Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Kita-Planung: Stadt sauer über Prioritäten des Kreises
Vorpommern Stralsund Kita-Planung: Stadt sauer über Prioritäten des Kreises
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:11 13.04.2018
Um die Kita-Investitionen ist ein Streit entbrannt. Quelle: Christian Rödel
Stralsund

Geht es um Kita-Plätze in Stralsund, knirscht es mächtig zwischen Stadt und Kreis. Hat man im Stralsunder Rathaus nach einer Umfrage bei den Trägern eine Lücke von 180 Kindergartenplätzen ermittelt, rechnet das Jugendamt des Kreises nur mit einem Bedarf von 60 Plätzen. Stralsund widersprach zwar energisch, doch ohne Erfolg. Die Zahlen sind deshalb so wichtig, weil sie Grundlage für eine Prioritätenliste sind, die über die Vergabe von 2,8 Millionen Euro aus dem Kita-Investitionsprogramm entscheidet.

Doch wie kommt es zu solchen Differenzen? „Der größte Teil der Diskrepanz ergibt sich daraus, dass der Kreis jene Kinder nicht berücksichtigt, die aus den Umlandgemeinden kommen und in Stralsunder Kitas betreut werden“, erklärte Vize-Oberbürgermeister Holger Albrecht (CDU) im Familienausschuss der Bürgerschaft. „Das geht aber nicht. Auch für diese Familien müssen wir sorgen. Denn erstens ist Stralsund Kreisstadt, das heißt, alle Kinder sind Landkreiskinder, auch die Hansestädter. Und zweitens sind wir Oberzentrum, haben da gewisse Leistungen vorzuhalten, so auch für all jene, die in Stralsund arbeiten. Drittens müssen wir auch die Migrationskinder betreuen. “

Zwar wurden in der Runde Stimmen laut, die meinten, ohne die Umlandnutzung hätte man eine Sorge weniger, doch dazu sagte Ausschussvorsitzende Sabine Ehlert (Bürger für Stralsund): „Die Eltern haben sich das Wunsch- und Wahlrecht für einen Kita-Platz hart erkämpft.“

Mit dem jetzt ausgewiesenen Platzbedarf von 60 Kindergartenplätzen widerspricht der Kreis seiner eigenen Kita-Planung vom Februar 2017. Dort war man bei einer Mitversorgung auswärtiger Kinder von 140 bis 240 Plätzen für alle Kinder ausgegangen. Zudem ist immer wieder von freien Plätzen die Rede. „Ja, diese freien Plätze gibt es, weil nämlich nicht alle Kinder im August oder September geboren werden. Da gehen aber die Großen zur Schule. Also halten wir die Plätze frei, für die, die dann kommen. Und dabei jonglieren wir schon“, so Sabine Ehlert, selbst Kita-Leiterin beim ASB.

Dass keine Plätze zu haben sind, sehe man auch an einer anderen Zahl, erklärte Kathi Gutsmuths von der Stralsunder Verwaltung: „Wir haben fast 20 Tagesmütter, die einen Antrag gestellt haben, auch über Dreijährige betreuen zu dürfen, die ja eigentlich in die Kita gehen sollten.“ Ausschussmitglied Bernd Röll meinte: „Ich bin zwar nicht mehr im Amt, aber wenn ich das so höre, könnte ja ein Anwalt viel Geld damit verdienen, dass die Eltern ihren gesetzlichen Platzanspruch einklagen. Vielleicht sollten wir sie dazu ermutigen, damit sich etwas ändert.“

Geht es um Förderung aus dem Programm für neue Kindergartenkapazitäten, dürfen nach jetziger Prioritätenliste zwei Stralsunder Projekte hoffen: Der Lebensräume-Verein will 45 neue Plätze in Andershof bauen. Und der IB plant einen Neubau am Hexenplatz mit 90 Plätzen. „Ich kann nicht verstehen, dass Lebensräume jetzt vor uns steht, obwohl sich doch alle für uns ausgesprochen haben“, sagte Montessori-Kita-Leiterin Christina Funke im Ausschuss. Andere wunderten sich, dass zu den fünf von Stralsund vorgeschlagenen Projekten (IB, Lebensräume, Montessori, Awo und Chamäleon) noch eine private Kita von Dörte Mittelstädt in der Warteliste auftauchte und vor Chamäleon einsortiert wurde. Die Stadt habe davon nichts gewusst, hieß es.

„Ich denke, alle Projekte sind wichtg, denn wir brauchen die Plätze. Wir sollten da keinen Neid aufkommen lassen“, sagte Anett Kindler von den Grünen und forderte: „Wir brauchen nicht nur die neuen Plätze, der Kreis muss auch in den Erhalt jetziger Kapazitäten investieren. 2,8 Millionen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Man müsse den Finger genau in diese Wunde legen, fand auch Sabine Ehlert: „Für den Kreis ist die Sache seit März mit dem Beschluss der Priritäten erledigt. Im Jugendhilfeausschuss hioeß es damals, man habe alles so übernommen, wie es die Kommunen wollte. Das stimmt ja nun definitiv nicht. Wir werden einfach nicht ernst genommen. Deshalb möchte ich das Thema dringend noch mal in alle Fraktionen geben. Wir müssen da handeln.“

Sommer Ines

Neubesetzung des Präsidentenposten beim Sportbund in Stralsund: Nach zwei Wahlgängen setzte sich DLRG-Mann Maik Hofmann, der auch in der Bürgerschaft sitzt, gegen Volleyball-Manager Steffen Täubrich knapp durch.

13.04.2018
Grimmen Ribnitz-Damgarten/Grimmen/Altefähr/Stralsund - Start frei zur Anmeldung für den Rügenbrücken-Marathon

Läufer können zwischen Marathon, Halbmarathon, 12 und 6 Kilometer-Strecken wählen. Alle Strecke führen über die Rügenbrücke, die sonst für Fußgänger gesperrt ist.

18.04.2018

Fontänen sprudeln: In den Städten von Mecklenburg-Vorpommern werden jetzt die Brunnen und Wasserspiele angeschaltet.

13.04.2018