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Kritik an „Monsterbauwerk“: Umweltschützer protestieren

Klein Kubbelkow Kritik an „Monsterbauwerk“: Umweltschützer protestieren

Bei Klein Kubbelkow soll im Zuge des Weiterbaus der B 96n ein zehn Meter hohes und ein ein Kilometer langes Straßenkreuz entstehen

Klein Kubbelkow. Wenn am heutigen Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Ministerpräsident Erwin Sellering zum Spaten greifen, um den zweiten Bauabschnitt der Bundesstraße 96n zu eröffnen (11 Uhr Samtens-Ost), werden sie vielleicht etwas vermissen. Die gewohnten Proteste von Kritikern des Neubaus fallen diesmal aus. „Wir wollten uns nicht wieder in die zweite Reihe verbannen lassen“, erklärt Rügens Nabu-Geschäftsführerin Marlies Preller, warum sich Mitglieder von Nabu, BUND und andere Bürger bereits tags zuvor mit einer Protestaktion an Medien und Öffentlichkeit wandten.

Bereits am frühen Sonntagmorgen hatte ein Dutzend Aktivisten erneut weiße Kreuze an 122 weiteren zu fällenden Alleebäumen bei Teschenhagen angebracht, „um Einwohnern und Besuchern der Insel deutlich zu machen, was allein an Alleebäumen verlorengehen wird“. Darunter die in Wien lebende belgische Konzertpianistin Ann Joana Druyts, die in der Vorwoche ein Konzert unter den Eiben von Swantow gab und bereits vor zwei Jahren das Konzert „Hymne an die Bäume“ auf Rügen spielte, „um dadurch die Menschen unterstützen zu können, die sich für den Erhalt der Alleen einsetzen.“

Am Montag also luden die Umweltschützer nach Klein Kubbelkow, um unter dem Motto „Da machen wir nicht mit!“, die Rolle des demokratischen Feigenblatts zu verweigern, wenn „ein hohes Aufkommen wahlkampfprogrammierter Politprominenz auf bereits plattgemachten Wiesenflächen bei Samtens den Weiterbau wahlwirksam starten lassen möchte.“

Unklar sei auch, „wie viel die dort Feiernden überhaupt über die zerstörerische Dimension des Vorhabens wissen“, fragt Marlies Preller. Das „Monsterbauwerk“ eines zehn Meter hohen und über einen Kilometer langen Kreuzungsbaus würde allein eine Fläche von 21 Fußballfeldern benötigen. Der Verkehrskreisel von 67 Metern Durchmesser solle durch eine Straßenbrücke überspannt werden.

„Alles in allem ein unvorstellbarer Landschafts- und Ressourcenverbrauch“, bemängelt Henning Dost aus Bergen. Seiner Meinung nach reiche es aus, die Straße um eine Spur zu erweitern.

„Ortsumgehungen mögen ja sinnvoll sein, um die fünf Bergener Ampeln zu vermeiden, die aber auch durch Kreisel ersetzt werden könnten“, meint er. „Planer und Politiker kleben insgesamt viel zu sehr an starren, alten Konzepten und verstecken sich hinter irgendwelchen technischen Vorschriften“, glaubt er. „Man müsste auch mal links und rechts gucken wie beispielsweise die Skandinavier solche Aufgaben bewältigen“. Um einen Kompromiss im Sinne der Insel zu erreichen, würde es den Dialog brauchen. „Dazu fehlt es aber an Mut und wohl auch am Willen“.

Gert und Annette Kottau aus Jarnitz schlossen sich spontan der Aktion an, von der sie aus der OSTSEE-ZEITUNG erfuhren. „Ich ärgere mich über die gnadenlose und nicht immer sinnvolle Vermarktung der Insel, welche die natürlichen und damit unsere Lebensgrundlagen zerstört“, sagt Gert Kottau. Alternativen seien ausgearbeitet, aber nicht berücksichtigt worden, fügt Ehefrau Annette hinzu.

Gegen den Straßenbau hatte sich auch der Verband Insula Rugia auf seiner Jahresmitgliederversammlung ausgesprochen. „Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr räumt heute ein, dass entgegen früherer Argumentation die Verkehrsmengen nicht weiter zunehmen werden“, begründet Bodo Noack, ehemaliger Leiter des Umweltamtes Rügen, die Ablehnung des Verbands.

Uwe Driest

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