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„Adorno“ verzaubern mit Mozart und Haydn

Stralsund „Adorno“ verzaubern mit Mozart und Haydn

Ein gelungener Start in das Konzertjahr der Klinikumskirche. Die drei Musiker aus Hamburg punkten beim Publikum mit Klassik und Moderne.

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Christoph Callies (Violine), Lion Hinrichs (Klavier) und Samuel Selle (Violoncello, v. l.) sind „Adorno“. Das Trio eröffnete am Wochenende die Kammerkonzertreihe 2015 in der Klinikumskirche des Krankenhauses West.

Quelle: Fotos: Moritz Werthschulte/Uwe Roßner (2)

Stralsund. Was für ein Start in das Konzertjahr 2015! Von Rügen, aus Rostock, Barth und Greifswald waren die Musikliebhaber angereist, um den Auftritt des Trios „Adorno“ in der Klinikumskirche des Krankenhauses West zu erleben.

Ihr Debüt in der Hansestadt erwies sich für die vielversprechenden Musiker als ein glücklicher Kaltstart. Kalt deshalb, weil Pianist Lion Hinrichs, Violinist Christoph Callies und Cellist Samuel Selle die Hansestadt wegen des Sturms nur auf Umwegen und verspätet erreichten. Dem Ensemble blieben damit die Einstimmung auf das Publikum und den Raum vorab verwehrt.

Doch in der gut gefüllten Kirche konnten sie die versammelte Zuhörerschaft mit ihrem jugendlichen Spiel und einer für die Formation eher untypischen, fast nur klassischen Werkauswahl schnell für sich einnehmen. Ohne Qualitätsabstriche bot „Adorno“ Wolfgang Amadeus Mozarts B-Dur-Trio KV 502 dar.

Dem selbst gesteckten Ziel, pro Programm mindestens ein modernes Werk aufzuführen, kam das Trio mit Maurice Ravels viersätzigem Stück von 1914 in a-Moll nach. Die Musiker zelebrierten sowohl die in Noten festgehaltenen Klangfarben als auch die herrliche Passacaille als einen andächtigen Ruhepunkt. Perfekt stand dem 2003 für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ gegründeten Trio Felix Mendelssohn-Bartholdy und erfrischend geriet op. 49.

Mittlerweile erspielte sich das Ensemble Preise bei verschiedenen Wettbewerben, unter anderem beim 15. Internationalen Brahms Wettbewerb in Pörtschach am Wörthersee. Ihre Verpflichtungen führten die Musiker quer durch Europa, auch in den Norden Deutschlands, dort traten sie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern auf.

Abschließend zeigten sich nicht nur „Adorno“ zufrieden über ihre Stralsund-Premiere, sondern vor allem auch das Publikum. So wie etwa Kilian Ritter, der zum ersten Mal überhaupt ein Konzert in der Klinikumskirche besuchte. „Es war gut“, sagte der Elfjährige. Für ihn stach besonders der Cellist heraus. Diesem sah er von der ersten Reihe aus gern beim Spielen zu. Zudem verblüffte Kilian die Akustik. „Richtig gut. Besonders schön war es immer beim Verhallen des letzten Tones eines Satzes oder eines Stückes“, stellte der junge Pianist fest, der seit sechs Jahren Klavier spielt.

Auch Kilians Eltern gefiel der Abend in der Klinikumskirche ausgesprochen gut, sodass sie sich darin einig waren, dass es nicht bei diesem einen Besuch bleiben wird.

Das ist Wasser auf die Mühlen von Friederike Fechner. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Klinikumskirche und mit der derzeitigen Saison, die im September 2014 begann und bis April laufen wird, sowie deren Zuspruch sehr zufrieden. „Die Kammerkonzerte in der Klinikumskirche sind ein Kleinod in der Welterbestadt geworden, das über die Grenzen hinausstrahlt“, sagt Friederike Fechner.

Auf „Adorno“ war sie durch die Preisträgerkonzerte des Deutschen Musikrates aufmerksam geworden. „Seit über 15 Jahren besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Musikrat und der Kammerkonzertreihe“, erklärt Friederike Fechner. „Viele Musiker kommen nach ihrem hiesigen Engagement gern wieder und es entstehen auch daraus persönliche Freundschaften“, sagt die Organisatorin der Konzertreihe.

Mit einem Sonderkonzert begeht das renommierte Vogler-Quartett am 23. Januar in der Klinikumskirche sein 30-jähriges Bestehen. Werke von Haydn, Ravel und Beethoven stehen dabei auf dem Programm.

 



Uwe Roßner

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