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Kreis erwartet 2,8 Millionen für den Bau neuer Kita-Plätze

Kreis erwartet 2,8 Millionen für den Bau neuer Kita-Plätze

Jugendhilfeausschuss will möglichst schnell über die Prioritätenliste entscheiden / Resonanz ist gewaltig: Bisher gibt es 29 Bau-Interessenten

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In der Kita vom Elternverein Purzelbäume in Semlow werden 15 Kinder betreut, wie hier von Erzieherin Gisele Soares Laube. 15 Kita-Plätze sollen noch einmal hinzukommen. Dafür wäre kein Neubau nötig, sondern lediglich der Umbau der oberen Etage des jetzigen Mehrfamilienhauses.

Quelle: Foto: Anita Kaiser

Stralsund/Semlow/Zarrendorf/Bergen. In Stralsund fehlen 60 Kita-Plätze, auch in Grimmen, Ribnitz-Damgarten oder Putbus überstieg die Nachfrage bei weitem das Angebot, besonders im Kindergarten. Doch nicht nur die Städte klagen über rappelvolle Kitas, inzwischen ist der Engpass selbst auf dem platten Land zu spüren. Investitionen müssen her – das war allen klar. Nun steht fest, dass der Bund neue Kindergarten-Plätze in Vorpommern-Rügen mit 2,8 Millionen Euro fördert.

OZ-Bild

Jugendhilfeausschuss will möglichst schnell über die Prioritätenliste entscheiden / Resonanz ist gewaltig: Bisher gibt es 29 Bau-Interessenten

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Das ist natürlich eine gute Nachricht. Allerdings: 19 Träger haben bereits einen formlosen Antrag für diesen Fördertopf abgegeben, zehn weitere haben mündlich ihr Interesse erklärt. Damit ist klar, dass nicht alle Bauwilligen aus dem Kita-Programm bedient werden können. Die schwere Last der Auswahl liegt nun in den Händen des Jugendhilfeausschusses, der in einer der nächsten Sitzungen eine Prioritätenliste verabschieden will. Und dabei muss sicher auch berücksichtigt werden, wieviel neue Kapazitäten wirklich gebraucht werden. So stehen in der Kreisstadt 60 fehlenden Plätzen mittlerweile 200 gegenüber, die gebaut werden könnten...

Es gilt also, klug und zukunftssicher zu entscheiden. „Natürlich richten wir uns danach, wo der größte Bedarf besteht. Vorrang hat zudem die Schaffung neuer Plätze. Und auch die Kapazitäten, die betriebserlaubnis-gefährdet sind, haben große Bedeutung“, sagt Kathrin Meyer (CDU). Die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses ist sich aber sicher, dass man eine gute Lösung findet. „Natürlich hätten wir auch gern mehr Geld bekommen, aber vielleicht folgen ja noch andere Programme für Kitas.“

Im Unterausschuss wird die Entscheidung vorbereitet. Wichtig dafür ist das Votum der Kommunen. „Wenn wie in Stralsund zum Beispiel mehrere Träger bauen wollen, muss dort eine Priorität festgelegt werden. Darauf haben wir uns verständigt“, so Kathrin Meyer gegenüber der OZ.

Große Hoffnung setzt Antje Jakob-Knoll in das neue Kita-Programm. Die 43-Jährige, übrigens gerade zum vierten Mal Mutter geworden, hat als Tagesmutter mit sechs Kindern angefangen. Über den Weg der Doppeltagespflege ist nun eine kleine Kita geworden. Träger ist der Elternverein Purzelbäume Semlow . „Wir konnten uns dank der Bürgermeisterin in einem Mehrfamilienhaus in Semlow einmieten. Die untere Etage haben wir für uns umgebaut. Jetzt können wir in unserer Kita 15 Kinder betreuen“, sagt Antje Jakob-Knoll im OZ-Gespräch. Drei Erzieher, Hausmeister und Putzfee kümmern sich um das Wohl der Lütten. Und es sollen noch einmal 15 Plätze dazu kommen. „Wir würden gern die darüber liegende Etage ausbauen, dann wäre unten die Krippe, oben der Bereich für den Kindergarten.

Ich rechne mit Kosten von rund 100000 Euro“, so die Tribohmerin.

Der Zarrendorfer Verein Lebensräume setzt hingegen auf einen Neubau mit 48 Plätzen in zwei Kindergarten- und drei Krippengruppen. „Das Haus sollte schon in der Nähe der 24-Stunden-Kita in Stralsund sein. Wir sind da noch in der Findungsphase“, sagt Vereins- Chef Tino Borchert. Die neue Kita solle von Montag bis Sonntag geöffnet haben, täglich bis zu 15 Stunden. „Wir haben da einen großen Bedarf festgestellt – gerade bei Eltern im Hotel- und Gaststättengewerbe oder in der Pflegebranche.

Ebenfalls in Stralsund könnte sich der Chamäleon-Verein vorstellen zu bauen. 60 Plätze im Kindergarten und 24 Krippenkinder sollten in so einem Haus betreut werden. „Wir haben ein Grundstück am Köppenberg reserviert“, sagt Geschäftsführerin Maren Bittner. Sie hat auch schon einen Namen für ihr Projekt: Küstenkinder. Es geht um eine interkulturelle, integrative und individuelle Betreuung. „Wobei der Schwerpunkt auf der multimedialen Erziehung liegt. Das heißt, die Kinder lernen, wie Radio funktioniert, wie man einen Film dreht oder am Laptop arbeitet“, sagt die 56-Jährige und betont: „Wir haben unseren Antrag schon im Frühjahr abgegeben, gleich nach den Gesprächen mit der Stadt. Aber ohne Förderung machen wir das nicht.

Man muss jetzt auch mal gucken, wer wirklich in der Stadt bauen will. Wenn sieben Träger über 200 Plätze planen, wäre das ja Irrsinn.“

Auf Rügen möchte die Stadt Bergen gern eine neue Einrichtung bauen. „Unsere Kita Stadtknirpse hat 54 Kindergartenplätze. Wir wollen aber künftig auch Krippenkinder betreuen. Dazu fragen wir gerade den Bedarf ab“, erklärt Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) gestern gegenüber unserer Zeitung. „Uns schwebt ein Neubau in Bergen-Süd vor, denn das alte Gebäude ist auf Dauer nicht mehr zu halten. Wir sind da aber noch ganz am Anfang mit unserem Projekt“, sagt sie und sieht wie viele weitere Träger noch ein ganz anderes Problem auf sich zurollen: „Es wird immer schwerer, ausgebildete Erzieher zu finden.“

Ines Sommer

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