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Aus Spaß an der Kunst: Lange Zeit für kurzen Film

Stralsund Aus Spaß an der Kunst: Lange Zeit für kurzen Film

Drei Hansa-Gymnasiasten drehen derzeit einen Film / Von der Idee über das Skript bis hin zur Fertigstellung machen die Jugendlichen alles selbst

Stralsund. Kurzfilme sind in. Das ist vor allem Internetplattformen wie Youtube zu verdanken. Und es gibt immer wieder kleine Juwelen unter den zahlreichen Beiträgen.

 

OZ-Bild

Lara Sophie Meisel und Janne Drechsler sind die Hauptdarsteller eines Kurzfilms. Foto/Montage: Karl Eckert

Ich musste lange Zeit Zeitungen austragen, um das Geld für die Technik zusammen zu haben.“Karl Eckert (15) dreht derzeit einen Kurzfilm

Mit Qualität beeindrucken wollen auch drei Neuntklässler aus Stralsund. Die Hansa-Gymnasiasten Lara Sophie Meisel, Janne Drechsler und Karl Eckert arbeiten derzeit mit viel Liebe zum Detail an ihrem eigenen Werk. Dabei beschäftigen sie sich mit einem Thema, das viele Jugendliche interessieren dürfte: Wie finde ich heraus, was der passende Beruf für mich ist?

Als Idee entwickelt hat das Trio dieses Thema, weil es sie in diesem Schuljahr sehr beschäftigt. „Wir waren auf der Suche nach einer Filmidee und da hat es sich einfach angeboten, über etwas einen Film zu machen, das uns gerade bewegt“, sagt Karl Eckert. Schließlich findet in der 9. Klasse das erste Schülerpraktikum statt, bei dem wichtige Erfahrungen für die Zukunft gesammelt werden können.

Den Traum vom eigenen Film hatten sie schon seit einigen Jahren, doch immer kam irgendetwas dazwischen. „Zum Ende der letzten Klasse hatte ich witzige Lehrerzitate gesammelt, die wir zu Dialogen zusammenstellen und aufnehmen wollten“, erinnert sich Lara. Doch diese Idee verlief im Sande — wahrscheinlich sehr zur Beruhigung einiger Lehrer.

Doch aufgeben galt nicht und so tüftelten sie bis zur rettenden Idee. Aber wer Ahnung vom Filmemachen hat, weiß, wie viel Vorbereitungszeit erst einmal investiert werden muss, bis es überhaupt mit dem Dreh losgehen kann. Karl schrieb zunächst ein Manuskript und Drehbuch über ein Mädchen, das bei verschiedenen Stellen nach einem Praktikumsplatz sucht und mit viel Ausdauer tatsächlich eine verheißungsvolle Stelle bekommt. Nach dem Motto „Jeder macht das, was er am besten kann“, steuerte jeder in der Gruppe etwas bei. Janne kümmerte sich um die Dialoge, „weil er einfach das Gefühl dafür hat“, wie Karl erklärt.

Sogar der passende Filmtitel war nach einiger Zeit gefunden: I Just Don't Know What to Do With Myself, in Anlehnung an den Titel der Rockband White Stripes. Ob das Lied gleichzeitig auch als Titelsong fungieren kann, muss noch mit der Gema verhandelt werden.

Nach all diesem Papierkram konnte es dann endlich mit dem Dreh losgehen. Technik für Kamera und Ton haben sie sich jedoch nicht ausgeborgt. „Ich musste eine ganze Zeit Zeitungen austragen, um das Geld dafür zusammenzubekommen“, sagt Karl Eckert. Aber zumindest für die Schauspieler musste keine Gage bezahlt werden, denn während Karl hinter der Kamera steht, sind die Hauptrollen mit Lara und Janne besetzt. Und viele Mitschüler stellen sich gerne für Nebenrollen zur Verfügung.

Seit den Winterferien erstellen sie schon Filmmaterial, das sie dann selbst zusammenschneiden müssen. Und trotz der Bezeichnung Kurzfilm dauert so ein Filmdreh ziemlich lange. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass bei einem langen Dialog vor der Kamera Texte vergessen werden oder der Kameramann ein störendes Hintergrundgeräusch bei der Aufnahme übersieht, das sich einfach nicht rausschneiden lässt. Also werden einige Szenen immer und immer wieder gedreht, damit der Film wirklich professionell wirkt.

Das dreiköpfige Team ist hochmotiviert bei der Sache, lässt auch schon mal Ferientage dafür draufgehen, um von morgens bis abends zu filmen. Gedreht wird unter anderem bei den Protagonisten zuhause oder in der Schule oder an Orten der Innenstadt. „Da gibt es genügend schöne Plätze“, sagt Lara.

Wenn der Film fertig ist, wird er auf Karl Eckerts Youtube-Kanal zu sehen sein. Ob sie den Film vielleicht einmal bei einem Wettbewerb einreichen, entscheiden die Schüler spontan, denn ihnen ging es in erster Linie um den Spaß an der Kunst und um Erfahrungen zu sammeln. Und wenn alles gut läuft, gibt es vielleicht auch mal noch mehr Werke der jungen Filmschaffenden zu sehen.

Richard Weinz (16) besucht die 11. Klasse am Hansa-Gymnasium.

Von Richard Weinz

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