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Jamaika-Feeling im kalten Welterbe

Stralsund Jamaika-Feeling im kalten Welterbe

Buntes Programm beim Honky Tonk in Stralsund: Die Musiker der Flashbuddai-Band entzündeten am Wochenende ein Reggae-Feuerwerk im Goldenen Löwen. Vom Party-Schlager bis hin zum harten Südstaaten-Rock reichte das musikalische Spektrum.

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Die frenetisch gefeierten Stars der Honky-Tonk-Nacht waren die Musiker der „Flashbuddai Band“ im Goldenen Löwen. FOTOS (5): CHRSITIAN RÖDEL

Stralsund. Sichtlich glücklich waren Kerstin und Bernd Neitzel Samstagnacht, denn das Stralsunder Ehepaar konnte endlich mal wieder gemeinsam in der HonkyTonk-Nacht die Live-Musik in vollen Zügen genießen.

OZ-Bild

Buntes Programm beim Honky Tonk in Stralsund: Die Musiker der Flashbuddai-Band entzündeten am Wochenende ein Reggae-Feuerwerk im Goldenen Löwen. Vom Party-Schlager bis hin zum harten Südstaaten-Rock reichte das musikalische Spektrum.

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„Meine Frau hatte in den beiden vergangenen Jahren immer Nachtschicht im Pflegeheim, wenn das Kneipen-Festival auf dem Terminkalender stand, und in diesem Jahr hat sie tatsächlich einmal frei gehabt“, freute sich der Hansestädter und fügte lachend hinzu: „Allein hätte ich auch gar keine Lust, Samstagnacht durch die Stralsunder Altstadt zu ziehen.“

Dem schon etwas reiferen, aber jung gebliebenen Ehepaar gefiel die musikalische Bandbreite der langen Nacht der Livemusik in diesem Jahr ganz besonders gut. Das sahen sehr viele Besucher des Kneipen-Festivals offenbar genauso – anders sind jedenfalls die Heerscharen an Livemusik-Fans, die sich Samstagnacht durch die Kneipen und Altstadtgassen schlängelten, nicht zu erklären. Nur mit einigermaßen gut ausgebildeter läuferischer Kondition wäre es zu schaffen gewesen, alle zehn Kneipen in dieser Nacht zu besuchen. Viele Gäste standen mal wieder vor der Qual der Wahl: Vom Party-Schlager bis hin zum harten Südstaaten-Rock reichte das musikalische Spektrum. So lockten mit fetzigem Rock´n´ Roll „The Crazy Boys“ in Scheel´s Labor, wo die Musiker mit ihren Klamotten im 60er Jahre-Style und ihrem pomadisierten Haupthaar schon beinahe die Platzhirsche sind, denn das Quartett spielte hier schon des Öfteren. Die Stralsunder Fan-Gemeinde war dementsprechend groß, und es wurde sehr, sehr eng unter dem Scheelehof.

Überhaupt waren alle teilnehmenden Kneipen rappelvoll und hier wurde getanzt, als ob es kein Morgen mehr geben würde. Wilde, ausgelassene Tanzstimmung herrschte aller Orten. Mitten in das Party-Getümmel stürzten sich auch die Stralsunderin Diana Nest und ihre Rügener Freundin Christiane Hasson. „Mein Mann ist zum Handballspiel des SHV gegangen, und so haben wir beschlossen, uns einen schönen Frauenabend zu genehmigen“, sagte Diana Nest in bester Tanzlaune. In der Bar T1 tanzten die beiden Frauen zu Schlager-Klängen des Quintetts „Verwöhnaroma“, bei dem einem unwillkürlich der Werbespruch eines großen Kaffeerösters in den Sinn kam.

Den musikalischen Vogel in der Honky-Nacht schoss im besten Sinne des Wortes die „Flashbuddai-Band“ ab, denn was die vier farbigen Musiker für einen musikalischen Kraftschub in den Goldenen Löwen brachten, war eigentlich unbeschreiblich. Sie entzündeten ein Reggae-Feuerwerk, das nicht von dieser Welt zu sein schien. Auf Jamaika, dem Geburtsland des Reggaes, kann es kaum besser klingen. Bob Marley, der Gottvater des Reggae, hätte garantiert auch seine Freude an diesem sympathischen Volldampf-Quartett gehabt, das mit ihrem energiegeladenen Rhythmus für Furore im Löwen sorgte.

Für Fans von Flamenco, Rumba und Tango war das Trio „Dos can Uno“ die richtige Adresse in der Erlebnisbar „Coconut“, wo ebenfalls kräftig das Tanzbein geschwungen wurde. Mit kraftvollem amerikanischen Südstaaten-Rock von Lynyrd Skynyrd bis ZZ Top begeisterten die Musiker des Quintetts „Strittmatter“ bis zum Morgengrauen in der Ankerwerkstatt.

Livemusik

Unter Honky Tonk versteht man im Süden der USA Lokale, die geprägt sind von Trinkfreudigkeit und handgemachter Livemusik.

Grundidee des Festivals ist die Vernetzung verschiedener Lokale

einer Stadt zu einem musikalischen Stadtevent.

Künstler der verschiedensten musikalischen Stilrichtungen treten zeitgleich an einem Abend auf.

Der Besucher zahlt einmal und hat freien Zutritt zu allen beteiligten Lokalen.

Christian Rödel

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