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Stralsund Internationaler Streitfall am Imbiss-Tresen
Vorpommern Stralsund Internationaler Streitfall am Imbiss-Tresen
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00:00 23.07.2016

„Wir haben hier zwei Männer, die wollen ihr Bier nicht bezahlen“ – dieser Hilferuf aus einem Asia-Imbiss landete per Telefon auf dem Polizeirevier. Das sah nach Zechprellerei aus.

Doch wie so oft im Leben, ist es meist etwas komplizierter. „Die Kollegen, die zum Imbiss rausfuhren, trafen die beiden Männer auch noch an“, erzählt Dietmar Grotzky, Leiter des Polizeihauptreviers in der Böttcherstraße. Einer der Verdächtigten erklärte den Polizisten, dass er selbstständiger Handwerker sei und mit seinem Kumpel eigentlich nur die Wohnung des Imbiss-Besitzers habe malern wollen.

Allerdings brauchten die beiden Handwerker nach zwei ausgemalten Räumen so etwas wie einen kleinen Motivationsschub. „Sie verlangten vom Auftraggeber eine Art Vorschuss“, sagt der Revierleiter.

Doch an diesem Punkt schienen die Gepflogenheiten zwischen Europäern und Asiaten dann doch etwas auseinanderzugehen. „Der Imbissbesitzer hatte den Malern kategorisch erklärt, dass es erst Geld gebe, wenn die Arbeit fertig ist“, weiß Dietmar Grotzky. Das trug jedoch nur wenig zum Ausräumen eventueller internationaler Missverständnisse bei.

Weil nun aber dieser Streitfall im Imbiss ausgetragen wurde, schauten sich die beiden unmotivierten Aushilfsmaler einen Moment lang im Gastraum um und entdeckten etwas, das durchaus als Ersatz für eine Anzahlung herhalten konnte – Bier. Also griffen sie zu und erklärten, sich vorerst mit diesem Vorschuss zufrieden geben zu wollen. Das jedoch sah der Gastronom aus dem fernen Asien ein wenig anders. Als die Polizei eintraf, waren zwei Bierflaschen bereits trinkfertig geöffnet. Weitere Flaschen fanden sich ungeöffnet im Rucksack.

Als die Streife die Herausgabe des Gerstensaftes verlangte, setzten beide Seiten zu großen Erklärungen an. Die ausgetrockneten Maler machten geltend, dass sie ja auch noch Pfandflaschen dazugestellt hätten. Das müsse berücksichtigt werden. Also wurde gerechnet. „Am Ende betrug der angerichtete Schaden ganze 1,04 Euro“, weiß Grotzky. Doch selbst die waren die Delinquenten nicht bereit zu zahlen. Jetzt reichte es den Beamten. Sie fertigten eine Anzeige wegen Betruges aus. „Hätten sie gezahlt, wäre alles in Ordnung gewesen“, sagt der Revierleiter mit einem Kopfschütteln.

Der Imbissbesitzer drückte seine Verärgerung in Form eines Hausverbots gegen die beiden Zechpreller aus. Ob die dann in seiner Wohnung noch weitermalern durften, konnte zu dem Zeitpunkt nicht mehr geklärt werden.

Wie Dietmar Grotzky betont, ist der Rest höchstens noch über eine Zivilklage zu klären.

Jörg Mattern

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