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Kritik an der Schwanen-Jagd bei Stralsund

Klausdorf Kritik an der Schwanen-Jagd bei Stralsund

Nach dem Abschuss von mehr als 50 Höckerschwänen auf einem Feld in Klausdorf fordern Tierschützer, die Vögel nicht mehr zu bejagen.

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Aufgereiht: Einige der toten Schwäne auf einem Feld in Klausdorf bei Stralsund.

Quelle: privat

Klausdorf. Der Abschuss von mehr als 50 Schwänen auf einem Feld in Klausdorf in der Nähe von Stralsund (die OZ berichtete) beschäftigt nun auch den Landesjagdverband. Der Vorfall werde untersucht, kündigt Wildmeister Henning Voigt an. Höckerschwäne dürften zwar gejagt werden, aber „wie und wo es geschehen ist“ sei ungewöhnlich. Jedes Jahr würden in Mecklenburg-Vorpommern etwa 600 dieser Tiere erlegt – weil sie Schäden auf Äckern anrichten und um ihr Fleisch zu essen. Das Fleisch der erschossenen Vögel von Klausdorf landet allerdings nicht auf dem Teller. Ihre Kadaver wurden vergraben.

„Auf die Jagd auf Höckerschwäne sollte im Jagdrecht verzichtet werden“, fordert Corinna Cwielag vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Denn die Vögel könnten mit Sing- und Zwergschwänen verwechselt werden. Wildmeister Hennig Voigt weist das zurück: „Jäger wissen, wie man Schwäne auseinanderhält, ansonsten müssten sie ihren Jagdschein abgeben.“ Er selbst habe noch nie einen Schwan geschossen – wie viele der rund 11 000 Jäger im Land auch nicht. Dennoch: Dass 50 Höckerschwäne auf einmal erlegt werden, sei keine „Katastrophe“. Ihr Bestand sei groß genug.

Das bestätigt Frank Vökler von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft MV. Zu etwa 3000 Brutpaaren kämen zwischen noch bis zu 25 000 Höckerschwäne, die nicht brüten. Trotzdem: „Der Abschuss in Klausdorf ist ein starkes Stück“, sagt Vökler. Er vermutet, dass die angeblich wirtschaftlichen Schäden auf dem Acker nur als Ausrede genutzt werden. Denn normalerweise würde es Einzelabschüsse geben, um Tiere zu vergraulen. Hinzu komme, dass die Bevölkerung sehr sensibel auf den Abschuss von Schwänen reagiere.

Das beweisen die vielen Leserzuschriften, die die OSTSEE-ZEITUNG zu diesem Thema erreicht haben. So schreibt Bettina Jung, Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei: „Der Mord an 50 Schwänen in Klausdorf ist ein wirkliches Verbrechen.“ Das Ganze sei an der Grenze zum Nationalpark geschehen, der auch zum Schutz von Tieren existiert. „Anderswo kommen Schwäne in Winterquartiere und genießen eine besondere Pflege – hier werden sie zu Flintenfutter“, ergänzt sie. OZ-Leserin Ursula Wetzel sagt, dass man Schwäne auch aufscheuchen könnte. „Aber dann hätte man ja nicht die Flinte nehmen können.“ Kathrin Diezel kommentiert: „Was beim Wildbestand sein muss, muss sein, aber 50 Tiere auf einmal, das geht zu weit!“ Zumal die meisten bestimmt schon auf der Flucht waren. Jägerin Annelie Sophie Gudath fragt hingegen: Ist ein Wildschwein, ein Reh oder eine Ente weniger wert als ein Schwan? „Alle wollen Fleisch essen und keiner kommt mit der Realität des Erlegens zurecht.“

 



Schroeder, Kerstin

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Von Reik Anton

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