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Stralsund Johanniskloster wird für 10 Millionen Euro saniert
Vorpommern Stralsund Johanniskloster wird für 10 Millionen Euro saniert
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00:01 23.06.2017
Auch die durch die dauerhafte Feuchtigkeit angegriffenen Malereien im Kapitelsaal des Klosters sollen restauriert werden. Quelle: Foto: Stefan Sauer

Ein wenig ketzerisch könnte man feststellen: Gut, dass das Stralsunder Stadtarchiv im Jahr 2012 von dem Skandal um wertvolle verschimmelte Urkunden heimgesucht worden ist. Im Zuge der Bewältigung des dazugehörigen Missstandes soll das Johanniskloster, in dem die Archivbestände über Jahre unter klimatisch völlig falschen Bedingungen gelagert worden sind, nun eine Sanierung erfahren, zu der es sonst so rasch sicher nicht gekommen wäre.

Die Anlage soll um zwei Neubauten ergänzt werden, sodass der frühere Rundgang wieder geschlossen ist / Taubstummenanstalt wird abgerissen

Schimmelskandal

2012 hatte die Hansestadt die historische Stralsunder Gymnasialbibliothek verkauft. Im Zuge der Aufarbeitung des von der Öffentlichkeit unbemerkten Verkaufs wurde bekannt, dass die Bestände des Archivs jahrelang falsch gelagert und deshalb von Schimmel befallen worden sind.

Ein Großteil der Klosteranlage soll ab Mitte nächsten Jahres aufwändig saniert und baulich erweitert werden. Drei Jahre lang sollen die Arbeiten andauern. Nach Angaben von Kerstin Jagusch, sie ist Projektleiterin bei der Stralsunder Stadtentwicklungsgesellschaft (SES), werde die Klosteranlage wieder so hergestellt, dass der Innenhof von einem umlaufenden Gang vollständig umschlossen ist. Darin sei auch der historische Kreuzgang integriert.

Parallel zum Fährwall sei eine Verlängerung des Nordflügels des Klosters geplant, der daran anschließende östliche Klostertrakt werde ebenfalls um einen Neubau ergänzt. Damit wird in der Anlage ausreichend Platz geschaffen, dass auch der Verwaltungs- und Arbeitssitz des Stadtarchivs hinter den Klostermauern untergebracht werden kann, der sich bisher unmittelbar davor befindet. Die in den Ostflügel integrierte Taubstummenanstalt, die 1825 eröffnet worden war, soll abgerissen werden, um Platz für den Neubau zu schaffen. Der Denkmalschutz habe dem zugestimmt, sagte Kerstin Jagusch.

Auch der zum Kloster gehörende Rosengarten soll neu angelegt werden, was noch einmal knapp 500000 Euro kosten würde. An dem Garten entlang soll künftig ein kleiner Verbindungsweg führen, über den man an der bisherigen Kloster-Rückseite zu Fuß vom Fährwall auf die Schillstraße gelangt. Auf dieser Seite soll sich später auch der Besuchereingang zum Stadtarchiv befinden.

Die geplanten Neubauten sollen sich möglichst unauffällig in das Ensemble einfügen und werden an zwei Seiten verglast sein. „Damit wollen wir die Stadtmauer, die die Besucher bei ihrem Rundgang dann an dieser Stelle von innen sehen können, bewusst erlebbar machen, betonte Jagusch. Ein weiterer Höhepunkt des künftigen Rundgangs soll eine verglaste Schaubibliothek sein, in der einige wenige Preziosen des Archivs ausgestellt sein sollen.

Bereits im vergangenen Jahr sind innerhalb der Klosteranlage erste Baumaßnahmen angelaufen, um das massive Feuchtigkeitsproblem in den Griff zu bekommen. Für die Einlagerung der Akten des Stadtarchivs bleibt das Gebäude aber ungeeignet. Sie sollen vollständig in einem neu geschaffenen Zentraldepot an der Schwedenschanze untergebracht werden, was noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden soll.

Benjamin Fischer

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