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Stralsund Kanadierin fliegt zur Operation nach Stralsund
Vorpommern Stralsund Kanadierin fliegt zur Operation nach Stralsund
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00:00 26.07.2016
Colleen Walters im Patientenzimmer mit dem behandelnden Chefarzt Prof. Matthias Birth. Quelle: privat
Stralsund

4000 Meilen ist Colleen Walters von Kanada nach Deutschland geflogen, um sich am Stralsunder Helios Hanseklinikum behandeln zu lassen. Nachdem die 65-Jährige ihren Ruhestand genießen wollte, stellte ihr Arzt Anfang dieses Jahres die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs. „Ich habe schon lange gemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ständig war ich müde, hatte Sodbrennen und starke Beschwerden im Unterleib.“, sagt Walters.

Nach einer Biopsie des Gewebes stand fest, dass der Tumor bereits zu groß für eine operative Entfernung war. Für Walters folgten zehn anstrengende Wochen Chemotherapie. Hoffnung, dass sie den Krebs überleben wird, gab es nicht. „Die Ärzte prognostizierten mir noch ein paar Wochen Lebenszeit“, so die ehemalige Krankenschwester.

Doch im Februar keimte plötzlich Hoffnung auf. Die in Schwerin lebenden Eltern ihres Schwiegersohnes hatten in der NDR-Sendung Visite einen Beitrag über eine seltene Operationstechnik zur Bekämpfung von fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs am Hanseklinikum gesehen.

Die Methode nennt sich Irreversible Elektroporation (IRE) mit NanoKnife. Dabei werden Krebszellen mit kurzen, starken Stromstößen während einer Operation abgetötet. Sie durchlöchern die Membran der Tumorzellen und lassen sie absterben. Die abgestorbenen Zellen kann der Körper selbstständig entsorgen. „Der Eingriff ist gut verträglich und nur mit geringen Nebenwirkungen verbunden", erklärt Chefarzt Prof. Matthis Birth. Die Operation am Hanseklinikum ist für die 65-Jährige ohne Komplikationen verlaufen, und sie befindet sich nun wieder in Kanada, wo sie weiter behandelt wird.

Im Hanseklinikum wurden seit Januar 2015 über 60 Patienten mit dieser Methode behandelt. Das Klinikum erwartet weitere Patienten aus Australien, Russland und Süddeutschland. Während die Deutschen Krankenkassen die Kosten übernehmen, musste die Kanadierin die Behandlung allein zahlen.

OZ

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