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Konfuzius-Institut: Chancen für Kultur und Wissenschaft

Angela Merkel in Stralsund: Kanzlerin eröffnet Konfuzius-Institut und Pflegehotel Konfuzius-Institut: Chancen für Kultur und Wissenschaft

Chinesische Kultureinrichtung eröffnet / Forscher des Fraunhofer-Instituts zeigen Interesse an fernöstlicher Heilkunde / Institut für synergistische Medizin als nächster Schritt?

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Falk Höhn, Rektor der FH Stralsund.

Stralsund. Das Konfuzius-Institut Stralsund ist gestern offiziell in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Botschafter Chinas in Deutschland, Exzellenz Shi Mingde, sowie Xu Lin, Generaldirektorin der Konfuzius-Institute weltweit, im Wulflamhaus der Hansestadt eröffnet worden. Es ist die 17. Einrichtung dieser Art in Deutschland und das dritte Institut weltweit mit dem Schwerpunkt auf traditionelle chinesischer Medizin (TCM).

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Chinesische Kultureinrichtung eröffnet / Forscher des Fraunhofer-Instituts zeigen Interesse an fernöstlicher Heilkunde / Institut für synergistische Medizin als nächster Schritt?

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Angela Merkel ging in ihrem Grußwort darauf ein, und die Bundeskanzlerin zeigte sich überzeugt, dass TCM als alternative Heilkunde in Deutschland auf großes Interesse stößt. Für Botschafter Shi Mingde war die Anwesenheit der Regierungschefin sowohl Ausdruck der Wertschätzung der guten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und China als auch Anerkennung des kulturellen Austauschs zwischen beiden Ländern. Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) wünschte, dass die Hansestadt als Sitz dieses Instituts ihren Beitrag zur Vertiefung deutsch-chinesischer Beziehungen leiste.

Die Konfuzius-Institute haben die Aufgabe, die chinesische Sprache und Kultur im Ausland zu verbreiten. Der Schwerpunkt auf TCM in Stralsund birgt zudem wissenschaftliches Potenzial. So ließ Prof.

Horst Klinkmann, Berater der Landesregierung MV in Sachen Gesundheitswirtschaft, am Rande der Eröffnung durchblicken, dass er Stralsund als Standort eines künftigen Instituts für synergistische Medizin für geeignet halte. Diese Einrichtung könnte die Heilkunden verschiedenster Kulturräume auf wissenschaftlicher Basis zusammenführen. Gewissermaßen zu einer Synthese östlicher und westlicher Medizin führen. Denn, so Klinkmann: „Wer heilt hat recht.“ Als nächster Schritt dazu sei eine Weichenstellung durch die Landespolitik in MV nötig. Immerhin habe die Gesundheitswirtschaft im Land die meisten Arbeitskräfte und den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt, so Klinkmann.

Großes Interesse an den Chancen, die das Konfuzius-Institut mit Schwerpunkt auf TCM sowie ein Institut für synergistische Medizin bieten, zeigte auch Prof. Charli Kruse. Der Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie in Lübeck sagte, dass seine Einrichtung Anstrengungen zur so genannten Bioökonomie unterstützen werde. Hinter dem Begriff verbergen sich neue Konzepte zur Nutzung natürlicher Ressourcen. Ein Ansatz, den die chinesische Medizin mit ihren Naturheilverfahren seit Jahrtausenden verfolgt.

Chinesisch ist begehrt

40 000 Studenten und Wissenschaftler aus dem Reich der Mitte besuchen derzeit eine deutsche Hochschule. 7500 ihrer deutschen Kommilitonen lernen in China. Für den chinesischen Botschafter Shi Mingde sind vor allem diese Begegnungen und der Jugendaustausch die beste Investition in die Zukunft beider Länder.

300Schulen in Deutschland lehren heute Chinesisch. Über 3000 Sinologie-Studenten sind an 25 Universitäten eingeschrieben. Die Anzahl der Chinesischlernenden wird auf 30000 geschätzt. Auch das ist ein Erfolg der Arbeit der 17 Konfuzius-Institute in Deutschland.

DREI FRAGEN AN...

OZ: 2014 wurde ihre Idee von einem Konfuzius-Institut am Sund öffentlich. Jetzt ist sie Realität. Wie fühlt sich das an?

Falk Höhn: In 14 Tagen werde ich meine Tätigkeit an der Fachhochschule beenden. Ich freue mich über einen positiven Abschluss meiner Bemühungen. Als Vorsitzender des Trägervereins bleibe ich dem Institut verbunden.

OZ: Wie wichtig ist ein chinesisches Kultur-Institut in Stralsund?

F. Höhn: Ich bin überzeugt, es ist sehr wichtig. Es bringt nicht nur kulturelle Impulse in die Region. Die Ausrichtung auf traditionelle chinesische Medizin birgt Chancen auf wissenschaftlichem Gebiet. Der Truck des Fraunhoferinstituts, der zur Eröffnung auf dem Alten Markt vorgefahren ist, zeugt vom Interesse daran. Nicht zu vergessen. Hier sind heute viele chinesische Journalisten. Ab Mittwoch ist Stralsund in weiten Teilen Chinas eine bekannte Stadt. Das kann auch auf wirtschaftlichem Gebiet Effekte haben.

OZ: Was können die Stralsunder von den Chinesen lernen, was die die Chinesen von uns?

F. Höhn: Wir sollten uns etwas von dem langfristigen Denken der Chinesen annehmen. Nicht die schnellste Lösung muss die beste sein. Umgekehrt bewundern die Chinesen deutsche Zuverlässigkeit und Korrektheit. Ich weiß, dass sie schnell lernen.

Jörg Mattern

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