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Stralsund Janz vor 105. Wildcats-Heimspiel gegen Skurios Volleys Borken
Vorpommern Stralsund Janz vor 105. Wildcats-Heimspiel gegen Skurios Volleys Borken
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00:00 12.10.2018
Die Stralsund Wildcats sind bereit für die Tabellenzweiten aus Borken und hoffen auf eine starke Atmosphäre in der Halle. Quelle: Foto: Niklas Kunkel
Stralsund

Wenn die Stralsunder Wildcats morgen Abend gegen die Skurios Volleys Borken wieder in der Diesterweghalle aufschlagen (Anpfiff 17 Uhr), beobachtet Lothar Janz das Spielgeschehen wieder ganz genau von der Mitteltribüne aus – so wie die 104 Heimspiele zuvor. „Ich habe noch keine Partie der Wildcats in Stralsund verpasst“, berichtet der Edelfan stolz.

Volleyballer mit Leidenschaft: Lothar Janz Quelle: Foto: Horst Schreiber

Janz, der am Tag der Deutschen Einheit seinen 80. Geburtstag feierte, ist eng mit dem 1. VC verbunden. 1995 war er dabei, als der neue Volleyballclub gegründet wurde. „Wir hatten als Volleyballer keine Lust, bei irgendeinem Verein unter ,ferner liefen’ zu spielen. Eigentlich wollten wir uns Stralsunder Volleys nennen“, erinnert sich der Mann der ersten Stunde. Damals war der Vereinsname wohl noch zu ausgefallen.

Janz war dann auch einer der ersten Trainer im neuen Verein, brachte seine Frauentruppe, die 1984 als Schulmannschaft zum ASV Vorwärts und nach der Wende zum TSV 1860 wechselte, gleich mit. Als die VC-Männer und -Frauen in die Regionalliga aufgestiegen waren, verließ Janz den Club und leitete fortan verschiedene Volleyballteams unter dem Dach des SV Hanseklinikums.

„Ich habe bei Vorwärts, Medizin, 1. VC, Hanseklinikum und TSV 1860 Stralsund gespielt. Oder war es Lok?“ Wenn man, wie Janz, in 60 Jahren als Trainer über 20 Mannschaften trainiert hat, kann schon mal durcheinander kommen. Aktuell betreut der 80-Jährige drei Teams, steht jeden Montag, Mittwoch und Freitag und noch stets selbst gegen den Ball. „Ich hatte eine ganz gute Ausbildung als Spieler.

Viermal pro Woche haben wir trainiert, jedes Mal musste ich 100 Aufschläge auf eine kleine Matte setzen. Wenn weniger als 80 auf dem Ziel landeten, durfte ich nicht mit zum Spiel am Wochenende“, entsinnt sich der 1,92-Meter- Schlaks und verweist stolz auf seine Quote: „Ich schlage heute noch fünf, sechs Asse pro Spiel.“ Allerdings musste Janz, der ein Leben lang Angreifer war, aufgrund einer Knieverletzung in den letzten Jahren auf Zuspieler umschulen. Damit habe er immer noch Probleme, gesteht er. Dennoch, Janz ist Vollblut-Volleyballer. Während einer Aida-Kreuzfahrt hatte er kurzerhand eine Truppe zusammengetrommelt, um auch im Urlaub spielen zu können.

Als Übungsleiter seiner Hanseklinikum-Teams hat das Volleyball-Urgestein ein Gespür für die Teamzusammenstellung entwickelt. „Seit jeher teilt Lothar die Mannschaft beim Trainingsspiel ein und archiviert die Ergebnisse“, verrät Spielerin Steffi Jakat, die vor allem die Herzlichkeit des Oldies schätzt. „Ich gebe mir große Mühe bei der Zusammensetzung“, bescheinigt Janz. Alle vier Jahre hat der gebürtige Brandenburger seine Lizenz erneuert. Die aktuelle läuft noch bis zum 31. Dezember. „Ich habe aber schon meine Fühler ausgestreckt, um sie wieder zu verlängern“, berichtet Janz mit verschmitztem Grinsen. Vor zwei Jahren hatte Janz gesagt, dass er mit 80 aufhören will. An seinem Jubiläum hat er keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Erst vor fünf Wochen hat sich der Kapitän ein neues Regelwerk zugelegt. „Es gab zuletzt ein paar Querelen, und ich wollte keinen Trümmerhaufen hinterlassen“, meint Janz.

Beim Volleyball fasziniert ihn die Spielpsychologie. „Ich schaue gern auf die Körpersprache der Spieler. Ich finde es spannend, Kleinigkeiten im Auftreten der Mannschaft, die eine Partie in die eine oder andere Richtung beeinflussen, zu ergründen. Wenn ich jünger wäre, würde ich noch einen Doktor in Sportpsychologie machen“, versichert Janz.

Mentale Stärke müssen morgen die Wildcats gegen Borken beweisen. Trainer André Thiel erwartet das „aktuell stärkste Team der Liga“ in Stralsund. Der Tabellenzweite hat nach drei Spielen erst einen Satz abgegeben, zuletzt die Spitzenteams Köln (3:0) und Oythe (3:1) aus dem Weg geräumt. „Natürlich ist Borken favorisiert. Aber wir haben ein Heimspiel, sind motiviert und freuen uns auf das Duell“, gibt sich Thiel kämpferisch. Mit seinem Team hat er am Aufschlag und der Annahme gefeilt und sich speziell auf lange Ballwechsel vorbereitet. „Wenn wir unser Bestes geben, ist Borken schlagbar“, weiß

Thiel.

Lothar Janz hofft bei seinem 105. Wildcats-Heimspiel, dass die Körpersprache der Stralsunder Spielerinnen stimmt und eine Bestleistung zum Sieg ausreicht.

Horst Schreiber

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