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Stralsund Klare Botschaft: Wandern statt fahren
Vorpommern Stralsund Klare Botschaft: Wandern statt fahren
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00:05 07.02.2017
Der Knüppeldamm, der zur ehemaligen Waldhalle führt, die nach Abschluss der Umbauarbeiten Anfang Juni als Welterbeforum eröffnet wird, ist eigentlich nur mit dem Jeep zu erreichen, erläutert Nationalpark-Zentrums-Geschäftsführer Mark Ehlers. Quelle: Foto: Udo Burwitz

Der Termin steht: Am 6. Juni soll das neue Welterbeforum, zu dem die ehemalige Waldhalle in der Stubnitz umgebaut wird, eröffnet werden, kündigt Mark Ehlers an.

Sperrung des Waldweges zum Welterbeforum soll heute beschlossen werden

Die neue Attraktion für Insulaner und Urlauber bezeichnet der Geschäftsführer des Nationalpark- Zentrums am Königsstuhl als „Premiumerlebnis“ für jene, die den einzigartigen Buchenwald, von dem Bestände zum Unesco-Welterbe gehören, „erleben wollen“.

Wie kommen wir hin zum neuen Forum? Die Frage brennt vielen Sassnitzern auf den Nägeln. Denn der Weg zur neuen Attraktion soll als Waldweg ausgewiesen und damit für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden. Bereits heute sollen die Sassnitzer Stadtvertreter darüber entscheiden.

Fahren oder laufen? Die Botschaft von Frank Kracht ist eindeutig: „Zurück zum Ursprung.“ So kurz und knapp brachte der Bürgermeister das Ziel des Umbaus der ehemaligen Waldhalle vor Sassnitzern auf den Punkt, die die Stadt – kurz vor der heute anstehenden Entscheidung in der Volksvertretung zur Sperrung des Weges auf Anregung von Fachausschüssen – zu einer Einwohnerversammlung geladen hatte, um ihnen das Welterbeforum-Projekt zu erläutern.

Zurück zum Ursprung – diese Idee sei bereits im Jahr 2012 geboren worden, erinnerte Frank Kracht daran, dass der ehemalige Pächter der Waldhalle die Kommune in dem Jahr informierte, dass er den Betrieb des beliebten Ausflugslokals in dem historischen Gebäude nicht länger fortführen werde. Die Stadtvertretung habe daraufhin einen klaren Auftrag für die Zukunft der Immobilie erteilt, den der Bürgermeister unter das Motto „zurück zum Ursprung“ stellt.

„Der Auftrag lautete: Die Waldhalle zu einem Ausflugsziel für Wanderer zu gestalten. Mit einem Infopunkt, in dem sie sich über das Welterbe der alten Buchenwälder informieren können.“ Die Betonung liege auf Wanderziel, hob er hervor. „Genau für ein Wanderziel mit Welterbeforum ist auch der Bescheid über eine 90-prozentige Förderung des Projektes ausgestellt, den die Stadt und das Nationalpark-Zentrum als Bauherren vom Land erhalten haben“, charakterisierte Frank Kracht die anstehende Entscheidung der Stadtvertretung zur Ausweisung der Zufahrt zum Welterbeforum als Waldweg und der damit verbundenen Sperrung für den öffentlichen Verkehr als logische Konsequenz. „Denn diese Beschlussvorlage fußt auf dem 2012 gefassten Beschluss zur Waldhalle und dem erteilten Förderbescheid.“

„Sperren kommt in Sassnitz in Mode“, kritisierte Peter Klemm angesichts der in jüngster Vergangenheit bereits vorgenommenen Sperrungen touristischer Einrichtungen und Wege wie den Seesteg, am Tierpark und am Radweg am Birkengrund. Die Waldhalle sei seit 150 Jahren ein beliebtes Ziel für Sassnitzer, das jene, die nicht mehr gut zu Fuß sind, jetzt nicht mehr erreichen könnten, gab das Mitglied des Seniorenbeirates der Hafenstadt zu bedenken und nahm Anstoß am Termin der Einwohnerversammlung: „Hier kommt zum Vorschein, dass wir an unserem alten Leiden leiden: 2012 wurde der Beschluss zur Waldhalle gefasst, aber erst 2017 wird mit denen darüber geredet, die es auch betrifft – die Bürger.“

Laufen statt – wie bisher gewohnt – fahren: „Wir wollen keinen vom Besuch des Welterbeforums ausschließen“, beteuerte Gernot Haffner. Der Amtsleiter des Nationalparks Vorpommern räumte ein, dass nicht jeder den Weg zur neuen Attraktion von Sassnitz aus zu Fuß bewältigen könne.

Private Autos auf der Zufahrt zur ehemaligen Waldhalle schloss er allerdings in Zukunft aus. Der Weg solle nach dem Konzept für das Welterbeforum als Wanderziel auch nur noch Wanderern vorbehalten sein. „Verkehr würde das Naturerlebnis auf dem Weg zum Forum nur stören.“

Der Weg sei ein „Knüppeldamm, der nur noch mit dem Jeep passierbar ist“, umschrieb Mark Ehlers dessen Zustand. Er müsse dringend instandgesetzt werden. „Nach dem Verursacherprinzip“, forderte Karl-Friedrich Lindmayer. Der Sassnitzer wies darauf hin, dass die mit altem Kopfsteinpflaster belegte Fahrbahn gerade in jüngster Vergangenheit durch die beim Waldumbau eingesetzten Lastzüge stark beschädigt wurde, die die im Schutzgebiet gefällten Nadelbäume abtransportieren.

„Das ist so auch vorgesehen“, erwiderte Gernot Haffner. „Das Nationalparkamt wird den Weg für Rettungs- sowie Ver- und Entsorgungsfahrzeuge – abhängig von seinen finanziellen Möglichkeiten – schrittweise instandsetzen.“ Abhängig machte er dies allerdings vom anstehenden Beschluss der Stadtvertretung zum Weg: „Wird der als Waldweg eingestuft, fällt er in die Verantwortung des Nationalparkamtes.“Diese Aussichten stellen Silke Buettler nicht zufrieden. „Wir brauchen eine Lösung für jene Sassnitzer und Gäste, die nicht gut zu Fuß sind.“

Eine Lösung kündigte Frank Kracht an. Die Vorlage zur heutigen Sitzung der Stadtvertretung sei um einen Zusatz ergänzt worde. „Durch einen Auftrag“, so der Bürgermeister. „Es soll ein Pendelverkehr zum Welterbeforum in Zusammenarbeit der Stadt mit dem Nahverkehrsbetrieb des Landkreises eingerichtet werden.“

Udo Burwitz

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