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Klinikum plant Mahnmal für Opfer der Euthanasie

Stralsund Klinikum plant Mahnmal für Opfer der Euthanasie

Wissenschaftler aus ganz Deutschland befassen sich in Stralsund mit der Ermordung psychisch kranker Menschen während der Nazizeit.

Stralsund. Der Arbeitskreis zur Erforschung der Euthanasie und Zwangssterilisation während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland tagt am letzten April-Wochenende in Stralsund. Erwartet werden dazu Wissenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet.

Während der Auftaktveranstaltung am 26. April (Beginn 17 Uhr) wird wird der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios Hanseklinikum, Professor Harald Freyberger, im Löwenschen Saal des Rathauses einen Vortrag zum Stand der Aufarbeitung der NS-Zeit an der Stralsunder Klinik halten. Sein Mitarbeiter Dr. Jan Armbruster spricht am Tag darauf in der Klinikumskirche (Krankenhaus West) über Euthanasie und Zwangssterilisation in Vorpommern.

Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die damalige Landesheilanstalt Stralsund als erste Klinik auf deutschem Boden aufgelöst, um das Gelände als SS-Kaserne zu nutzen. Dabei wurden 1 160 psychiatrische Patienten in zehn Transporten mit dem Zug deportiert. Ein SS-Sonderkommando erschoss 300 von ihnen in den Wäldern von Piasnica auf polnischem Gebiet. Alle weiteren verlegte man in andere pommersche Landesheilanstalten, wo sie von der zentralen Euthanasie-Aktion T4 erfasst wurden.

Bei der Aktion T4 (benannt nach der Adresse der damaligen Planungszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4) wurden zwischen 1940 und 1941 mehr als 70 000 Psychiatrie-Patienten und Menschen mit Behinderung durch SS-Ärzte und -Pflegekräfte ermordet.

Freyberger und Armbruster haben in den vergangenen Monaten viel Zeit in die Aufarbeitung dieses wohl dunkelsten Kapitels des Stralsunder Klinikums investiert. Um an die Opfer zu erinnern, ist jetzt ein Mahnmal auf dem Gelände des Krankenhauses West, wo sich damals die Landesheilanstalt befand, geplant. Armbruster: „Wir möchten den Opfern mit ihren Namen einen Teil ihrer Würde zurückgeben.“ Den Sockel des Mahnmals finanziert Helios. Für die fünf Stelen bittet die Klinik um Spenden. Außerdem regte die Klinik bei der Hansestadt eine Stolpersteinschwelle an, die im öffentlichen Raum auf die Opfer aufmerksam machen soll.

Spendenkonto: Förderverein Klinikumskirche, Sparkasse Vorpommern, Konto: 100 062 458,

BLZ 150 505 500; Stichwort: Mahnmal.

jpw

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