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Kleingärten werden Ausbau des Hohen Grabens weichen müssen

Stralsund Kleingärten werden Ausbau des Hohen Grabens weichen müssen

Vertreter der Sparte „Süd“ versuchen mit der Stadt, Zahl betroffener Parzellen zu begrenzen

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Dirk Räder, Vereinschef der Kleingartensparte „Süd“ und seine Lebensgefährtin Beate Höll am Hohen Graben, der an dieser Stelle verbrettert und zu schmal mitten durch die Kleingartenanlage verläuft.

Quelle: Jörg Mattern

Stralsund. Die Hansestadt will den Hohen Graben sanieren lassen. Das bestätigt Stadtsprecher Peter Koslik: „Die naturnahe Umgestaltung des Hohen Grabens im Teilabschnitt zwischen der Feldstraße und Knöchelsöhren ist eine Maßnahme zur Sanierung der Stralsunder Stadtteiche.“

Koslik verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass dieses Vorhaben Bestandteil eines größeren Projekts ist: des Maßnahmenprogramms zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie für die Flussgebietseinheit Warnow/Peene.

Zumindest im Kleingartenverein „Süd“ hat dieses „Maßnahmenprogramm“ für Aufregung gesorgt. Die Gartensparte liegt wie die Nachbarsparte „Am Stellwerk“ in dem betroffenen Bereich zwischen Knöchelsöhren und Feldstraße. Der Hohe Graben läuft offen daran vorbei, bzw. mittendurch.

Gerüchte machten in „Süd“ die Runde, dass im Zusammenhang mit der Sanierung bis zu acht angrenzende Kleingärten weichen müssen. „Wir sind nicht direkt betroffen, weil unser Garten nicht in dem angrenzenden Bereich liegt“, sagt Sigrid Schuppan. Sie fände es dennoch schade, weil die Gartensparte „Süd“ immerhin schon seit 1938 so besteht. „Man kennt sich hier, der Zusammenhalt ist richtig gut“, sagt die Kleingärtnerin.

Zuständig für die Unterhaltung des Grabens ist der Wasser- und Bodenverband Barthe/Küste. Geschäftsführerin Beatrix Schmidt bestätigt, dass der Hohe Graben im Bereich Feldstraße im jetzigen Zustand mit Maschinen schwer zu bearbeiten ist. „Es ist einfach zu wenig Platz da“, sagt sie. Sie kennt die Absicht, das Gewässer so in einen naturnahen Zustand zu versetzen, dass es später auch leichter zu bewirtschaften ist. „Doch dafür ist die Hansestadt ausbaupflichtig, weil der Graben hier auf ihrem Gebiet verläuft“, betont Beatrix Schmidt.

Bei der Hansestadt spricht Peter Koslik von einer Vorzugsvariante, die im Rahmen der Vorplanung entwickelt wurde. Danach wäre hierfür voraussichtlich die Inanspruchnahme einzelner Parzellen erforderlich. „Es ist vorgesehen, diese Vorplanung in der nächsten Bearbeitungsphase sowohl mit Trägern öffentlicher Belange als auch mit betroffenen Kleingärtnervereinen abzustimmen“, sagt Koslik.

„Ein Treffen dazu hat es inzwischen mit Vertretern der Hansestadt gegeben“, bestätigt Dirk Räder. Der Vorsitzende des Kleingartenvereins „Süd“ spricht von einem „guten Gespräch“. Gemeinsam habe man sich das Problem vor Ort angesehen. „Wir wurden nicht nur angehört, sondern konnten auch unsere Ideen einbringen“, sagt Räder. Dabei wurde auch angeregt, dass nicht unbedingt Kleingärten auf beiden Seiten des Grabens geopfert werden müssen. „Auf einer Seite ließen sich auch Freiflächen mit einbeziehen“, so der Vereinsvorsitzende. Der 44-Jährige geht nach diesem Gespräch davon aus, dass es gelingen könnte, wenigstens vier Gärten zu halten. „Bei den anderen Parzellen wird es schwierig.“ Immerhin hält der Verein für den Notfall noch freie Gärten vor. Darauf können die vom Abriss bedrohten Kleingärtner als erste zugreifen.„Der Vorstand ist mit allen Betroffenen im Gespräch. Wir versuchen, das Problem gemeinsam zu lösen“, betont Räder.

Was ihn dabei optimistisch stimmt, ist vor allem die Zusage, dass auch die nach den Anregungen der Kleingärtner überarbeitete Planung mit dem Verein abgestimmt werden soll. „Wir werden da richtig mit einbezogen“, so ein zufriedener Dirk Räder.

Hauptzufluss der Stadtteiche

149 Gärten gehören zur Kleingartensparte „Süd“ an der Feldstraße. Der Verein zählt 200 Mitglieder.

Der Hohe Graben ist der Hauptzufluss der Stralsunder Stadtteiche. Er fließt vom Nordufer des Andershofer-Voigdehägerteichs bis zum Frankenteich.

Der Ausbau des Grabens im Abschnitt zwischen Feldstraße und Knöchelsöhren ist eine Maßnahme zur Sanierung der Stadtteiche.

Ziele der Umgestaltung sind die Erhöhung des Selbstreinigungspotenzials sowie die Schaffung langfristiger Gewässerunterhaltungsmöglichkeiten.

Jörg Mattern

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