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21. Juni 1316: Sieg in der Schlacht im Hainholz

Stralsund 21. Juni 1316: Sieg in der Schlacht im Hainholz

Morgen jährt sich zum 700. Mal die legendäre Schlacht im Hainholz, bei der die Stralsunder gegen eine scheinbar übermächtige Fürstenkoalition einen glänzenden Sieg erringen konnten.

Stralsund. Morgen jährt sich zum 700. Mal die legendäre Schlacht im Hainholz, bei der die Stralsunder gegen eine scheinbar übermächtige Fürstenkoalition einen glänzenden Sieg erringen konnten.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts war Stralsund wie Rostock und Wismar zu wirtschaftlicher Stärke gelangt und gehörte zu den bedeutendsten Handelszentren im Ostseeraum und war eine der mächtigsten Städte in der Hanse. Zu dieser Zeit wollte der dänische König Erich VI. Menved seinen Machtbereich an der südlichen Ostseeküste erweitern. Über die Landesfürsten konnte er zumeist schnell die Oberhoheit erlangen. Aber die inzwischen selbstbewussten und reichen Bürger in den Städten widersetzten sich recht erfolgreich.

So sah sich Stralsund, das erst 1234 vom Rügen-Fürsten Wizlaw I. das Stadtrecht erhalten hatte, im Jahre 1316 einem Kampf mit dem Bündnis des dänischen Königs und zahlreichen Landesfürsten ausgesetzt. Die Chroniken geben an, dass Erich Menved mit über 40 Koggen die Stadt belagerte, und zu Lande ein großes Heer angriff. Stralsunder Chroniken nennen nun den Albanstag, den 21. Juni, als den Tag, an dem die Stralsunder und ihre Verbündeten, vor allem 12 rügensche Ritter und 123 Knappen, die Feinde am Morgen in ihrem Lager im Hainholz überrumpelten und einen großartigen Sieg feierten.

Als Ergebnis dieses Erfolges konnte die Stadt auch ihre Position gegenüber dem Landesherrn, dem rügenschen Fürsten Wizlaw, weiter stärken und zahlreiche Rechte erwerben. Außerdem sollen Lösegelder von gefangenen Fürsten für die Finanzierung des Artushofes und des Rathauses genutzt worden sein. Vermutlich wurden zumindest der Löwensche Saal und die Schaufassade kurz nach dieser Auseinandersetzung errichtet.

Der Sieg von 1316 wurde in Stralsund schließlich zu einer Legende, so dass bald Geschichten von Kriegslisten überliefert wurden, die schon Rudolph Baier, Gründer des heutigen Stralsund Museums, als „spätere Gebilde der sagenbildenden Phantasie“ bezeichnete.

So sollen die Hutfilzer als Vorhut der Stralsunder Streitmacht ihren Pferden Filz um die Hufe gewickelt haben, damit sie von den Feinden nicht gehört werden konnten. Auch sollen Weinfässer und „alle lose personen“ vor die Stadt geschickt worden sein, um die Aufmerksamkeit der Feinde zu schwächen.

Auf die nachfolgenden Generationen machte der Sieg der bürgerlichen Tapferkeit in Stralsund einen großen Eindruck. Die erfolgreiche Abwehr der Wallensteinschen Belagerung über 300 Jahre später überstrahlt heute jedoch den Glanz dieses Sieges, obwohl man im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) in schwedische Abhängigkeit geriet, während vor 700 Jahren die Eigenständigkeit verteidigt wurde.

Matthias Kruske

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