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Stralsund Kleingartenvereine haben wieder mehr Zulauf
Vorpommern Stralsund Kleingartenvereine haben wieder mehr Zulauf
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00:00 18.04.2013
Erika Lachowski (70), Vorsitzende des Kreisverbandes der Kleingartenfreunde, blättert mit Gärtner Klaus-Dietrich Zehm (77) in der Vereinschronik ihrer Anlage „Vogelsang“. Fotos (3): Wenke Büssow-Krämer Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Stralsund

Doreen Niemann genießt endlich die Sonne in ihrem Kleingarten. „Es gibt doch nichts Schöneres, als an der frischen Luft rumzupuzzeln“, meint die Stralsunderin. Erst vor kurzem hat sie ihre Parzelle in der Sparte „Morgenröte“ übernommen. „Es ist zwar mit viel Arbeit verbunden, aber der Vorgänger wollte, dass sein Garten innerhalb der Familie in gute Hände kommt“, erklärt die 37-Jährige ihren Entschluss, unter die Freizeitgärtner zu gehen.

Das Interesse, seine Arbeitskraft nach Feierabend oder am Wochenende auch noch im Kleingarten einzusetzen, ließ in den 90er-Jahren spürbar nach. Doch seit dem Jahre 2000 finden langsam wieder mehr Stralsunder Gefallen daran, ihr eigenes Obst und Gemüse ernten zu können.

„Hier entscheide ich selber, wie viel Pestizide ich auf meinem Teller haben will. Und den Unterschied schmeckt man“, führt Ronald Sinowzik ein Hauptkriterium an, sich für das eigene Gemüsebeet zu entscheiden. Seit 1996 kümmert sich der leidenschaftliche Apfelesser nun mit Vorliebe um Gemüse und Erdbeeren in seiner grünen Oase im Kleingartenverein „Knieper Vorstadt“. 339 Gärten beherbergt der Verein, dessen Vorsitz der 51-Jährige mittlerweile übernommen hat. Mit nur sieben leer stehenden Parzellen steht der Verein auch recht gut dar.

Die Drittelregelung besagt, dass jeweils ein Drittel der Grundfläche für Bebauung, Gemüseanbau bzw. Erholungsfläche vorgesehen ist. Um Fluktuation der älteren Hobbygärtner aufzuschieben, werden inzwischen die so genannten Seniorengärten angeboten. In diesen Fällen ist es gestattet, von dieser Regelung für langjährige Vereinsmitglieder abzuweichen. Sinowzik hat in seiner Anlage 15-mal die Erlaubnis zur Umgestaltung gegeben, denn etwa 70 Prozent der Pächter sind älter als 60 Jahre.

Von den 4612 Kleingärten, die beim Kreisverband der Gartenfreunde registriert sind, sind momentan 176 frei zur Verpachtung. Deren Vorsitzende Erika Lachowski hat in ihrer Anlage „Vogelsang“ ebenfalls kaum Probleme mit freien Parzellen. „Momentan sind zwei von 216 Gärten frei, wovon einer jedoch auch schon wieder reserviert ist“, berichtet die 70-Jährige. Jedoch gibt es Vereine, in denen sich dieses Problem deutlicher abzeichnet. Mit etwa 40 freien Gärten hadert die größte Stralsunder Anlage „Frohes Schaffen“, die mit nicht abziehenden Wassermassen zu kämpfen hat. Dagegen hat die kleine Anlage am Kurt-Tucholsky-Weg das Handicap, ohne Strom- und Wasseranschlüsse auskommen zu müssen. Außerdem sei es schwierig, Leute zu finden, die sich im Vereinsvorstand engagieren möchten, wenn es Ausfälle nachzubesetzen gibt.

Heute wie früher versuchen die Vereine, gerade durch die gelebte Gemeinschaft neue Mitglieder zu gewinnen. „Auch durch Kinderfeste, Volleyball-, Kleinfeldfußball- und Tischtennisturniere versuchen wir, auf uns aufmerksam zu machen“, bestätigt Sinowzik. Und im Verein „Vogelsang“ — in dem auch die jährlichen Gartentage ausgerichtet werden — wird besonders viel Wert auf den Gesamteindruck der Anlage gelegt.

Dafür wurden sie vom Landesverband als „schönste und umweltfreundlichste Kleingartenanlage“ gewürdigt. Seit einigen Jahren ist Klaus-Dietrich Zehm damit beschäftigt, solche Erfolge — von den Anfängen bis zur Gegenwart — in einer Vereinschronik festzuhalten.

Wenke Büssow-Krämer

☎ 70 33 36 (18-8 Uhr).Carl-von-Ossietzky-Str.☎ 03 83 26/8 02 64 (18-8 Uhr).☎ 03 83 20/61 80 (18.30-21 Uhr).(nach telefonischer Vereinbarung).(rund um die Uhr).

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