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Stralsund Kreis hat Kita-Geld für Geschwisterkinder ausgezahlt
Vorpommern Stralsund Kreis hat Kita-Geld für Geschwisterkinder ausgezahlt
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14:44 11.02.2019
Für die Betreuung des zweiten, dritten oder vierten Kindes in der Kita müssen Eltern seit 1. Januar keinen Beitrag mehr zahlen. Quelle: dpa/Monika Skolimowska
Stralsund

Kostenfreie Kita für alle – auf dem Weg dahin sollen Eltern ab 1. Januar 2019 schon mal für Geschwisterkinder entlastet werden. Die meisten Mütter und Väter dürften das auch bereits in der Haushaltskasse gespürt haben: Der Kita-Beitrag für das zweite oder dritte Kind ist vom Jugendamt des Kreises an die Kindertagesstätten überwiesen worden. 15 Millionen Euro hatte das Land dafür ab 2019 eingeplant. Die Kosten der vollständigen Beitragsbefreiung, im Gute-Kita-Gesetz festgeschrieben, werden mit jährlich rund 145 Millionen Euro veranschlagt.

Doch es dauerte ein paar Wochen, bis das Geld durchgereicht werden konnte, denn die Eltern mussten erst Anträge stellen, um vom Elternbeitrag „verschont“ zu werden. In vielen Fällen fertigten die Kitas dafür entsprechende Listen an.

2284 Anträge auf Elternentlastung wurden im Januar beim Jugendamt Vorpommern-Rügen gestellt, 250 Nachzügler reichten das Papier später ein. „Bis 10. Januar hatte die Verwaltung 1560 Anträge bearbeitet und das entsprechende Geld ausgezahlt. Alle weiteren Anträge folgten dann bis Ende Januar, so dass jetzt alle Geschwisterkinder erfasst und der Beitrag für sie an den jeweiligen Träger ausgezahlt wurde“, sagt Olaf Manzke auf OZ-Anfrage. Der Sprecher des Landkreises will aber nicht ganz ausschließen, dass es noch ein paar Sonderfälle gibt, zum Beispiel wenn Kinder in verschiedenen Einrichtungen oder verschiedenen Orten untergebracht sind.

„Wir haben die jeweilige Summe an die Kita-Träger überweisen, und die haben selbst entschieden, auf welchem Wege sie den betroffenen Familien das Guthaben zukommen lassen“, erklärt Olaf Manzke weiter. Martin Pollmann, Geschäftsführer des Internationalen Bundes in Stralsund, sagt: „Wir haben alle Listen frühzeitig abgegeben, so dass der Kreis die Auszahlung vorbereiten konnte. Allerdings klappte das nicht zum 1. Januar, deshalb haben wir die Eltern unserer zehn Kitas gebeten, für den Monat Januar in Vorleistung zu gehen.“ Inzwischen seien die Zahlungen in zwei Durchgängen eingegangen. „Wir verrechnen die Beiträge dann mit dem nächsten Monat“, so IB-Chef Pollmann.

Einen anderen Weg ging das Kreisdiakonische Werk (KDW) in Stralsund. „Wir haben die Entlastung gleich zum 1. Januar an die Eltern weiter gegeben. Das heißt, wir als Träger sind das Risiko eingegangen, dann auf das Geld zu warten. Aber wir hatten Glück, die Überweisung war bis auf eine Kita schnell bei uns angekommen“, sagt Karin Felgenhauer, Kita-Bereichsleiterin beim KDW.

Lob kommt auch vom Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt in Stralsund. „In Vorpommern-Rügen klappte das wirklich sehr gut. Die Zahlungen sind schnell bei uns gebucht worden. Super. Wir haben da auch ganz andere Beispiele. Ich denke da nur an unsere Kitas in der Region Rostock, auch in Vorpommern-Greifswald läuft es schleppend. Da warten wir noch auf Gelder, nur Vorpommern-Rügen ist durch“, sagt Dorita Schulz, bei der Awo für den Bereich Kindertagesstätten verantwortlich, und schiebt nach: „Wir hatten uns in der Geschäftsführung aber ohnehin schon im Dezember darauf geeinigt, dass wir von den Eltern keine Vorleistung verlangen. Wir wollten, dass sie die Entlastung gleich spüren. Auch wenn das ein Risiko für den Träger war.“

Auf dem Weg zum kostenlosen Kita-Platz

15 500 Kinder in Vorpommern-Rügen werden in einer der 165 Kita betreut. Sie besuchen Krippe, Kindergarten oder Hort. Hinzu kommen 620 Mädchen und Jungen, die von 161 Tagesmüttern und-vätern umsorgt werden.

Das Gute-Kita-Gesetz sieht auf dem Weg zur völligen Beitragsfreiheit mehrere Schritte vor. Ab 2018 wurden die Eltern mit 50 Euro pro Monat unterstütz. Seit 1. Januar 2019 fällt der Beitrag für Kind 2, 3 oder 4 weg. Das heißt: Eltern zahlen nur noch für ein Kind Beitrag. Und der liegt im Landesdurchschnitt in der Krippe bei 280 Euro, im Kindergarten bei 150 Euro.

Im dritten Schritt sollen alle Kinder kostenlos die Kindertagesstätte besuchen können. Vorpommern-Rügen ist für dieses Projekt Modell-Region und bereitet dies seit 2018 vor.

Ines Sommer

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