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Kleines Küsten-Wäldchen fällt der Motorsäge zum Opfer

Klausdorf Kleines Küsten-Wäldchen fällt der Motorsäge zum Opfer

Motorsägengeheul diese Woche hinterm Klausdorfer Inspektorenhaus. Im Auftrag des Investors für das künftige Ferienhausgebiet auf dem Gelände des Hauses des Bauern hat eine Firma hier auf einer Fläche von etwa 4000 Quadratmetern Bäume gefällt — und damit Tatsachen geschaffen.

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Abgesägt — das kleine Küstenwäldchen auf dem Gelände des früheren Hauses des Bauern in Klausdorf.

Quelle: privat

Klausdorf. „Für diese Maßnahme lag keine Genehmigung vor“, sagt Andreas Baumgart, Leiter des Forstamtes Schuenhagen, und ergänzt: „Aus forstrechtlicher Sicht wird es eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige geben, denn es handelt sich um einen Verstoß gegen bestehende Rechtsvorschriften. Das können wir nach der Beweissicherung, die gestern stattgefunden hat, klar sagen. Allerdings kann ich keine Aussagen dazu machen, was in puncto Artenschutz festgelegt wurde. Dazu muss sich die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises äußern. Erst einmal ruhen die Arbeiten dort.“

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Das W�ldchen befindet sich hinterm Inspektorenhaus.

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Wie konnte es soweit kommen? Geht hier ein Vorhabenträger eiskalt vor oder führten Missverständnisse zur Fällaktion? „Bei einem Vor-Ort-Gespräch aller Beteiligten hat das Forstamt in Aussicht gestellt, dass eine Waldumwandlung möglich wäre, um Bauinteressen und Naturschutz unter einen Hut zu bekommen. Vielleicht hat man das schon als Ja gesehen. Ich könnte mir vorstellen, dass auch der Beginn der Brutschutzzeit ab 1. März zusätzlich Druck gebracht hat, so dass man lieber schnell angefangen hat“, meint Bürgermeister Thomas Reichenbach (CDU).

Forstamtsleiter Baumgart bestätigt die in Aussicht gestellte Waldumwandlung. „Das heißt, es wird an anderer Stelle ein Wald neu angelegt. Den Antrag dafür hat der Vorhabenträger letzte Woche bei uns eingereicht. Es fehlt aber die Waldbilanz, und es sind auch keine Ersatzflächen ausgewiesen“, gibt der Forstamtschef einen Stand der Dinge und ergänzt: „Wir dürfen trotz des rechtsgültigen B-Planes nicht vergessen, dass hier das Waldgesetz, das 2011 noch einmal erweitert wurde, besonderen Schutz erfordert. Gerade wenn es sich wie im Fall Klausdorf um ein besonders seltenes Küstenwäldchen handelt.“ In so einem Fall sei das öffentliche Interesse höher einzustufen als das private eines Investors.

Vor einem Jahr verkündete der Junior-Chef der Dual-Bau GmbH aus Langenfeld in der Klausdorfer Gemeindevertretung, dass es nun endlich losgehe mit der Bebauung des Areals am Haus des Bauern. „Das Ferienhausgebiet unterteilen wir in drei Bauabschnitte. Insgesamt sind 54 frei stehendeEinheiten geplant. Jedes soll großzügig angelegt werden. Diese etwas lockere Bebauung mit viel Grün, also viel Freifläche und wenig Verkehrsfläche, ist jetzt neu in dem Projekt.“ So die Vorstellungen des Vorhabenträgers.

Die Abgeordneten blieben ebenso skeptisch wie die Einwohner. Kein Wunder, denn der rechtskräftig Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 1994. Ob Eigentümerwechsel oder Behörden-Gegenwind — irgendwie stand das Areal rund um das Haus des Bauern bisher immer unter einem schlechten Stern.

„Deshalb waren wir ja nun sehr froh, dass endlich etwas passiert, denn die Mehrheit will doch, dass der Schandfleck verschwindet“, sagt Bürgermeister Reichenbach und verschweigt nicht, dass er sich maßlos ärgert: „Seit 2006 beschäftigen wir uns mit diesem B-Plan wieder intensiver. Gerade in den letzten Monaten wurde in der Gemeindevertretung regelmäßig darüber informiert. Die Pläne lagen aus.

Man hätte also genug Zeit gehabt, seine Bedenken in puncto Naturschutz zu äußern. Aber da ist keiner gekommen...“ Thomas Reichenbach betont, dass der Investor bereits auf der Suche nach geeigneten Ausgleichsflächen sei. „Es soll ja wieder ein Küstenwald werden, dafür laufen Gespräche, und ich denke, dass dieses Problem bald gelöst sein wird.“

Wird eine Waldumwandlung nun noch genehmigt oder gerät das Projekt in unruhiges Fahrwasser? Wie es mit der Bebauung weitergeht, bleibt unklar, denn die Stellungnahme der Naturschutzbehörde unter Leitung von Dr. Andreas Osterland steht noch aus. Trotz schriftlicher und mündlicher Anfragen erhielt die OZ bisher keine Antwort.

Für diese Maßnahme lag keine Genehmigung vor, deshalb wird es von uns eine Ordnungswidrigkeiten- Anzeige geben.“Andreas Baumgart, Forstamtsleiter

Ines Sommer

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