitigen Bürgerbeteiligung erschienen.

Timo Richter

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