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Stralsund Konfuzius-Institut Stralsund eröffnet noch im August
Vorpommern Stralsund Konfuzius-Institut Stralsund eröffnet noch im August
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00:00 22.07.2016
Prof Falk Höhn, Vorsitzender des Trägervereins des Konfuzius-Instituts Stralsund und Andrea Döteberg, Leiterin der Geschäftsstelle, haben ihr Büro in den ehrwürdigen Räumen des Wulflamhauses. Hier stehen beide vor einem roten chinesischen Glücksknoten. Quelle: Jörg Mattern

Für das Konfuzius-Institut hat Andrea Döteberg ihren Job im International Office der Fachhochschule in Frankfurt/Main aufgegeben, um in Stralsund zu arbeiten.

Die Diplomübersetzerin für chinesische Sprache ist seit Anfang Juli Leiterin der Geschäftsstelle des Trägervereins für das Konfuzius-Institut Stralsund. „Ich wollte unbedingt dabei sein, wenn so etwas Neues aufgebaut wird“, begründet die 55-Jährige ihre Entscheidung.

Zumindest für Stralsund wie auch für Mecklenburg-Vorpommern ist das chinesische Kultur-Institut Neuland. Erstmals wurde die Idee dazu laut, als eine Stralsunder Delegation mit Kommunalpolitikern und Wirtschaftsvertretern der Hansestadt im Februar 2014 zu Gast im chinesischen Hefei weilte. Professor Falk Höhn, Rektor der Fachhochschule Stralsund, hatte die Kontakte ins Reich der Mitte angebahnt und setzte sich persönlich stark dafür ein, ein Konfuzius-Institut an den Strelasund zu holen. Für die Hansestadt wurde eine inhaltliche Ausrichtung gefunden, mit der Stralsund nun eines von weltweit nur drei Konfuzius-Instituten, die einen Schwerpunkt auf Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) haben. Ende August soll das Institut offiziell eröffnet werden.

„Darauf haben wir zielstrebig hingearbeitet“, so Prof. Höhn. Im März wurde der Trägerverein gegründet und im Mai gemeinnützig ins Vereinsregister eingetragen. Er zählt aktuell 14 Mitglieder, darunter die Fachhochschule, Oberbürgermeister Alexander Badrow als Privatperson, die Stralsunder Mittelstandsvereinigung sowie Jianan Sun, der chinesische Direktor des Stralsunder Konfuzius-Instituts.

Vereinschef ist Falk Höhn.

„Im Juni hatten wir mit dem chinesischen Oberarzt Dr. Wu einen Spezialisten für den Probelauf eines Kurses für Tuina, einer manueller Therapie auf TCM-Basis, zu Gast“, sagt Höhn. Nach dem positiven Echo Stralsunder Physiotherapeuten geht der Verein jetzt daran, mit Unterstützung der Stralsunder Ärzteschaft noch im Sommer ein Kursprogramm auf wissenschaftlicher Basis zusammenzustellen. „Für uns ist diese Zusammenarbeit wichtig, da wir mit der Qualität unseres Kursangebots auch die Kassenärztliche Vereinigung überzeugen wollen“, betont Höhn.

Seine Strategie: „Das Kursangebot auf eine breite Basis stellen und in die Region hinauswirken lassen. So wird es neben den TCM-Kursen auch Sprachkurse in Chinesisch geben. Höhn schwebt vor, dafür Studenten der Fachhochschule sowie der beiden Unis im Land ebenso zu begeistern, wie die Gymnasien mit ins Boot zu holen oder Schnupperkurse für Urlauber anzubieten. Ab Oktober wird dazu eigens eine Muttersprachlerin ihre Arbeit am Konfuzius-Institut aufnehmen.

Dritte Säule der Arbeit des Instituts wird eine Begegnungsplattform werden, auf der mittelständische Firmen aus der Region mit chinesischen Unternehmen in Kontakt kommen. Für November ist eine viertägige Veranstaltung in Stralsund geplant, bei der sich Mittelständler beider Seiten bei Firmenbesuchen gegenseitig kennenlernen können.

Um die Kontakte ins Reich der Mitte noch enger zu knüpfen, soll am Sitz des Konfuzius-Institutes eine administrative Außenstelle der Hochschule Hefei eingerichtet werden. Auch dies geht auf Höhns Initiative zurück. Der scheidende Rektor der Stralsunder Fachhochschule wird ab Oktober eine Tätigkeit als Vizepräsident der Hefei University sowie als Direktor der dort angegliederten Deutschen Hochschule antreten.

Weltweit drei Institute mit TCM-Ausrichtung

15 Konfuzius-Institute gibt es derzeit in Deutschland, dazu kommen noch drei so genannte Confucius-Classrooms an Gymnasien.

Eine Ausrichtung auf Traditionelle chinesische Medizin (TCM) haben weltweit mit Stralsund drei Institute.

2004 wurde das erste Konfuzius-Institut in Seoul eröffnet. Bis heute gibt es weltweit in etwa 100 Ländern solche Einrichtungen.

Die Institute sollen im Ausland Kenntnisse chinesischer Kultur und Sprache fördern, ähnlich der Aufgabe, die Goethe-Institute für Deutschland haben.

Kritiker sehen die Unabhängigkeit der Institute nicht gegeben, befürchten Einflussnahmen des chinesischen Staates.

Kontakt zum Konfuzius-Institut Stralsund, Alter Markt 5: ☎ 03831/3095823, E-Mail: geschaeftsstelle@konfuzius-stralsund.de

Jörg Mattern

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