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Stralsund Klares Ja für neuen Kurs im Stadtarchiv
Vorpommern Stralsund Klares Ja für neuen Kurs im Stadtarchiv
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00:00 13.09.2013
Stralsund

Was tun? Diese Frage bewegte ganz Stralsund, nachdem die fristlos gekündigte Stadtarchivleiterin Dr. Regina Nehmzow vor einer Woche mit ihrer Klage auf Wiedereinstellung vor dem Arbeitsgericht Erfolg hatte. Kein Wunder, dass dieses Thema gestern im Rathaus im Mittelpunkt der Bürgerschaftssitzung stand, es gleich vier Dringlichkeitsanträge dazu gab.

Mit großer Mehrheit erhielt die Stadtverwaltung Rückendeckung für ihren Kurs zum Neuanfang im Stadtarchiv. Mit 28 zu 12 Stimmen wurde ein Antrag der Fraktionen CDU/FDP, Bürger für Stralsund, SPD und Forum Kommunalpolitik beschlossen. So unterstützen die Stadtvertreter den OB, wenn er den Beschluss des Hautausschusses zur Besetzung der Stelle des Archivleiters unverzüglich umsetzt. Wie die OZ bereits berichtete, soll der gebürtige Greifswalder Dr. Dirk Schleinert, ein Archivar und Historiker, diese Aufgabe übernehmen. Die Abgeordneten regten an, die „Möglichkeiten einer einvernehmlichen arbeitsrechtlichen Lösung mit der bisherigen Archivchefin auszuloten“ und in so einem Fall auf ein Berufungsverfahren zu verzichten.

Keine Chance hatte der Vorstoß der Wählergruppe Adomeit, bis nächsten Mittwoch ein Konzept vorzulegen, dass alle Alternativen enthält, angefangen von einer Weiterbeschäftigung, Umsetzung und Kündigung bis hin zum Nichtantritt des vom Hauptaussschuss gewählten neuen Leiters. Die Linken wollten, dass die Bürgerschaft das Prozedere an sich zieht und das Verfahren zur Neubesetzung vorerst stoppen, was im Verlauf der Debatte aber zurückzogen wurde.

Jürger Suhr, Fraktionschef des Forums Kommunalpolitik, erinnerte daran, dass kein Fall aus seiner neunjährigen Mitarbeit in der Bürgerschaft für so einen Aufschrei in ganz Deutschland sorgte, wobei immer wieder der Umgang mit wertvollen Kulturgütern in der Welterbestadt angeprangert wurde. „Wenn sie bundesweit schon wieder Schlagzeilen haben wollen, dann entscheiden sie heute, die ehemalige Leiterin wieder zurückzuholen“, sagte Suhr. Es sei jetzt besonders wichtig, nicht zu zaudern und deutlich zu machen, dass ein personeller Neuanfang erfolgen soll.

Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hatte schon zu Beginn der Bürgerschaftssitzung mitgeteilt, dass die Stadtverwaltung die schriftliche Urteilsbegründung immer noch nicht habe. Es sei bei der mündlichen Verhandlung aber auch deutlich geworden, dass Pflichtverstöße der Direktorin vorliegen. Die Stadt sei mit Regina Nehmzow derzeit in Verhandlung, um zu einer Lösung zu kommen, mit der beide Seiten leben können.

Andreas Lindenberg

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