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Stralsund Kinderkram im Hort landet beim Staatsanwalt
Vorpommern Stralsund Kinderkram im Hort landet beim Staatsanwalt
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00:00 17.09.2016

Die Bissspur im Unterarm ihres Sohnes war deutlich zu sehen. Sie stammte von einem Mädchen, das den 11-Jährigen eines Nachmittags im Hort ihre Zähne in die Haut gesetzt hatte. Die Mutter des Jungen war darüber so erbost, dass sie den Vorfall bei der Polizei anzeigte.

„Die Anzeige lautete auf Körperverletzung“, sagt Kriminalhauptmeister Heiko Lutzke. Laut Angaben des Jungen habe dieser die 12-Jährige mit ein paar Gacker-Geräuschen geneckt, worauf das Mädchen unvermittelt zugebissen haben soll. Immerhin hatte ein Kinderarzt nach dieser Attacke ein Hämatom festgestellt.

„Normalerweise ist das kein Fall für die Polizei“, sagt Lutzke. „Wir reden hier von 11- und 12-jährigen Kindern, die dem Gesetz nach strafunmündig sind.“ Doch im Fachbereich Jugend des Stralsunder Kommissariats nehmen sich die Ermittler auch schon mal solcher Fälle an, um erzieherisch auf die kleinen Banausen einzuwirken. Und so lud Heiko Lutzke beide Parteien samt Elternvertreter zum Gespräch aufs Kommissariat ein.

Der Gebissene und seine Mutter erschienen dazu gar nicht erst. Offenbar war da die erste Wut über den Vorfall bereits verraucht.

Also redete der Kriminalist mit der 12-Jährigen. „Die Kleine hatte zu der Vorgeschichte jedoch eine ganz andere Version zu berichten“, erzählt Lutzke. Danach hatten die beiden Fußball gespielt, als sich ein Junge aus dem Hort dazugesellen wollte. Das Mädchen hatte nichts dagegen, ihr Mitspieler schon. Danach ging der Abgelehnte traurig weg, während der 11-Jährige zunächst hinterherlief. Kurze Zeit später soll er aber in vollem Lauf auf das Mädchen zugerannt sein und sie aus der Bewegung in den Schwitzkasten genommen haben. Gegen diesen Angriff habe sich die Lütte dann nur noch mit einem kräftigen Biss in den Arm wehren können, der sie umklammerte. Mit dem Gackern habe der Angreifer sie hinterher wohl nur noch ärgern wollen.

Für den Kriminalisten blieb danach nicht viel mehr zu tun, als dem Mädchen möglichst kindgerecht die Verhältnismäßigkeit von Notwehr zu erklären. „Die Akte zu der Anzeige geht dennoch an den Staatsanwalt, der das Verfahren wegen der Strafunmündigkeit der Kinder vermutlich einstellen wird“, sagt Heiko Lutzke.

Er weiß, dass Polizisten in solchen Fällen immer öfter als Sozialarbeiter herangezogen werden. „Meist bei Streitigkeiten, bei denen es aus meiner Sicht durchaus vernünftiger gewesen wäre, wenn die Erwachsenen aufeinander zugegangen wären und das Problem im gegenseitigen Gespräch und gemeinsam mit ihren Kindern aus der Welt geschafft hätten.“

Jörg Mattern

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