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Stralsund Kita könnte am Jahni gebaut werden
Vorpommern Stralsund Kita könnte am Jahni gebaut werden
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09:13 06.11.2018
Eine neue Kita könnte zwischen Jahni und Kita Zwergenhaus gebaut werden. Das Kleinfeldfußballfeld würde dann allerdings verschwinden. Quelle: Ines Sommer
Stralsund

Das geplatzte Kita-Neubauprojekt des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt könnte nun an anderer Stelle gebaut werden: Stadt und Träger haben an der Karl-Marx-Allee eine Fläche zwischen Kita Zwergenhaus und Jahnsportstätte ins Auge gefasst. Darüber informierte Jörn Tuttlies, Leiter der Abteilung Schulverwaltung, Sport und Zentrales Gebäudemanagement im Stralsunder Rathaus, den Bildungs- und Kulturausschuss der Bürgerschaft.

Weil die Awo kein Ausweichquartier für die rund 200 Kinder gefunden hatte, war das Projekt, um das seit Jahren gerungen und für das Fördermittel bereitgestellt wurden, vor ein paar Wochen gestorben. Eine Variante auf dem Dänholm war wegen des täglichen Transportes der Kinder und zu hoher Umbaukosten als zu teuer abgelehnt worden. Allein 750 000 Euro hätte das gekostet. „Unverhältnismäßig teuer für eine Übergangszeit von zwei Jahren. Die Eltern hätten 300 bis 400 Euro pro Monat zahlen müssen“, erklärte der Mann aus der Stadtverwaltung.

Auf der kleinen Grünfläche neben dem Jahni wäre nun Platz für den Neubau eines Kita-Hauses, wie er seit Jahren eigentlich an der Mühlenbastion geplant war. „Das Areal würde ausreichend sein für ein Gebäude mit 200 Plätzen. Und wichtig für die Hortkinder: Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Hauptmann-Schule“, sagte Tuttlies und schob hinterher: „Das Ganze hat allerdings einen Nachteil: Uns geht eine Rasenfläche verloren, auf der Kleinfeld-Fußball stattfindet. Dass es diese Fläche so gibt, ist unserer Sportkolonne zu verdanken.“

Der kleine Platz sei zwar nicht drin in der Sportstättenvergabe, weil es sich nicht um einen offiziellen Platz handle. Dafür fehlten zum Beispiel extra Umkleidekabinen. „Aber die Fläche diente als Ausweich-Trainingsmöglichkeit, und dafür wird sie auch gebraucht. Wir kennen ja die prekäre Sportstättensituation in Stralsund. Wir mussten da jetzt abwägen“, sagte Jörn Tuttlies und betonte, dass da zwei Herzen in seiner Brust schlagen. „Aber in diesem Fall haben die Kita-Plätze Vorrang. Ich hoffe aber, dass wir für die Sportler dann an anderer Stelle schnellstens eine Lösung finden.“

So könnte die neue Kita in den nächsten zwei Jahren neben dem „Zwergenhaus“ gebaut werden. Und für diese Zeit bleiben die Kinder noch in der jetzigen „Spielkiste“. Später könnte man dann an der Mühlenbastion das jetzt gescheiterte Neubau-Kita-Projekt der Awo doch noch umsetzen. „Das Haus ist ja dann freigezogen, weil die Kinder in der neuen Kita betreut werden. An der Bastion würden dann zusätzlich 200 Plätze entstehen. Und wir wissen ja, dass die gebraucht werden.“ Tuttlies betonte, dass es zwar mehrere Interessenten gebe, die Kita-Plätze schaffen wollen. „Doch es hapert immer am Standort, wir haben in der Stadt zu wenig Flächen mit Baurecht. Schiebt man einen B-Plan an, dauert das ein bis zwei Jahre...“

Ausschuss-Vorsitzender Maik Hofmann (Bürger für Stralsund) konnte zwar die Entscheidung für die Kitaplätze nachvollziehen. „Aber wir wissen auch, dass wir für den Sport Flächen brauchen. Da müssen wir unbedingt dranbleiben.“

Jugendhilfeausschuss hat erst fünf Anträge für neue Kita-Plätze

Neun Träger hatten sich mit ihren Projekten für das neue Kita-Investprogramm insofern erfolgreich beworben, dass den Sprung in die Prioritätenliste 1 geschafft haben. Allerdings liegen dem Jugendamt erst fünf Antzräge vor, keiner davon so vollständig, dass sofort gebaut werden könnte. Mit anderen Worten: Die Schaffung neuer Plätze zieht sich hin.

Die Abgabefrist für Anträge wurde nun bis zum 30. November verlängert. Danach prüft das Jugendamt und behält sich dafür drei Monate vor. „Alles, was bei uns fertig bearbeitet ist, schicken wir weiter zum Landesamt für Gesundheit und Soziales“, sagte Jugendamtsleiterin Dörte Heinrich im letzten Jugendhilfeausschuss.

Bedauert wurde in der Runde, dass die Awo ihre Fördermittel aus dem letzten Invest-Programm für die Spielkiste-Sanierung zurückgegeben hat. Diese Gelder sind unwiederbringlich weg. Verwundert waren einige Ausschussmitglieder auch darüber, dass der Storchennest-Verein aus Niepars sein Projekt zurückgezogen hat.

Damit sind 180 000 Euro wieder im Topf, aus dem verteilt werden kann. Man wolle prüfen, ob man bei anderen Trägern aufstocke oder ob ein Projekt der Prioritätenliste 2 nachrückt. Zeitdruck bestehe nicht, weil bis Oktober 2022 die Mittel abgerufen sein müssen. Dennoch, so Ausschussvorsitzende Kathrin Meyer (CDU) wolle man in der Dezember-Sitzung über die Änderungen beraten.

Ines Sommer

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